Arzheim
Arzheims neue Schlagader
Fünf Monate früher als geplant sind die Arzheimer Hauptstraße, Prinz-Eugen-Straße und Rohrgasse fertig geworden. Anlass zum Feiern für die Arzheimer Bevölkerung, aber auch für „Offizielle“ wie Ortsvorsteher Klaus Kißel (SPD), Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) und die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmidt (FDP). Rund 30 Arzheimer lauschten deren Worten und labten sich anschließend an den feinen Häppchen, die die Friesenstube kredenzte, sowie am Wein des Arzheimer Weingutes Herzenstiel.
Die Sanierung der Arzheimer Hauptstraße war mehr als ein großes Bauprojekt, erklärte Hirsch bei der Begrüßung seiner Gäste. Mit der sanierten Hauptstraße, die sich rund einen Kilometer lang durch das Dorf schlängelt, erhält Arzheim ein neues Gesicht. Eines, an das sich Autofahrer vermutlich erst noch gewöhnen müssen. Statt einer Fahrbahn für Autos und Gehwege für Fußgänger gibt es einen gemeinsamen Bewegungsraum für alle: Fußgänger, Rad- und Autofahrer.
Alle müssen Rücksicht nehmen
Der drei Meter breite asphaltierte Mittelteil wird rechts und links durch gepflasterte Flächen ergänzt, die zwischen fünf und neun Meter tief sind. Eine Begrenzung gibt es nicht, jeder muss auf die anderen Rücksicht nehmen. Parkende Autos in markierten Parkzonen bremsen den fließenden Verkehr weiter ab. Eine für Rheinland-Pfalz neue städtebauliche Straßenführung und ein Gewinn für Landau und Arzheim , freute sich Hirsch.
Mit der Fahrbahn wurden auch die Kanal-, Strom- und Wasserleitungen erneuert, drei Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut und eine moderne LED-Straßenbeleuchtung installiert. Das Land beteiligte sich mit 1,4 Millionen Euro an den 4,6 Millionen Euro Gesamtkosten, berichtete Wirtschaftsministerin Schmidt und lobte das Land, die Stadt und den Versorger Energie Südwest für das gelungene Gemeinschaftswerk.
Anstoß für Dorfsanierung
„Als Fremde gekommen, als Freunde gegangen“, ergänzte Ortsvorsteher Kißel Schmidts Lob. Kißel bedankte sich besonders bei den Bauarbeitern der Firma Tas und Balci aus Eisenberg, die in für ihn vorbildlicher Weise die Arbeiten Schritt für Schritt und mit großem handwerklichen Können umgesetzt hätten. Kißel dankte auch den Anwohnern, die einerseits die rund dreijährige Bauzeit mit großer Geduld ertragen und andererseits in heißen wie in kalten Tagen die Arbeiter mit Getränken und Essen versorgt hätten. Dadurch seien Fremde zu Freunden geworden, und hierin liege vielleicht das Geheimnis für die solide und gleichzeitig schnelle Bauausführung; denn das Bauende war erst für Oktober geplant.
Kißel lobte auch alle, die die Straßensanierung genutzt haben, um ihre Häuser attraktiver zu gestalten. Er wünschte sich, dass sich weitere Hausbesitzer vom Sanierungsvirus infizieren ließen, damit Arzheims Gesicht noch schöner wird.