Landau Dampfwerk: Veilchen Sisi ist der Renner

Lässt es in Landau, Kandel, Haßloch und Speyer kräftig dampfen: Andreas Weidner.
Lässt es in Landau, Kandel, Haßloch und Speyer kräftig dampfen: Andreas Weidner.

Wirtschaft regional: Mit vier Shops ist das Dampfwerk inzwischen der größte E-Zigaretten-Anbieter in der Region. Besonders ehemalige Raucher lassen hier gerne Dampf ab. Gerade in der Umsteigerzeit sei eine intensive Beratung wichtig, sagt Inhaber Andreas Weidner, der sich als Pionier in einer Boom-Branche sieht.

«Südpfalz.»„Dampfen ist das Rauchen der Zukunft.“ Davon jedenfalls ist Andreas Weidner, Inhaber von vier E-Zigarettenshops in der Region, überzeugt. Ob es so kommt, steht in den Sternen. Doch Tatsache ist, dass die Kunden, die sich im „Dampfwerk“ mit allerhand Dampf-Utensilien versorgen, in der Regel aufhörwillige oder ehemalige Zigarettenraucher sind. Es sind Menschen, die den Dampf für sich entdeckt haben, in der Hoffnung, damit vom lästigen Griff nach der Zigarettenschachtel loszukommen.

Werbeagentur und E-Zigarettenshops

Zu ihnen zählte bereits 2014 der Inhaber der vier Dampf-Shops, der sich für das damals noch relativ unbekannte Dampfen entschied und nicht länger seine Liquids im Internet bestellen oder im Elsass besorgen wollte. So entschied sich der Südpfälzer, der in Steinweiler seit mehr als 20 Jahren eine Werbeagentur betreibt, für ein zweites unternehmerisches Standbein. Es war die Geburtsstunde seines ersten Geschäfts in Kandel. Wenig später folgten Filialen in Landau, erst am Kleinen Platz, seit einem Jahr im Ostring, dann in Haßloch und seit vergangenem Sommer in Speyer. „Wir gehören zu den Pionieren dieser Branche in der Pfalz“, betont Weidner selbstbewusst. Er habe den Zeitgeist erkannt und so aufs richtige Pferd gesetzt.

Weidner hält Regulierungen der Politik für übertrieben

Doch allein auf intensive Kundenberatung, auf das Anbieten des immer umfangreicheren Zubehörs für jene, die vom Zigarettenrauchen ablassen wollen, hat er sich nicht konzentriert. Ihm war auch wichtig, sich in die politische Diskussion einzumischen, einer „Überregulierung der E-Zigarette“ Einhalt zu gebieten. Als Premium-Mitglied im Verband BfTG, dem Bündnis für Tabakfreien Genuss, versuche er, dem nach seiner Auffassung schlechten Ruf der E-Zigarette faktisch gegenzuhalten. Weidner fühlt sich in der Pfalz als einer der Vorreiter der Branche. Lag der Umsatz in Deutschland 2010 bei rund fünf Millionen Euro, hat der Verband des E-Zigarettenhandels alleine für 2016 einen Betrag von 400 Millionen Euro errechnet. Laut Statistischem Bundesamt griffen zu diesem Zeitpunkt 3,5 Millionen Deutsche zur E-Zigarette.

1,4 Millionen Euro Umsatz

Weidner, der in seinen vier „Dampfershops“ zehn Mitarbeiter in Vollzeit, vier in Teilzeit und zwei Auszubildende beschäftigt, hat gemeinsam mit seinem Team im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,4 Millionen Euro erzielt. Dabei schlug das Geschäft in Speyer nur mit einem halben Jahr zu Buche. Online-Handel ist in dieser boomenden Branche keineswegs Dampfwerk-Sache. Viele Kundengespräche machten ihm bewusst, versichert Weidner, wie wichtig für die Umsteiger eine intensive Beratung ist. Nicht alleine der unzähligen Liquids mit ihren Aromen wegen, die unterschiedliche Nikotinmengen enthalten, die im Laufe der Zeit immer wieder reduziert werden. Zu den Kunden zählten auch viele, die gar kein Nikotin mehr dampften, vielmehr den Geschmack von „Schönbrunner Apfelstrudel“ oder Kaiserschmarrn favorisierten. Als Renner gilt derzeit „Cool Lemon“, das nach Wassermelone oder Eisbonbons schmeckt, und „Veilchen Sisi“.

Eine Testbar zum Selbstmischen

Übrigens: An der Liquid-Testbar kann der Dampfer über 120 Liquids, Aromen und Basen auch für Selbstmischer ausprobieren. Daneben stehen Geräte und Zubehör von immer mehr Markenherstellern in vielen Preislagen. „Umsteiger wollen anfangs gerne an die Hand genommen werden“, betont der Chef-Dampfer, nach eigenem Bekunden größter Anbieter in der Region. Und wie ist das mit diesen E-Zigaretten, wie entsteht dieser Dampf? Beim gewöhnlichen Zigarettenrauch wird Tabak verbrannt, die so entstehenden schädlichen Stoffe eingeatmet. Anders bei den E-Zigaretten, die nach Auffassung des Geschäftsmannes dieses Schadenspotenzial nicht bieten. Hier wird das Liquid in flüssiger Form erhitzt und der so entstehende Dampf inhaliert. Viele schafften auf diesem Weg den Verzicht auf Tabak dauerhaft.

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