Landau Auf Weltreise: Von Landau nach Laos in sechs Monaten
Aus einer verrückten Idee wurde das größte Abenteuer ihres Lebens. Im Mai zogen die Landauer Sebastian und Anna-Lena Schmitt hinaus, um die Werte der Pfadfinder-Bewegung in die weite Welt zu tragen. In einem zum Expeditionsmobil umgebauten Feuerwehrwagen haben sie inzwischen Tausende Kilometer abgerissen und grüßen nun von der anderen Seite des Planeten.
Als die RHEINPFALZ anruft, sind die Globetrotter gerade an der kambodschanischen Grenze. Am nächsten Tag soll es weiter nach Thailand gehen. Wie bei allen Etappen ist das Ziel eine lokale Pfadfindergruppe, die bereits gespannt auf den Besuch aus der fernen Pfalz wartet. Mit ihrer „World Tour of Scout“ wollen die Schmitts zum kulturellen Austausch und der Völkerverständigung beitragen. Sie verbringen Zeit mit den jeweiligen Gastgebern, tauschen Rezepte, Ideen und Projekte aus, bieten Workshops an und gehen gemeinsam auf Exkursion.
„Es ist kein Urlaub“
Wie war die erste Hälfte ihrer Weltreise? „Spannend und manchmal unplanbar“, berichtet Sebastian Schmitt. „Es ist kein Urlaub. Wir bereiten unsere Besuche vor und nach, dokumentieren alles, bespielen unsere Social-Media-Kanäle. Und natürlich stehen wir jeden Tag vor der Aufgabe, rechtzeitig am nächsten Ziel zu sein.“ Das kann heißen, in einer bestimmten Zeit einige Tausend Kilometer durch Asien zu fahren, weil im nächsten Land Mitfahrer oder ein Pfadfinderlager warten.
Dabei begann der Trip in vertrauteren Gefilden. Die ersten Stopps waren Lager in Österreich, Kroatien und Montenegro. In Albanien konnte das Ehepaar zum ersten Mal am Strand übernachten und gemeinsam mit seiner jungen Tochter den Sternenhimmel bewundern. In Griechenland besuchten die beiden gemeinsam mit ihren Gastgebern die antike Stadt Dion und das alte Kloster Agios Dionysios am Berg Olymp. Über die Türkei wagten sie den Sprung auf den asiatischen Kontinent.
Quer durch China
Nach einem Halt in Georgien folgte dann die erste Weggabelung: Schon vor der Fahrt war sich das Paar unsicher, ob es durch Russland oder Aserbaidschan und den Iran weitergehen sollte. Angesichts der geopolitischen Lage zwei nicht ganz so entspannte Routen. „Wir haben uns entschieden, den Schwenker über Russland und Kasachstan an die chinesische Grenze zu machen“, erzählt Schmitt. Die Wahl wurde zum ersten größeren Stolperstein der Reise. Denn der Beamte an der georgisch-russischen Grenze wollte die Dokumente der Familie nicht akzeptieren, weil diese nicht in russischer Sprache verfasst waren. Sich die Übersetzung in Tiplis zu besorgen, hat die Schmitts eine Woche gekostet. Aber es klappte schließlich, die junge Familie konnte das nächste Kapitel des Abenteuers gemeinsam mit einer Gruppe bestreiten: in drei Wochen 6000 Kilometer quer durch China.
Die Reise brachte die Gruppe durch Millionenstädte, Hochgebirge, den Dschungel und die Wüste Gobi. Als sie das Riesenland endlich durchquert hatte, kam in Laos der nächste, heftige Tapetenwechsel. Während in China die Straßen auch in der abgelegensten Provinz in bestem Zustand waren, war hinter der laotischen Grenze das Gegenteil der Fall, und der umgebaute Feuerwehrwagen hatte mit riesigen Schlaglöchern zu kämpfen.
Herzliche Gastfreundschaft
Im Januar haben die Abenteurer vor, von Malaysia aus ein Schiff nach Südamerika zu besteigen, wo noch einige Länder und Pfadfinderlager abgeklappert werden sollen. Nach Nordamerika werden sie es wohl nicht mehr schaffen, da in der zweiten Jahreshälfte das Leben in Deutschland auf sie wartet.
Sebastian Schmitt werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Ländern und Leuten in Erinnerung bleiben. Eine herzliche, familiäre Gastfreundschaft sei ihnen überall entgegen gebracht worden. Gleichzeitig ticken die unterschiedlichen Pfadfindergruppen natürlich anders. Seien es die Essgewohnheiten der Griechen, die die täglichen drei Mahlzeiten noch mit zwei Zwischenmahlzeiten aufstocken. Oder das Lager in Kambodscha, wo jüngere und ältere Pfadfinder sich um 5 Uhr morgens zum Frühsport versammelten – mit den Schmitts mittendrin statt nur dabei. Die Reise bleibt bis zum Schluss herausfordernd und erfüllend zugleich.
Info
Auf world-tour-of-scout-movement.org berichtet die Familie von ihren Erlebnissen.