Landau Candle-Light-Dinner und Disco-Würfel

27 Unternehmen und Bildungsträger präsentierten sich gestern beim Wirtschaftstag etwa 4000 Besuchern in der Landauer Festhalle und warben um Auszubildende, Studenten oder sonstige Berufseinsteiger. Damit war die Veranstaltung ähnlich gut besucht wie die Premiere im vergangenen Jahr.
Die Lämpchen in dem Würfel leuchten, stets in einer neuen Kombination. Die Funktion? „Menschen zu ködern, stehen zu bleiben“, sagt Alexander Hieb über die verwendete Mikro-Controller-Programmierung. „Es ist Kunst“, befindet der Ausbildungsmeister bei der Bundeswehr nach Beratung mit seinen Kollegen. Und sie funktioniert. „Viele assoziieren die Bundeswehr immer gleich mit Uniform“, so Hieb. Dabei werde die zivile Ausbildung, unter anderem für Elektrotechniker, häufig vergessen – obwohl es die in Bad Bergzabern schon seit 50 Jahren gebe. Dienen müsse man nicht, „militärisch ist nur die Dienststelle“. Im harten Kampf um Fachkräfte greifen einige Unternehmen zu ungewöhnlichen Tricks. Wie gut, dass auch Experten hierfür anwesend waren, nämlich beim Stand der Hochschule für Internationales Management Heidelberg. Im Fokus: Der Studiengang Wirtschaftspsychologie. Marketing, Werbepsychologie, Personalbereich – „die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig“, sagt Sabine Prothmann von der Hochschule. Wie wirkt eine Werbung besonders gut, wie muss eine Stellenanzeige aussehen, um die Richtigen anzusprechen? Das können hier in jedem Jahr etwa 20 Studenten neu lernen. Das Hotel Alte Rebschule in Rhodt hat seinen eigenen Ansatz. Hier bittet die Auszubildende Isabell Spitzfaden zum Candle-Light-Dinner. Ein Tisch für zwei, perfekt eingedeckt für ein Vier-Gänge-Menü – nur das Essen fehlt. „Wir suchen Köche und Service-Kräfte“, sagt Spitzfaden. Ein Glück, dass direkt nebenan die Techniker Krankenkasse (TK) Sozialversicherungsfachleute sucht. Die TK ködert die Besucher mit „Smoothies“ einer Art Fruchtsaft. Zudem klärt Ökotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin) Iris Schacht über diverse Wassersorten auf und räumt mit Klischees auf: Wer seinem Herzen etwas Gutes tun wolle, der solle nicht zum Rotwein greifen, sondern lieber gleich Weintrauben essen. Die wiederum verteilt Lidl zusammen mit Bananen und anderem Obst. „Mit dem Fachkräftemangel hat jedes Unternehmen zu kämpfen“, so Ausbildungsleiterin Judith Hösch. Lidl selbst suche 70 Auszubildende für die Filialen in der Südpfalz, vor allem im Verkauf. Dabei sei der Abschluss zweitrangig. „Wichtig ist, dass sie mit anpacken“, sagt Hösch. (seak)