Landau Blick geht über die Schule hinaus

Viele Redakteure der Realschule Bellheim arbeiten seit mehreren Jahren in der AG mit.
Viele Redakteure der Realschule Bellheim arbeiten seit mehreren Jahren in der AG mit.

Die Redakteure führen Interviews mit Lehrern, berichten von Wandertagen, Theaterstücken oder der Eröffnung der neuen Schulküche. Es gibt Rätsel, Rubriken, ein pfälzisches Wörterbuch und viele Fotos von Veranstaltungen an der Realschule plus. Die „Open your Eyes“ ist typisch für eine Schülerzeitung. Für ihre professionelle Arbeit wurden die Bellheimer Nachwuchsjournalisten belohnt: Beim rheinland-pfälzischen Schülerzeitungswettbewerb hat die AG einen dritten Preis gewonnen.

In den Herbstferien habe das Bildungsministerium die Schule über den Preis informiert, erzählt die AG-Leiterin Rosemarie Taraschewski. „Wir waren schon sehr baff. Wir hatten zum ersten Mal mitgemacht und gar nicht damit gerechnet.“ 86 Schulen haben laut Pressestelle des Ministeriums an dem landesweiten Wettbewerb 2016/17 teilgenommen – die beste Quote der vergangenen Jahre. Taraschweski möchte weitgehend „unsichtbar“ sein, zumindest was den Inhalt der Zeitung angeht. Oft sei zu deutlich in Schülerzeitungen die Handschrift der Erwachsenen erkennbar, meint die Lehrerin. „Ich möchte gern, dass die Jugendlichen selbständig arbeiten, in das Team reinwachsen und sich ein Gruppenleben entwickelt.“ Es ist ihr offenbar gelungen: 15 Schüler bilden das Redaktionsteam, die meisten davon sind schon jahrelang und seit der Unterstufe dabei. So wie die beiden Chefredakteure Benedikt Glas und Andre Zimmermann. „Wir sammeln Ideen gemeinsam am Tisch und erstellen einen Plan, wer welche Aufgaben übernimmt“, erzählt Benedikt. Dann geht es los mit der Recherche und der Seitengestaltung. Der Zehntklässler koordiniert die technische Umsetzung „von der Idee zur Zeitung“. Natürlich müssen auch die Finanzen stimmen. Dafür ist die Anzeigenakquise unverzichtbar. „Wir laufen mögliche Werbeträger ab. Die allermeisten sagen ja“, berichtet Andre Zimmermann. Eine ganze Seite in der „Open your Eyes“ kostet um die 100 Euro. Die Schülerzeitung („Öffne deine Augen“) ist nach einem Lied der Rock-Band Guano Apes benannt. „Wir erzählen aus dem Schullalltag, haben aber unsere Augen auch anderswo“, erläutert Rosemarie Taraschewski den Titel. So hat Nathalie Höfer etwa in einem Beitrag die Freilandhaltung von Hühnern der Bodenhaltung gegenüber gestellt und Vorteile heraus gearbeitet. Beliebt bei den Lesern sei der Anhang mit Profilen und Sprechblasen der Schulabgänger. Alle Redakteure sind freiwillig in der AG. Auch die Lehrerin macht dafür Überstunden. Ihre Motivation: Sie möchte die deutsche Sprache pflegen und Gruppendynamik unter den Schülern anstoßen. So groß der Spaß an der Recherche und die Freude über die Prämierung ist: Beruflich will keiner der Redakteure in den Journalismus einsteigen. Ausbildungen in der Verwaltung, zum Lkw-Fahre oder zur Chemie-Laborantin und eine Schreinerlehre stehen höher im Kurs.

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