Meinung Bahnstrecke gesperrt: Das Nervenkostüm wird arg strapaziert
Zwischen Landau und Winden fährt kein Zug mehr, weil ein Dachs die Gleise untergraben hat. Der Weg mit der Bahn von und nach Karlsruhe ist für große Teile der Südpfalz dadurch abgeschnitten. Berufspendler und Ausflügler müssen auf unbestimmte Zeit mit dem Auto fahren. Das ist eine Hiobsbotschaft.
Denn erstens hat nicht jeder ein Auto zur Verfügung. Zweitens ist die Lage auf den Straßen ebenfalls angespannt – sie werden zum Nadelöhr. Die B10 ist phasenweise voll gesperrt, die A65 ist in Fahrtrichtung Karlsruhe bis Jahresende wegen einer Großbaustelle nur einspurig befahrbar, kurz hinter der Rheinbrücke in Karlsruhe wird ebenfalls gearbeitet. Staus und Verkehrschaos sind da programmiert.
Bahn ausnahmsweise nicht der Prügelknabe
Eben so ungewöhnlich wie die Situation ist die Suche nach den Verantwortlichen dafür. Denn zumindest nach derzeitigem Kenntnisstand kann die Deutsche Bahn ausnahmsweise nicht der Prügelknabe sein. Im Hinblick auf die Verspätungen und den schlechten Service ist sie das zu Recht. Bei der Wohnortwahl der Dachse hat sie aber mit Sicherheit nicht die Finger im Spiel.
Den Pendlern, Ausflüglern und Fernreisenden wird es egal sein, ob der Kollaps hätte verhindert werden können. Sie werden darauf hoffen, dass die Reparatur tatsächlich keine drei Monate dauert. Denn ihr Nervenkostüm wird in nächster Zeit arg strapaziert werden.
