Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Coronavirus: Kein Handball und kein Basketball in der Region

Die neuen Corona-Regeln.
Die neuen Corona-Regeln.

Die nächsten größeren Verbände, die für ihren Sport Hallen brauchen und den Spielbetrieb wegen des Coronavirus aussetzen, sind der Handball-Verband und der Basketball-Verband.

Vom Pfälzer Handball-Verband geht Präsident Ulf Meyhöfer darauf ein, wie sich die Lage zugespitzt hat. Die Stadt Ludwigshafen hat unter anderem Schulsporthallen für den Vereinssport geschlossen. Am Montag habe die Stadt Wörth in einem Bürgerbrief informiert, dass alle Sportveranstaltungen in der Halle (Rundenbetrieb) ohne Publikum stattfinden müssten. Die Kreisverwaltung Germersheim rate dringend von Veranstaltungen im Landkreis ab.

Seit Mittwoch überlege der Handball-Verband ernsthaft eine Unterbrechung der Spielrunde, erklärte Meyhöfer. Weil die Gesundheit aller vorgehe. Der DHB empfehle (Stand: 10. März) „... weiterhin nur auf Anordnung der Behörden den Spielbetrieb auszusetzen“. In Einzelfällen, zum Beispiel krankheitsbedingten Ausfällen von Spielern, könnten die spielleitenden Stellen auch anderweitig entscheiden. „Auf alle Fälle setzen spielleitende Stellen Spiele ab und nicht die Vereine selbst.“

Was die Spielordnung regelt

„Wir haben im Präsidium auch schon die Folgen einer möglichen Unterbrechung des Spielbetriebes diskutiert“, teilt Meyhöfer mit. Das Spieljahr 2019/2020 ende am 30. Juni, bis dahin müssten alle Meister, Auf- und Absteiger feststehen. „Sollte die Situation keine sinnvolle Wiederaufnahme des Spielbetriebes zulassen, so trifft nach Paragraf 52 der Spielordnung die Spielleitende Stelle die Entscheidung über Meister, Auf- und Absteiger.“ Bei einem Abbruch der Saison seien Härten nicht zu vermeiden. Am heutigen Freitag träfen sich Vertreter der Landesverbände zur weiteren Abstimmung.

In einigen pfälzischen Ligen sind Entscheidungen schon gefallen. Bei den Männern ist die HSG Mutterstadt/Ruchheim Pfalzliga-Meister, ist der TSV Kandel ein Aufsteiger. In der Frauen-Verbandsliga stehen die HSG Landau/Land und die FSG Hauenstein/Rodalben als Aufsteiger fest.

Auch Bayern setzt Handballrunde aus

In Bayern waren bis gestern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern vorerst bis 19. April untersagt. Der Bayerische Handball-Verband legte gestern nach: „Der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich auf Bezirks- und BHV-Ebene wird für die Saison 2019/2020 eingestellt. Der Erwachsenenspielbetrieb (Bezirks-/Landesebene) ruht bis auf Weiteres. Spätestens zum 19. April wird über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der aktiven Mannschaften entschieden.“

Problem für die Vereine in der Region: In der Regel nutzen sie Schulsporthallen. Die Belegung ist saisonal durchgetaktet, freie Zeiten gibt es – ausgenommen in den Ferien, in denen Schulhallen gern gesperrt werden für Sanierungs-/Reinigungsmaßnahmen – wenige.

Den Basketballvereinen geht es nicht anders. Gestern wurden alle Regionalliga-Spiele abgesetzt. Andreas Offenhäußer, Sportwart im BVP, zog mit der Absage aller Spiele in der Pfalz nach.

Im Fußball von Fall zu Fall

Fußballer spielen seit Anfang des Monats wieder im Freien. Der SWFV rät seinen Vereinen zunächst bis zum 31. März folgendes Verfahren: „Wer auf Grundlage einer staatlichen/kommunalen Verordnung, der Anordnung einer Quarantäne oder einer mit dem Corona-Virus infizierten Person im direkten Umfeld des Vereins nicht in der Lage ist, derzeit ein Spiel auszutragen, hat dies dem zuständigen Staffelleiter mitzuteilen. Das Spiel wird dann durch den Staffelleiter ausgesetzt ...“ Die betroffenen Vereine würden in diesen Fällen nicht mit einer Geldstrafe belegt. Angewiesen wurde, auf das Abklatschen mit den Händen vor dem Spiel zu verzichten.

Der Volleyballverband hat gestern beschlossen, den Spielbetrieb in den Dritten Ligen sowie Regionalligen zu beenden. Gerald Kessing, Bundesspielwart des DVV, wird so zitiert: „Mich haben in den letzten Tagen immer mehr Nachrichten aus den verschiedenen Landesverbänden erreicht, dass von kommunalen Einrichtungen Sporthallen für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt werden, was eine geregelte Durchführung nicht möglich macht.“ Den Landesverbänden wurde eine Beendigung des Spielbetriebs „empfohlen“.

x