Lokalsport Südpfalz Wroblewskis Wurf und Behrendts Block
«BAD BERGZABERN.» Befreiungsschlag in buchstäblich letzter Sekunde: Der TV Bad Bergzabern gewann am Samstagabend in einem nervenaufreibenden Finale 69:68 (36:36) gegen den TV Langen II – das erste Erfolgserlebnis in der 2. Basketball-Regionalliga Südwest/Nord.
Nur zu Beginn des dritten Durchgangs (45:40) und in den letzten beiden Minuten lagen die Kurstadt-Korbjäger vorne. Das reichte zum Jubeln. Die andere Zeit war das intensive und schnelle Match ausgeglichen, meist mit leichtem Langener Vorteil. Der unbändige Wille, den ersten Saisonsieg zu feiern, und der Ehrgeiz, Langen nicht wegziehen zu lassen und immer wieder zurückzukommen, wurden am Ende belohnt. Die TVB-Leistung ist hoch einzustufen, weil mit Martin Langenfeld und Philipp Emmrich zwei Leistungsträger fehlten. Die starken Hessen dagegen fühlten sich wie der große Verlierer. Die dramatische Schlussphase: Ein Dreier von Langen und es steht 56:61 (35.). Doch Bergzaberns Basketballer wollen nicht schon wieder verlieren. Jan Wroblewski, erfolgreichster Werfer, übernimmt in den Schlussminuten mit Spielmacher Moritz Hoppe und Center Philipp Behrendt Verantwortung. Die drei Routiniers nehmen offensiv das Heft in die Hand. Wroblewski verkürzt zum 58:61 (36.). Mit kompromisslosem Zweikampfverhalten ringt das starke TVB-Team auf jeder Position um den Ball, kämpft um jeden Zentimeter. Hoppe und Behrendt treffen nacheinander zum 63:63-Ausgleich (38.). Die Gäste kontern: 63:64. Wroblewski weiß, dass der nächste Wurf wichtig ist. Er nimmt ihn aus knapp sieben Metern, die 66:64-Führung (39.). Das Drama nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Auf des Messers Schneide wechselt in den letzten 60 Sekunden die Führung: 66:66, 67:66, 67:68. Noch neun Sekunden. Wieder ist es Wroblewski, der Teufelskerl, der Nerven wie Drahtseil hat. Mit einer schnellen Bewegung gegen Behinderung aus dem Halbfeld steigt er hoch und versenkt die Kugel in Langens Reuse: 69:68! Die Hessen haben noch einen letzten Angriff, noch eine Chance, den Sieg an sich zu reißen. Sie spielen die Zeit runter, suchen kurz vor der Schlusssirene den letzten Wurf. Sie haben aber nicht die Rechnung ohne den 2,08-Meter-Riesen Philipp Behrendt gemacht. Mit einem Wahnsinnsblock stoppt er den Flug des Balles Richtung TVB-Korbt. Sirene. Schluss. Ein Schrei. Behrendt reiß sich das Trikot vom Leib und postiert sich vor den lautstark feiernden TVB-Fans. Bergzaberns Spieler eilen hinzu, bilden eine Traube, springen, tanzen, feiern. So schön kann Basketball sein, wenn man nach solch nervenaufreibenden Minuten, die zur Ewigkeit werden, als Sieger vom Feld geht. „Ob du einen Inch oder eine Meile Vorsprung hast, ist völlig egal. Gewonnen ist gewonnen“, sagte der überglückliche Held. „Das war der wichtigste Block meiner Karriere“, freute sich Behrendt. „Wir sind trotz aller Rückschläge cool geblieben, haben immer an uns geglaubt. Wir standen als Team zusammen, haben alles in die Waagschale geworfen und am Ende vielleicht auch deshalb das Glück erzwungen. Wir alle wollten diesen verdammten Sieg. Und wir haben ihn verdient.“ So spielten sie TV Bad Bergzabern: Wroblewski (18 Punkte), Behrendt (13), Laxa (9), Hoppe (8), Jäger (6), Pfaffmann (5), Adam (4), Abele (3), Schwalbach (3). |uwe