Lokalsport Südpfalz Wahnsinns-Stimmung

Chris Adam, Bergzaberns neuer Kapitän, scheint den Ball beschwören zu wollen. Links Sasa Milosevic.
Chris Adam, Bergzaberns neuer Kapitän, scheint den Ball beschwören zu wollen. Links Sasa Milosevic.

«BAD BERGZABERN.» Wie wichtig der 98:88-Sieg des TV Bad Bergzabern gegen den Tabellenvierten Gladiators Trier II im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Regionalliga Südwest/Nord war (wir informierten gestern), wird mit Blick auf alle Ergebnisse klar: Die TVB-Rivalen BBC Horchheim (73:62 gegen TV Idstein) und TuS Makkabi Frankfurt (65:57 beim Dritten Eintracht Frankfurt) punkteten ebenfalls.

Am Tabellenende wird es enger. Den Siebten VfL Bensheim (zwölf Punkte) und den Zehnten TV Bad Bergzabern (10) trennen zwei Zähler. Fünf Mannschaften wehren sich gegen die beiden voraussichtlichen Abstiegsplätze zehn und elf. „Es bringt überhaupt nichts, uns mit anderen Mannschaften zu beschäftigen. Wir müssen einzig auf uns schauen. Wir haben es selbst in der Hand, mit eigenen Leistungen und Erfolgen, den Klassenerhalt schaffen“, sagte TVB-Trainer Florian Hatt am Sonntagabend. Der Sieg war wichtig. Das Publikum hatte daran einen großen Anteil: „Was auf der Tribüne abging, war einfach unglaublich. Gerade Zuhause müssen wir die Big Points holen“, so Hatt. Chris Adam, nach dem Ausscheiden von Philipp Pfaffmann der neue TVB-Kapitän, stellte fest: „Wahnsinn. Welch eine Stimmung. Von so einer fantastischen Unterstützung wirst du das ganze Spiel über getragen. In Bergzabern ist bei Heimspielen schon immer viel los. Aber diese permanente Anfeuerung gegen die starke Trierer Mannschaft – großartig!“ Das glänzend eingestellte TVB-Team schien in der zweiten Hälfte getragen zu werden von der Hexenkessel-Atmosphäre. Bereitete vor allem Rupert Hennen, Leihgabe aus dem Trierer Zweitliga-Team, in der ersten Hälfte Bergzabern mit seiner Schlitzohrigkeit und seinem perfekten Ball-Handling noch Probleme, so knickte der Tabellenvierte gegen Bergzaberns Power erstmals nach Seitenwechsel ein. Zuvor waren es geniale Streiche auf beiden Seiten, die das Publikum fesselten. Wie etwa Rouven Roesslers No-Look-Rückhandpass unterm Korb auf den freistehenden Philipp Behrendt, der zum 47:40 (19.) einlochte. Oder Behrendts dreimaliger Offensivreboundgewinn und jeweils dreimaliger Fehlversuch innerhalb von nur drei Sekunden, ehe in der gleichen Szene der vierte abprallende Ball erneut in den Händen des 2,08-Meter-Riesen landete und er endlich in den Gladiators-Korb traf. Nach der Halbzeit zauberten im Wechsel der treffsichere Rouven Roessler und Martin Langenfeld, der ideenreiche, wieselflinke TVB-Antreiber. Langenfelds „Kerze“ gegen einen zwei Köpfe größeren Gegenspieler, nachdem er drei Trierer wie Slalomstangen umkurvt hatte, zum 63:49 riss die über 300 Fans von den Sitzen. Das furiose Finale des dritten Durchgangs: Trier brachte das Kunststück fertig, in den letzten 80 Sekunden drei Dreier zu versenken. Dass die Gäste aber nicht näher als auf 74:64 (30.) herankamen, war Roessler zu verdanken. Der Ex-Profi nahm das muntere Scheibenschießen an und traf stets im Gegenzug ebenfalls von der 6,75-Meter-Linie. Roessler, Langenfeld und Jan Wroblewski sorgten mit ihren Treffern zu Beginn des vierten Viertels für eine 80:67-Führung und eine kurze Verschnaufpause, ehe Roessler und Langenfeld erneut an der Drei-Punkte-Linie fünf Minuten vor Schluss die Partie entschieden. Insgesamt verwandelte Bergzabern zehn Dreier, Trier acht. Wermutstropfen des rassigen Basketballabends und der TVB-Galavorstellung war die Knieverletzung von Topscorer Roessler, der zwei Minuten vor Schluss unfreiwillig das Feld verlassen musste. Tolle Geste: Nachdem das TVB-Team sich beim Publikum für die Unterstützung bedankt hatte, rannte es geschlossen zur Seitenlinie, wo Roessler von Triers Physiotherapeut behandelt wurde. Der Schlachtruf mit Roessler im Kreis übertönte ein einziges Mal die lautstarken Fans, die immer noch applaudierten. So spielten sie TV Bad Bergzabern: Roessler (33 Punkte), Langenfeld (25), Behrendt (16), Wroblewski (16), Bergmann (4), Schwalbach (2), Adam (2), Abele, Emmrich, Laxa

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