Interview
Wieso Jeremy Black nun Spielertrainer des TV Bad Bergzabern ist
Herr Langenfeld, am 16. September startet der TV Bad Bergzabern mit dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (18 Uhr, Verbandsgemeindehalle) in die neue Runde. Jeremy Black war zuletzt mit Ihnen gemeinsam erfolgreichster TVB-Werfer, jeder kam auf 305 Treffer. Nun ist der langjährige Leistungsträger neuer Spielertrainer?
Florian Hatt hat den Aufwand nicht mehr komplett geschafft. Seine Familie ist größer geworden. Das große Engagement als Regionalliga-Trainer passt einfach nicht in seine aktuelle Lebensphase. Das war bei dem einen oder anderen ähnlich, der zum erweiterten Kreis der möglichen Nachfolger zählte. Wir haben uns mit Jeremy schließlich für eine eigene, vielleicht ungewöhnliche Lösung entschieden. Es ist aber eine richtig gute Lösung. JB, wie wir Jeremy nennen, kennt seit Jahren unser Team, jeden Spieler. Fast alle sind dabeigeblieben. Jeremy ist auf dem Feld ein wirklich großer Spieler, ein Vorbild für uns.
Gibt’s da keine Konflikte, selbst eine Schlüsselfigur auf dem Feld zu sein und gleichzeitig als Trainer das Team zu führen?
Natürlich müssen wir das alles erst mal selbst erleben. Meine Eindrücke bisher im Training und in den Spielen sind sehr gute. Sie sagen mir: Das wird klappen! Jeremy hat auch große Lust auf diese neue Aufgabe. Letztendlich verteilen wir die Verantwortung im Team auch auf mehreren Schultern. Bereits letzte Saison leitete ich Übungseinheiten, wenn Florian Hatt mal nicht konnte. Das werde ich auch diese Runde tun, wenn es mal bei Jeremy nicht passt. Auch Jan Wroblewski wird eine Schlüsselrolle einnehmen, kann einspringen, wenn’s mal klemmt. Außerdem kümmert sich Jan um alle organisatorischen Aufgaben und wird so Jeremy entlasten. Und es gibt weitere Back-ups für unser Team.
Was heißt das konkret?
Florian Hatt ist ja nicht wirklich weg. Er ist weiter einer von uns und wird uns gelegentlich auf der Trainerbank unterstützen – genauso wie die anderen TVB-Coaches Aaron Schmitz und Philipp Rudolf in unserer großen TVB-Familie, wenn wir sie brauchen.
Gab es mit dem neuen Trainer auch neue Ideen in der Vorbereitungszeit?
Ja, absolut. Wir sind gut vorbereitet, werden immer fitter. Alles begann mit mehreren Übungseinheiten im Outdoorbereich. Athletik- und Ausdauertraining an einem coolen Ort – auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in Landau. Ganz neu ist die noch engere Kooperation mit der 360-Grad-Praxis in Bad Bergzabern. Wir treffen uns zusätzlich jeden Mittwochabend bei Ben Sailis und seinem Team von Sport- und Physiotherapeuten im Trainings- und Gesundheitszentrum. Nach einem intensivem Ganzkörperscreening stehen aktuell Woche für Woche die wichtigen Basics und die individuelle Verbesserung im Fokus: bei der Beweglichkeit, der Mobilität, beim Gleichgewicht, bei der Rumpfkraft, der Stabilisierung und vielem mehr. Ganz neue Benefits, die eine echte Bereicherung sind und Spaß machen.
Werden dann auch die Ziele ambitionierter?
Wir sind ehrgeizig, haben ein gutes Team beisammen. Gemeinsam wollen wir viel Spaß haben. Wir wollen dieses Mal möglichst schnell den Klassenverbleib sichern. Nicht so wie letzte Runde, als es mit einem Wahnsinnsschlussspurt erst im allerallerallerletzten Moment geklappt hat. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben und unser volles Leistungsvermögen abrufen, sehe ich uns unter den Top-drei-Teams der Liga.
Gibt’s Abgänge und Zugänge?
Leonard Laxa wird uns wegen einer Verletzung mit anschließender Operation wohl nächste Runde nicht zur Verfügung stehen. Ehrgeizigen Nachwuchs gibt’s dafür endlich wieder, gleich mehrmals aus dem eigenen Verein und ein Talent vom BBV Landau, das doppelt für Landau und Bergzabern spielen wird.
Wie läuft’s bei Ihnen persönlich?
Ich fühle mich körperlich gut, habeaktuell keine Verletzungen. Etwas Trainingsrückstand habe ich noch, da ich bis Mitte August in den Sommerferien mit der Familie in Urlaub war. Da konnte ich nicht in jedem Training dabei sein. Ich hab jedenfalls richtig Bock auf die neue Regionalliga-Runde.
Interview: Uwe Eid