Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Brückensperrung nach Nußdorf: Bus-Chaos, Frust und Feldwege

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Die Sperrung der Herrenberg-Brücke zwischen Landau und Nußdorf sorgte für Unmut bei Anwohnern, Pendlern und besorgten Eltern, die nicht wussten, wie ihre Kinder aus der Schule kommen. Denn die Busse stellten über Mittag ihren Betrieb ein. Sie kamen nicht durch, weil die Straßenbauer keine Halteverbotsschilder aufgestellt hatten.

Der Abrissbeginn sorgte an einigen Stellen gestern für Unverständnis und Ärger in Landau und den Stadtdörfern Godramstein und Nußdorf. Seit gestern, 9 Uhr, ist die L 512 zwischen Landau und Nußdorf gesperrt. Grund ist der Abriss und Neubau der Brücke über die B 10, die vierspurig ausgebaut wird. Laut des Landesbetriebes Mobilität (LBM) in Speyer sollen die Arbeiten bis Ende des Jahres beendet sein. „Verstehen kann ich es schon“ sagt ein Nußdorfer vor Ort gegenüber der RHEINPFALZ zur Verkehrssituation. „Die Warnbaken müssten schon viel weiter vorne stehen.“ Der Nußdorfer wohnt am Ortsrand in der Lindenbergstraße, die direkt in die Landesstraße nach Landau übergeht. Er hat Verständnis, dass viele Autofahrer erst am Warnschild am Ortsausgang umdrehen. Das Umleitungsschild im Ort Richtung Geißelgasse sei erst sehr spät zu sehen, hier müsse eine zusätzliche Warnbake aufgestellt werden, ebenso in Höhe der Einmündung Dammheimerstraße. Außerdem hält der Anwohner die Parksituation für bedenklich: „Auf der Umleitungsstrecke darf immer noch geparkt werden, das könnte eng werden.“

Die parkenden Autos verhindern ein Durchkommen

Es könnte nicht nur eng werden, es wurde eng. Palatinabus und der Queichtalnahverkehr haben die Schülerbeförderung mittags auf den Linien 520, 521, 500 und teilweise auf der 501 eingestellt, teilen die Unternehmen gestern Mittag mit. Sie kamen nicht mehr durch die Straßen. Grund: Sie waren zugeparkt. Auf der Route standen in der Herrengasse und Lindenbergstraße Autos im Weg. In Godramstein war die Max-Slevogt-Straße mit abgestellten Autos verengt, wie der Standortleiter von Palatinabus in Edenkoben, Jürgen Heil, gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtete.

Kein einziger Hinweis auf Absolutes Halteverbot

Der Grund, weshalb noch eine Menge Autos in den Straßen standen: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Speyer hatte bis Mittag noch keine Halteverbotsschilder aufgestellt. Der Leiter des LBM, Martin Schafft, teilte dazu auf Anfrage mit, man habe „gleich reagiert“. In Nußdorf wurden die Schilder gestern im Laufe des Tages aufgestellt. Warum die Panne passierte, sagte er nicht.Unterdessen hat die Stadt Landau, die gar nicht zuständig ist, die Initiative ergriffen: So sei ein Mitarbeiter zum Bauhof geradelt und hat Schilder organisiert, heißt es von der Pressestelle auf Anfrage. Heil hingegen entschuldigt sich bei allen Eltern wegen der Umstände, aber die Busunternehmen könnten nichts dafür. Die Grundschüler seien mittags in angeforderte Ersatzbusse umgestiegen, und die größeren wurden bis an den Buswendeplatz in Walsheim gebracht und dort von ihren Eltern abgeholt. Kurz vor 16 Uhr meldete Heil Entwarnung: „Die Busse fahren wieder.“ Eine aufgebrachte Mutter aus Nußdorf meldete sich verzweifelt in der Redaktion, wie nun ihre beiden Kinder heimkommen sollen. Sie habe gerade kein Auto zur Verfügung und zudem ausgerechnet an dem Tag kein Geld zuhause, um ein Taxi zu bezahlen. „Was hier passiert, ist eine Riesensauerei“, schimpft Kerstin Kader.

Auch Pendler von der Sperrung genervt

Nicht nur die Busfahrer, auch die Pendler sind überrascht worden. Einer davon ist Thorsten Klein. Er ist Inhaber eines Dienstleistungsunternehmens für Arbeiten rund ums Haus und war gerade in Nußdorf. „Ich fahre die Strecke schon so ein- bis zweimal die Woche, jetzt muss ich wohl über Godramstein fahren.“ So geht es zwei Arbeitern eines Steinmetzbetriebes. Einer der Männer, Ethem Cay, ist genervt:„Heute Morgen sind wir noch rübergekommen, wir dachten deshalb, es wird erst ab Samstag gesperrt.“ Sein Kollege am Steuer resigniert:„Die Umleitung kostet uns in Zukunft viel Zeit, wir fahren die Strecke täglich.“Feldweg westlich der L 512 jetzt mit Schranke gesperrtVon den zirka 40 Autos, die in diesen 20 Minuten vor dem Sperrschild stehen, sind die meisten aus Landau und dem Kreis. Nicht alle suchen gleich eine Gelegenheit zum Wenden, manche setzen ihre Fahrt Richtung Brücke fort und stoppen erst unmittelbar vor dem Bauwerk, an dem die Bauarbeiter bereits beginnen die Leitplanken zu demontieren. Und auch hier treten bei Weitem nicht alle den Rückzug an, sondern schlagen sich vereinzelt über die verschiedenen Feldwege durch die Weinberge.Ziel ist vermutlich der Wirtschaftsweg, der parallel westlich der L 512 von Nußdorf nach Landau führt. Hier haben die Autofahrer ebenfalls schlechte Karten, diese Brücke wurde bereits mit einer Schranke und Pollern versehen. Dass es partout nicht weitergeht, wollen viele nicht wahrhaben. „Die Reißen hier an den Pollern und der Schranke rum und versuchen irgendwie durchzukommen“, sagt eine aufgebrachte Landauer Anwohnerin des Nußdorfer Weges, die das Treiben beim Gassi gehen mit ihrem Hund beobachtet. Ein Augenzeuge auf der Nußdorfer Seite findet nicht, dass die Versuche an diesem Morgen zugenommen haben, den Schleichweg aus Richtung Nußdorf zu nutzen. Allerdings: „Hier hat vorhin ein Kleinlaster versucht, durchzukommen, das war neu.“

Seit gestern Nachmittag fahren doch wieder Busse.  Foto: Iversen
Seit gestern Nachmittag fahren doch wieder Busse.
Parkende Autos in der Nußdorfer Ortsdurchfahrt machten das Passieren der Busse unmöglich.  Foto: Iversen
Parkende Autos in der Nußdorfer Ortsdurchfahrt machten das Passieren der Busse unmöglich.
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