Landau / Godramstein RHEINPFALZ Plus Artikel Bahn fällt Bäume zwischen Landau und Godramstein

Kahlschlag aus Sicherheitsgründen.
Kahlschlag aus Sicherheitsgründen.

Die Deutsche Bahn hat eine unbekannte Anzahl Bäume im Landauer Stadtgebiet entlang ihres Streckennetzes gefällt. Diesmal wurden Bäume an den Gleisen zwischen Landau und Godramstein beseitigt.

Sie sind weg: Dutzende Bäume an den Bahngleisen zwischen Landau und Godramstein auf der Bahnstrecke Landau-Pirmasens. Darauf hat ein Leser die RHEINPFALZ hingewiesen. Der Stadtverwaltung war der Vorgang zunächst nicht bekannt. Es sei „kein Antrag der Bahn auf Genehmigung zur Fällung der Bäume bekannt“, teilt die städtische Pressestelle mit. Das städtische Umweltamt werde den Vorgang prüfen.

Der Konzern äußert sich nicht zu einzelnen Vorhaben, um „die DB-Fachdienste nicht kontinuierlich für Recherchen mit einbeziehen zu müssen“, heißt es in einer Standardantwort der Bahn. Auf eine aktuelle Anfrage der RHEINPFALZ zu den Fällungen hat der Konzern bisher nicht geantwortet.

Genehmigungen verstreichen lassen

Erst kürzlich war die Bahn wegen Baumfällungen in Winden und geplanter Fällungen am Goethepark in die Kritik geraten. Im Fall Winden wurde auch niemand informiert: Weder Ortsbürgermeister Peter Beutel noch Kreis- oder Verbandsgemeindeverwaltung waren vorab in Kenntnis gesetzt worden. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises stellte im Nachhinein infrage, ob die vollständige Rodung tatsächlich notwendig war. Aber man könne es im Nachgang nicht mehr prüfen.

Im Landauer Fall gab es eine Genehmigung, die bis 10. Februar gültig war – sowohl von der bei der Stadtverwaltung angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde als auch von der Oberen Naturschutzbehörde. Denn in einigen Bäumen im Goethepark nisten die geschützten Saatkrähen. Die Bahn begründet die Rückschnitte mit der Verkehrs- und Betriebssicherheit, zudem stehen die Bäume auf dem Gelände des Konzerns. Aus diesem Grund waren die Fällungen am Goethepark von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt genehmigt worden. Aber: Diese Bäume stehen noch. Warum die Bahn dort nicht gefällt hat, ist unklar – diese Frage hat die Pressestelle der Bahn der RHEINPFALZ nicht beantwortet. Die Genehmigungen müssten nun neu beantragt werden.

Migl: Jedes Mittel nutzen, um Bäume zu retten

Gegen die geplanten Baumfällungen soll nun der Stadtrat eine Resolution beschließen. Das fordert Gertraud Migl für die Fraktion Pfeffer&Salz. Der Stadtrat solle die Stadtspitze auffordern, alle Einflussmöglichkeiten inklusive rechtlicher Schritte zu nutzen, um die geplanten Fällungen zu verhindern. Die Bäume seien für das Mikroklima in der Stadt förderlich, zudem seien sie stadtbildprägend. In Zeiten der Klimakrise sei es „unverantwortlich, jahrzehntelang gewachsene Baumstrukturen restlos zu zerstören“, heißt es weiter in dem Antrag. Verkehrssicherheit und Betriebssicherheit könnten auch durch Rückschnitte und Kontrollen gewährleistet werden.

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