Landau Acht Meter Stahl
Wenn Berghausen seinen 825. Geburtstag feiert, hat auch der Wappenbaum in der Ortsmitte rund um die Kirche ein Jubiläum: Vor 20 Jahren, im Juni 1997, wurde das „Gewächs“, an dem sich die Berghausener Vereine präsentieren, eingeweiht. Anstoß für den Wappenbaum gab das letzte Ortsjubiläum vor 25 Jahren.
Die Berghausener Vereine stellen die Feste im Ort auf die Beine – so auch 1992 die 800-Jahrfeier. Nach der großen Sause keimte bei den Vereinen die Idee auf, ständig im Ortsbild präsent zu sein, blickt Helmut Kühner, damals Vorsitzender des Fußballvereins und heute des Ortskartells, zurück. Das Ortskartell ist ein Zusammenschluss der Vereine, es hält bei den Festen die Organisationsfäden in der Hand. Ulrich Reichling von der gleichnamigen Schlosserei im Ort habe die Idee mit dem Baum ins Spiel gebracht, erinnert sich Kühner. „Die Vereine waren alle dafür.“ Jeder Verein habe damals 510 D-Mark in das Vorhaben investiert. Schlosser Reichling machte sich an die Arbeit und schuf aus Stahl den rund acht Meter hohen Mast mit Querstreben. Manfred Ball, damals Kassierer beim Ortskartell, schnitt die Schilder aus Blech aus, die der Speyerer Handwerker Manfred Jester handbemalte. Die Bildmotive lieferten die einzelnen Vereine. Seit 1997 wurden die Schilder einmal aufgearbeitet, was jetzt auch wieder angesagt ist, stellt Kühner mit Blick auf den Metallbaum fest. Ansonsten fallen keine Wartungsarbeiten an. Und so hängen an den Querstreben zum Beispiel ein einfaches FVB für den Fußballverein. Eine Milchkanne und ein brennendes Haus sind natürlich die Zeichen für die Weiberbratenvereinigung. Der Computer-Club kommt mit einem Bildschirm-Tastatur-Männchen daher, der Musikverein lässt Noten und Instrumente sprechen. Wobei sich am Wappenbaum nicht nur Vereine präsentieren. Die katholische Gemeinde ist mit Frauengemeinschaft, Jugendvereinigung und Kirchenchor auf drei Schildern vertreten. Ganz oben prangt das Wappen von Berghausen mit dem Rebmesser, eine Etage weiter unten das Römerberger Wappen. Auch die Partnerschaft zum französischen Mainvilliers ist verewigt. Das Schild vom Partnerschaftsverein wurde einige Jahre nach Errichtung des Wappenbaums angebracht. Alle Vereine von damals bestehen noch heute, lobt Helmut Kühner. Und noch mehr: „Der Wappenbaum ist das Produkt der guten Zusammenarbeit zwischen den Vereinen“, bringt er es auf den Punkt. „Sie hat bis heute angehalten – darauf sind wir stolz.“ Die Pälzer Scholleklobber sind der jüngste Verein in Berghausen. Die Guggemusiker sind beim anstehenden Ortsjubiläum und Brunnenfest zum ersten Mal mit im Boot. Kommen sie auch auf den Wappenbaum? Dort sind auf den ersten Blick alle Plätze belegt. Falls die Scholleklobber an den Baum wollen, „finden wir schon eine Stelle“, betont Kühner. Er kann sich keinen besseren Ort für den Wappenbaum vorstellen als hier neben Kirche, Zehnthaus, dem alten Bürgermeisteramt und dem Weiberbratenbrunnen. „Für mich ist es der schönste Platz in Berghausen.“