Landau Aufs Außergewöhnliche spezialisiert
«Landau.»Wer das Geschäft in der Oberwiesenstraße betritt, steht in einem kunterbunten Reich aus Textilien, Schlüsselanhängern, Thermobechern, Kalendern und unzähligen anderen Werbeartikeln. Aber nicht nur die Standardprodukte sind in den vielen Regalen aufgereiht, es gibt auch zahlreiche Sonderanfertigungen, wie Werbeheld-Geschäftsführer Ferdinand Schupp zeigt. Da sind Pfefferminz-Bonbons in Form eines Mercedes-Sterns oder blaue Christbaumkugeln für die Elektronik-Firma Blaupunkt. Da ist ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel mit individuell gestalteten Figuren oder eine dimmbare Camping-Lampe mit persönlichem Aufdruck. Da ist ein Toaster, der das Firmenlogo auf die Brotscheibe röstet, oder ein Nagellack für Autohäuser, der in der gleichen Farbe wie ein bestimmter Autolack geliefert werden kann. Die Landauer Firma, die es seit 15 Jahren gibt, hat sich aufs Besondere spezialisiert. „Wenn ein Kunde zu uns kommt, machen wir ein Briefing, schauen, was er sich vorstellt und leisten kann, und suchen dann pfiffige, außergewöhnliche Dinge, die zu ihm passen“, erklärt Schupp. Wer die Standard-Werbeartikel wie Kuli, Tasse, Block und Co. wolle, bekomme diese natürlich auch. Etwa 60 Prozent des Umsatzes von 800.000 Euro im vergangenen Jahr hätten Textilien ausgemacht, der Rest entfalle zur Hälfte auf die üblichen Werbeartikel, zur anderen Hälfte auf originellere Dinge. „Wir haben mehrere Hunderttausend Artikel im Angebot“, überschlägt Schupp. Und was noch nicht im Portfolio sei, aber gewünscht werde, könne er besorgen. Er habe 30 Lieferanten, mit denen er hauptsächlich zusammenarbeite, könne aber auf über 600 Hersteller zurückgreifen. Zwei bis drei Messen besucht Schupp pro Jahr, um immer wieder neue Ideen im Repertoire zu haben. Darauf kommen viele Kunden aus der Region gerne zurück. Zu ihnen zählen beispielsweise Energie Südwest, Wickert Holz, Autohaus Kowalski, BASF, Klein Spielwaren und zahlreiche Weingüter. Aber auch aus anderen Teilen Deutschlands, aus Österreich und der Schweiz werde er angefragt, berichtet Schupp, darunter von Allianz oder Kempinski. Dieser Kundenkreis mache etwa 70 Prozent der Nachfrage aus. Werbeheld hat auch den kompletten Merchandising-Shop der Landesgartenschau 2015 in Landau bestückt. Nachdem der ursprüngliche Anbieter in Insolvenz gegangen war, sei seine Firma kurzfristig eingesprungen, berichtet der 50-Jährige. „Da war richtig viel zu tun, aber es war auch eine tolle Erfahrung.“ Das Hauptgeschäft sind Textilien: T-Shirts, Basecaps, Taschen, Jacken, Arbeitskleidung, Schals oder Schürzen, bedruckt, bestickt, in allen erdenklichen Farben und mit Reflektoren. Das Thema Nachhaltigkeit sei ihm sehr wichtig, sagt der Landauer. Seine Firma lege Wert darauf, die eigenen Ideen fair zu produzieren. Die Textilien sind mit Bio-, Öko-, Fairtrade- und GOTS-Zertifikaten erhältlich. Schupp zeigt auf eine Tasche, die aus PET-Flaschen recycelt wurde, und auf einen Einkaufschip, der aus im Meer umhertreibenden und eingesammelten Fischernetzen hergestellt wird. 15 Jahre ist es her, dass sich Schupp, der zuvor im Vertrieb gearbeitet und 60.000 Fahrkilometer pro Jahr zurückgelegt hatte, selbstständig gemacht hat. Zunächst unter dem Namen Im-Press – ebenfalls ein Werbeartikel-Geschäft, allerdings im Franchise-System. 2006 wollte er auf eigenen Füßen stehen und firmierte zu Werbeheld um. Seit 2015 findet man das Geschäft in der Oberwiesenstraße. In den alten Firmenräumen in der Alfred-Nobel-Straße war es zu eng geworden. Zwei Mitarbeiter beschäftigt Schupp in seiner Firma Werbeheld. Im vergangenen Jahr kam noch eine zweite hinzu: die Pflegehelden. Diese vermittelt 24-Stunde-Pflegekräfte überwiegend aus Polen. Über seine Eltern, die jemanden zur Unterstützung gebraucht hätten, sei er auf die Idee gekommen, berichtet Schupp. „Da habe ich gemerkt, dass es viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt, und dass es Sinn ergeben würde, hier eine Vermittlungsagentur zu gründen.“