Landau Blaues Wunder

Wie man Lavendel schön verpacken kann, zeigt Gertrud Schäfer aus Maikammer. „Mein Hobby ist die Weißzeugnäherei, daher verarbeite ich vorwiegend alte Stoffe und Materialien“, erzählt sie. Für das Lavendelherz aus Leinen (großes Foto) hat sie ein altes Wäscheband und Gardinenringe aus Horn verwendet. Gefüllt ist es nicht nur mit Lavendel, sondern auch mit Watte. Mehr als ein Mittel gegen Motten Dass Lavendel viele Eigenschaften hat, betont Sabine Simon vom Kräutergarten der Klostermühle Edenkoben: „Man tut dem Lavendel großes Unrecht, wenn man ihn lapidar als Mottenpulverersatz deklariert.“ Derzeit ist das Gelände in Edenkoben ganz in Lila getaucht, wie das Foto von Geschäftsführer Klaus Schlosser (mit Strohhut) zeigt. „Mit Lavendel verbindet man heute ein positives Lebensgefühl von Leichtigkeit“, beschreibt Sabine Simon. Als Duftwasser erfrische und belebe er die Haut. Blaue Blüten aus der Apotheke „In unserem Garten blühen zu unserer Freude an verschiedenen Stellen Lavendelstauden“, berichtet Lisa Prätzas aus Herxheim. Auch sie nutze Lavendel als Mottenschutz in kleinen Stoffsäckchen. „Allerdings kaufe ich mir dazu getrocknete Lavendelblüten in der Apotheke. So spare ich mir das Trocknen, und zweitens brauche ich oft frischen Lavendel als Tischdekoration.“ Sie liebe den Duft und die schöne blaue Farbe, die mit anderen Blüten – wie auf dem Foto mit Hortensien – gut zu kombinieren ist. Einen Wunsch hat sie sich bisher noch nicht erfüllt: „Ich würde gerne mal zur Lavendel-Blüte in die Provence fahren.“ Eingefroren in einem Eiswürfel Ganz außergewöhnliche Ideen, was man mit Lavendel machen kann, hat Roswitha Seibel aus Lug. Sie schlägt vor, Lavendelblüten in Eiswürfel einzufrieren – „so hat man immer frische Lavendel zum Verzieren von Desserts und Torten“. Ein zweiter Vorschlag lautet: Lavendelblüten und Salz in einem verschließbaren Glas abwechselnd schichten. Mit dem Salz ließen sich anschließend Speisen verfeinern und würzen. „Das Gleiche kann man auch mit Zucker und Ceylon-Zimt machen.“ Eigene Lavendelstraße Dass seine Frau Susanne und er eine „Passion für Lavendel“ haben, erzählt Jürgen Mees aus Landau. „In unserer kleinen Lavendelstraße, die den Zugang zu unserem Garten eröffnet, erntet meine Frau ihren Lavendelbedarf Jahr für Jahr“ – zu sehen ist diese kleine „Lavendelstraße“ auf dem Foto unten rechts. Aus den Blüten stellt Susanne Mees Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank und die Toilette her. Mit Lavendelsträußen schmückt sie Päckchen und Flaschen. Sogar die Mittelschnauzerhündin kommt in den Genuss von Lavendel: „Als Zeckenabwehr werden hier getrocknete Lavendelblüten, Thymian und Rosmarin in ein Halstuch gewickelt und dem Hund umgebunden“, erzählt Jürgen Mees. Geschichte über Lavendelöl Blühenden Lavendel im ihrem Vorgarten kann derzeit Wiltrud Schwitzke aus Herxheim bewundern. „Zweimal im Jahr stelle ich circa zwei Liter Lavendelöl her“, erzählt sie und hat darüber sogar eine kleine Geschichte geschrieben – zu lesen in ihrem Buch „Augenblicke transzendenter Berührung“. Lavendel für den Verein Rund 100 Lavendelbüsche blühen im Garten von Jutta und Günter Nuss aus Klingenmünster. Nicht nur die vielen Bienen und Hummeln lassen sich von dem blühenden Essenstisch einladen, Familie Nuss verwendet die Blüten auch für Lavendelsträuße und für duftende Lavendelsäckchen (Foto unten links). Als Mitglieder des Landeckvereins stellen sie die Lavendelerzeugnisse dem Verein zur Verfügung, die dann bei den mittelalterlichen Märkten auf Burg Landeck verkauft werden. Die kleinen Stoffsäckchen lassen sie in der Ergotherapie im Pfalzklinikum nähen. Pralinen mit Lavendelgeschmack Dass man aus Lavendel sogar Pralinen herstellen kann, beschreibt Norbert Arend aus Venningen. Zum Beweis schickt er ein Foto von Pralinen, die der Chocolatier Gerhard Herzog aus Bad Bergzabern hergestellt hat. Lavendelsirup selbst gemacht „Schon in meiner Kindheit verwendeten meine Mutter und meine Oma Lavendelsäckchen für die Kleiderschränke, ich liebte und liebe diesen Geruch“, schildert Susanne Marwitz aus Landau. Vor einem Jahr habe sie erstmals probiert, Lavendelblütensirup herzustellen. „Das war ein Erfolg – sowohl vom Geschmack als auch vom Anblick her. Der Sirup ist wie Holunderblütensirup leicht herzustellen und schmeckt in verschiedenen Variationen sehr gut, zum Beispiel mit Leitungswasser, mit Sprudelwasser, mit Tee und mit Sekt.“ Verständnis für Motten „Eigentlich mag ich den Lavendelgeruch nicht, das habe ich mit den Motten gemeinsam“, gesteht Lotte Jenson aus Essingen. „Aber seit ich einen blühenden Lavendelstrauß in der Speisekammer aufstelle, gibt es keine Lebensmittelmotten mehr.“ Fotomotiv mit Hund Als Duftspender nutzt Annett Ackermann aus Weißenburg Lavendel. „Wir haben im Garten verschiedene Arten“, erzählt sie. „Diese werden bei uns am meisten von den Bienen als Futter frequentiert.“ Aber auch für Fotos (mit Hund) eigne sich Lavendel bestens. Die Serie In der Serie „Gibt es das noch?“ stellen wir Dinge vor, die vermeintlich aus dem Alltag verschwunden sind.