Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn 21 Tore für den Sieg reichen: TVO schlägt Tiger

 Stefan Job (links) und Florian Bauchhenß gegen den Offenbacher Andreas Benz. Rechts Jens Seithel.
Stefan Job (links) und Florian Bauchhenß gegen den Offenbacher Andreas Benz. Rechts Jens Seithel.

Im Regionalliga-Südpfalzderby fallen wenig Tore. Der Offenbacher Philipp Mohra erzielt sein erstes von vier Toren in der zweiten Hälfte, in der nach 45 Minuten (13:12) die Entscheidung reift. Die Südpfalz-Tiger verlieren.

Der TV Offenbach gewinnt in der Handball-Regionalliga RPS das Nachbarschaftsderby gegen die Südpfalz-Tiger mit 21:17 (7:6). Es war nichts für die Handballästheten unter den 500 Zuschauern.

4:3 nach 20 Minuten, 7:6 zur Halbzeit. „In meiner langen Laufbahn habe ich das auch noch nicht erlebt“, sagte Offenbachs Trainer Tobias Job zum Spielverlauf, der, abgesehen von der Anzahl der Tore, so zu erwarten war. Ein typisches Derby. Obwohl allen Kartenbesitzern der Zugang zur Halle sicher war, waren schon 45 Minuten vor dem Anpfiff die freien Plätze rar gesät. Auf dem Spielfeld setzten beide Mannschaften auf eine defensive Abwehr, womit die Angriffsreihen kaum zurechtkamen.

Werling bringt siebten Angreifer

Erst nach vier Minuten fiel das erste Tor. Offenbachs Torhüter Florian Pfaffmann und sein Gegenüber Max Geiger, der die ersten zwei Strafwürfe unschädlich machte, kamen bis zur Pause auf jeweils zehn Paraden. „Wir machen in der Abwehr alles richtig, verballern vorne aber viel zu viele Bälle“, machte Offenbachs Philipp Mohra das größte Defizit aus.

Es dauerte 15 Minuten, bis Florian Bauchhenß zum 4:2 das zweite Tor für die Tiger erzielte. Sein Trainer Jochen Werling brachte den siebten Feldspieler, was sich auszahlte: Stefan Job und zweimal Joshua Albert stellten auf 4:5. Der Ausgleich durch Nico Bader war der erste Offenbacher Torerfolg nach zwölf Minuten. Arne Schäfer brachte die Tiger nochmals in Führung, Offenbach drehte das Spiel und Andreas Benz besorgte den Halbzeitstand.

Lediglich drei Tore von außen

„Wir waren da richtig gut drin im Spiel und können auf drei, vier Tore wegziehen“, analysierte Werling. „In der ersten Halbzeit haben wir mehr liegen lassen, weil wir uns zwar in Position bringen, aber die Ausführung einfach schlecht ist“, sagte sein Gegenüber.

Nach der Pause: Tore weiterhin Mangelware. Obwohl die Torhüter vorerst nichts mehr zu fassen bekamen. Das Spiel über die Außen fand nicht statt, lediglich drei Tore gab es von diesen Positionen im ganzen Spiel. Im Positionsangriff gaben sich beide Mannschaften weiterhin wenig kreativ, nicht nur bei Unterzahl gingen viele Angriffe ins Zeitspiel.

Siebenmeter zum 11:11 vergeben

Den Gastgebern stockte der Atem, als Abwehrchef Philipp Mohra schon nach 38 Minuten die zweite Zeitstrafe erhielt. Er spielte trotzdem weiter: „Der Trainer hat gesagt, lass’ lieber mal die Finger weg, wenn es kritisch werden könnte. Aber ohne Grundaggressivität geht es natürlich auch nicht“, so Mohra.

Nachdem Tiger Florian Bauchhenß den nächsten Siebenmeter verwarf und damit die Chance zum 11:11 vergab, stellte Patrick Sefrin letztmals den Anschluss der Gäste zum 13:12 her (46.). Jochen Werling sah ein Manko: „Immer, wenn wir dran waren, das Ding zu drehen, haben wir die Bälle weggeworfen.“ Ab der 48. Minute sollte sich das rächen: Mario Fuchs und Philipp Mohra zweimal innerhalb von 40 Sekunden stellten auf 16:12, was bei diesem Spielverlauf nach 52 Minuten einer Vorentscheidung glich.

Mohra: „Irgendwann mussten sie rein“

Dass der erfahrenste Offenbacher Mohra, das 16:12 war sein viertes Tor in der zweiten Hälfte, in der Crunchtime das Heft in die Hand nahm, war typisch für das Spiel, in dem sich technische Fehler und unvorbereitete Abschlüsse aneinanderreihten. „Ich habe vorher so viel verschossen, irgendwann mussten sie ja rein. Und klar, wenn sie mir die Chance geben, muss ich. Anders geht’s ja nicht“, so der 35-Jährige. Die Tiger kamen nicht mehr heran. Stefan Job verkürzte mit seinem vierten Treffer auf 17:21.

„In der zweiten Halbzeit haben wir die wichtigen Tore gemacht. Wie der Sieg zustande kam, interessiert nach so einem Spiel nicht“, erklärte ein erleichterter Tobias Job. Jochen Werling war sichtlich enttäuscht: „Wir haben leichte Tore bekommen und keine eigenen gemacht. In gewissen Situationen hat mir die letzte Überzeugung bei freien Bällen gefehlt.“

x