Landau 505 persönliche Grüße

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Beim geselligen Nachmittag im Hotel Kurpfalz geht es um mehr als nur Kaffee und Kuchen. Im Verein „Senioren-Treff & Freunde“ erfahren die Mitglieder Aktuelles über Ereignisse in der Stadt, planen Ausflüge und tauschen sich aus. Edwin Deppert organisiert das alles, gemeinsam mit sechs weiteren Ehrenamtlichen. Sein Traum: ein eigenes Haus nur für Senioren.

505 Karten hat Edwin Deppert im letzten Jahr verschickt. Fast jeden Tag saß er am Schreibtisch, hat sich einen individuellen Text für den Adressaten überlegt. „Bei jeder Karte muss ich mir die Person vorstellen“, erzählt der 73-Jährige an diesem Mittwochnachmittag im Hotel Kurpfalz. Die Senioren sind gekommen, um beim geselligen Nachmittag nicht nur Kaffee und Kuchen zu genießen, sondern um ins Gespräch zu kommen, neue Informationen zu ergattern. Deppert ist Leiter des Vereins „Senioren-Treff & Freunde“. Wer Mitglied ist, bekommt die Geburtstagspost ganz umsonst – einen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht. Darauf angesprochen beschwert sich Deppert in energischem Ton über die viel zu geringe Rentenerhöhung: „Das ist ja lächerlich!“ Durch die Teuerungsrate werde das alles wieder aufgebraucht. Deshalb könne er nicht auch noch für den Senioren-Treff Geld verlangen. 56 Menschen sind an diesem Nachmittag gekommen. Bei besserem Wetter seien es schon mal 70 bis 80, betont Deppert. Neben den regelmäßigen Nachmittag-Treffs unternehmen die Senioren gemeinsame Ausflüge. Mal eine Halbtagesfahrt nach Edenkoben, eine Tagesreise ins Europaparlament nach Straßburg oder gar eine ganze Woche Urlaub in Südtirol. Auch wenn diese Fahrten nicht kostenlos sind, versucht Deppert, die Preise so gering wie möglich zu halten. Die Halbtagesfahrten kosten nicht mehr als zehn Euro. „Ich bin seit Anfang dabei“, erzählt Gudrun Müller. Die Landauerin schätzt vor allem die „schöne Gesellschaft“ und sagt: „So lange wir können, machen wir alles mit.“ Wer bei den Ausflügen nicht mehr ganz so einfach alles mitmachen kann, dem helfen Deppert und seine sechs anderen Ehrenamtlichen, mit denen gemeinsam er den Senioren-Treff organisiert. „Wer nicht gehfähig ist, den betreuen wir bei der Fahrt“, sagt der rührige Senior. „Die Spenderei ist zurückgegangen“, fügt er dann noch an – alleine so finanziert sich der Verein. Von Spendengeldern habe er auch schon einen Computer gekauft und die Lautsprecheranlage, durch die an diesem Nachmittag Depperts Ansagen schallen. Heute berichtet er von der letzten Tagesfahrt nach Miltenberg, vom Jahrestag des Mauerbaus und davon, dass ab dem 23. September ein neuer Zehn-Euro-Schein in Umlauf kommt. Lebenspraktisches für die Senioren. Auch der Oberbürgermeister schaue hin und wieder vorbei, erzähle von der Landesgartenschau oder allerlei anderem Lokalen. Im kommenden Jahr möchte der Senioren-Treff noch aktiver werden. „Dann machen wir alle 14 Tage entweder eine Halbtagesfahrt oder einen geselligen Nachmittag“, so Deppert. Seiner Meinung nach ist in der Stadt Landau vieles zu teuer für alte Menschen, ergänzt dann aber gleich: „Der alte Mensch möchte nichts geschenkt. Der hat seinen Stolz.“ Meint: Umsonst muss es nicht sein, aber erschwinglich. So frage er immer wieder bei Einrichtungen an, bittet um Nachlässe, Gruppenrabatte. Den Senioren-Treff gibt es seit 2006. „Was uns fehlt, ist ein eigenes Haus. Ein Haus der Senioren“, spricht Deppert über Zukunftsträume. Er wünscht sich für die Menschen Räume zum Treffen und gemeinsamen Basteln, vielleicht noch eine Kegelbahn dazu. Bis dieser Traum in Erfüllung geht, trifft sich die Gruppe weiterhin im Landauer Hotel Kurpfalz, zum geselligen Nachmittag, regelmäßig mittwochs bei Kaffee und Kuchen. (rxs)

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