Landau
Bürgerinitiative beschimpft Ausschussmitglieder
Die Landauer Bürgerinitiative Geothermie hat erwartungsgemäß mit Verärgerung auf die Präsentation des neuen Eigentümers des Geothermiekraftwerks Landau im Bauausschuss reagiert. Geschäftsführer Gregor Gruber hatte in der digitalen Ausschusssitzung etliche Folien zur Vergangenheit des Kraftwerks und zum neuen Eigentümer gezeigt. Stadträte, die sich verhalten positiv zu den neuen Plänen für eine dritte Bohrung im Kraftwerk geäußert hatten, bezeichnet BI-Chef Werner Müller, dem ein Bürogebäude in Kraftwerksnähe gehört, nun als Querdenker. SPD, Grüne und FDP sowie die „Verantwortlichen des Stadtvorstandes und in den Gremien der Stadt Landau“ betrieben eine bürgerverachtende Politik, so Müller.
Alternative Fakten?
Die BI wirft Gruber „alternative Fakten“ vor, liegt aber selbst bisweilen daneben. Unter anderem stört sich Müller an Grubers Begriff „Mikrobeben“ für zwei Vorfälle im August 2009, die eine Stärke von 2,4 und 2,7 auf der Richterskala hatten. Tatsächlich gelten nur Beben bis 2 als in der Regel vom Menschen nicht wahrnehmbare Mikrobeben; zwischen zwei und drei auf der Richterskala sind es „extrem leichte“ Beben. Müller bezweifelt die Aussage, dass das Kraftwerk seit der Wiederinbetriebnahme im Jahr 2017 nach Erdhebungen 2013/14 problemlos laufe. Er verweist auf die Homepage der BI, wonach es seitdem etliche Zwischenfälle gegeben habe. Neben Betriebsstillständen nennt die BI dort ein Erdbeben am 2. November 2017. Das Landesamt für Geologie und Bergbau dokumentiert alle Erdbewegungen im Land auf seiner Homepage. Das Erdbebenmessnetz des Landes hat für dieses „induzierte“, also vom Kraftwerk ausgelöste Beben eine Magnitude von 0,7 registriert; es hat sich somit um ein Mikrobeben gehandelt. Außerdem listet die BI Dinge auf wie „Dampfemissionen beunruhigen Anwohner“ oder „SWR Aktuell berichtet über erneute Probleme“.