Edenkoben
50 Jahre Weinlehrpfad: Ein Freilichtmuseum der besonderen Art
Vor 50 Jahren wurde der Weinlehrpfad in Edenkoben eröffnet. Hauptinitiator war Ludwig Urschbach, damaliger Vorsitzender des Heimatbundes. Er wollte damit den Fremdenverkehr in der Stadt ankurbeln und zeigen, wie zu Zeiten der Großeltern und Ur-Großeltern in Weinbergen und -kellern gearbeitet wurde. Das sollte mit Geräten, Weinfässern und einem kleinen Weinberg, den man in der klassischen Kammertbauweise anlegte, präsentiert werden.
Seine Idee setzte Urschbach an der Villastraße in die Tat um. Die Kosten der Ersteinrichtung des Weinlehrpfades von 100.000 D-Mark, wurden durch Spenden und die Stadt finanziert. Der Pfad beginnt am Fritz-Claus-Weg und endet am Rosengärtchen. Er hat eine Länge von 1100 Metern. Zu den bedeutenden Stellen gehört die „Liebeslaube der Fünfziger“, die aber schon weit vor 1976 entstand und ursprünglich den Namen „Keilbachlaube“ trug. Das erste Schaustück, das unter dem Dach Weinlehrpfad aufgebaut wurde, war ein 5000 Liter fassendes Holzfass aus dem Weingut Schneider, das dort ab- und an der Villastraße wieder aufgebaut wurde.
42 Objekte zu besichtigen
2020 wurde festgestellt, dass die am Pfad entlang aufgestellten Stücke sehr in Mitleidenschaft gezogen waren und einer Auffrischung bedurften. Diesem Vorhaben nahm sich das Team Weinlehrpfad an. Es machte eine Bestandsaufnahme und sichtete die vorhandenen Stücke.
„Es stand doch so einiges an Relikten in der Edenkobener Flur herum, das es zu restaurieren, reparieren und zu renovieren gab,“ berichtet Jürgen Alter, der die Federführung über das Team hat. 42 Objekte können im Freilichtmuseum Weinlehrpfad besichtigt werden: Liebeslaube, Weinkeltern, alte Transportgeräte, Geräte zur Arbeit im Weinberg und im Keller, zudem steinerne Denkmäler, die an Zeiten erinnern, als die bayerischen Könige die Pfalz regierten, aber auch Holz- und Liegebänke.
Halbstückfässer waren nicht mehr zu retten
Alter und Ludwig Vondersand waren es, die sich für den Erhalt des Weinlehrpfads einsetzten, Paten für die Restauration suchten und sie in Privatpersonen, Vereinen, Parteien, Stammtischen und Winzerbetrieben fanden. Zuvor waren es eher Einzelpersonen gewesen, die die Idee des Urschbachs am Leben erhielten. Heute kümmert sich das Team Weinlehrpfad um die Exponate und deren Erhalt. Zudem wird nach Stücken gesucht, um den Pfad zu ergänzen.
Rechtzeitig zum Jubiläum stellte das achtköpfige Team einige Exponate fertig. So stehen am Anfang der Villastraße nun ein Rodungspflug sowie weitere Pflug- und Hackgeräte. Dort standen zuvor vier Halbstückfässer, die nicht mehr zu retten waren und entfernt wurden. Am Fritz-Claus Weg können Besucher ein große Holzfass sehen, das 5200 Liter fasst. Ins Auge fällt auch die Fotobox, die aus einer Stahlbütte besteht, wie sie früher bei der Weinlese zum Einsatz kam. Sie zeigt eine Luftaufnahme der Stadt Edenkoben, vor der Passanten ein Erinnerungsfoto schießen können.
Ein Buch zum Jubiläum
Auch vier verschieden große Weinfässer wurden restauriert. Auf das größte Fass wurden die Namen der vier Weinprinzessinnen gemalt, die seit 2019 den Wein und die Winter der Stadt repräsentiert haben. Das kleinste Fass ziert den Namen der ersten Traubensaftprinzessin. Die „Liebeslaube der Fünfziger“ wurde restauriert und mit Fasstürchen und -riegel ergänzt. Ein Herbstwagen mit zwei Bütten wurde ebenso auf Vordermann gebracht wie ein 2000-Liter-Fass an der Luitpoldsruhe sowie ein historischer Leiterwagen, auf dem ein Pflug und eine Egge aufgeladen sind. Außerdem wurde an der Wintergasse ein Ruhe- und Liegeplatz gestaltet.
Zum Jubiläum hat Rolf Baumann ein Buch geschrieben, das den Weinlehrpfad von seinen Anfängen bis heute beleuchtet. Darin gibt es auch Anekdoten, unter anderem über König Ludwig I. sowie den Bau der Villa und der Villastraße.
Termin
Die Jubiläumsveranstaltung findet Samstag und Sonntag, 2. und 3. Mai, 11 bis 17 Uhr, statt. Eröffnung ist am Samstag um 12 Uhr an der großen Kelteranlage in der Villastraße.