Basketball
Vorteil TV Bad Bergzabern: Lokalrivale mehr unter Druck
Die SG TV Dürkheim/BI Speyer II und ihr Gegner TV Bad Bergzabern (Samstag, 16 Uhr, TVD-Turnhalle Bad Dürkheim) wollen auf recht hohem Niveau auch nächste Runde in der 2. Regionalliga Nord auf Korbjagd gehen. Im Saisonfinale haben die Rivalen unterschiedliche Voraussetzungen. Während es für den TVB, Sechster mit 16 Punkten, wohl nur noch eine Formsache ist, geht es für die SG (Neunter mit zwölf Punkten) um viel. Was meinen die Kapitäne Sebastian Fischer (SG) und Martin Langenfeld (TVB)?
Die Ausgangslage
Drei Spieltage vor Schluss ist der TV Bad Bergzabern mit acht Siegen aus 19 Spielen gefühlt bereits am Ziel angelangt. Mit einem Sieg beim Weinstraßen-Rivalen wäre der Klassenverbleib „amtlich“.
„Sicher ist noch gar nichts. Gefühlt kann in dieser verrückten Liga fast jeder gegen jeden gewinnen. Die halbe Liga steckt im Abstiegskampf“, sagt Langenfeld. „Ich weiß nicht, ob wir noch etwas mit dem Abstieg zu tun haben werden. Aktuell sieht es gut aus, das stimmt. Wir haben noch drei Spiele und versuchen, jedes zu gewinnen.“ Dramatischer ist die Ausgangslage für die Spielgemeinschaft, die noch mitten in der „Verlosung“ steckt. Vom Siebten Eintracht Frankfurt (sieben Siege) über Dürkheim (sechs Siege) bis zu Schlusslicht TG Hanau (fünf Erfolge) ist das Gedränge groß.
„Die Chancen für den Klassenerhalt sind auf jeden Fall da. Wir spielen gegen Bad Bergzabern, Kronberg und Neu-Isenburg – das ist alles machbar“, meint Sebastian Fischer. „Es müssen aber alle fit sein. Wichtig wäre, dass es bei dem spannenden Saisonfinale nicht mehr so viele Doppelbelastungen gibt. Für die Jungs, die parallel in unserer erste Mannschaft in der Zweiten Liga spielen, und für Fernando Jacob Barron, der als Trainer in Mainz beim Damen-Bundesliga-Team gefordert ist.“ Wie viele Siege die SG-Cracks noch brauchen? „Da schaue ich aktuell nicht darauf. Wenn wir zwei der drei Spiele gewinnen, müssten wir es aber schaffen. Wir spielen jetzt gegen den TV Bad Bergzabern und wir wollen die erste Gelegenheit für den Sieg nutzen. Nur das ist jetzt wichtig.“
Formtief?
Die Rivalen haben ihre jüngsten Spiele verloren – der TVB zwei am Stück, darunter das gegen Schlusslicht TV Babenhausen. Die Spielgemeinschaft hatte dreimal das Nachsehen. „Eine Krise ist das nicht. Das geht bei uns die ganze Runde schon so mit dem Auf und Ab. Mal ein gutes Spiel, dann wieder ein schlechtes. Wir bekommen einfach keinen richtigen Rhythmus“, erklärt Martin Langenfeld. „Obwohl wir wieder besser besetzt sind, fehlt einfach der Flow. Dass es mal über eine längere Zeit richtig gut läuft, das gab es diese Saison noch nicht.“ Besser geworden sei die Defensive: „Da sind wir jetzt flexibler. Am Anfang haben wir nur Zone gespielt. Das war eindimensional. Die Gegner konnten sich leicht darauf einstellen und mit Dreiern unsere Zone aushebeln. Das klappt nun besser, weil wir immer wieder eine direkte Mann-Mann-Verteidigung einstreuen und damit unberechenbarer sind.“
Fischer sieht die jüngste Niederlagenserie nicht als Formtief. „Unser neuer Trainer Carlos Hidalgo Gujio macht das super. Wie zuvor Kevin Beiko. Beide sind, jeweils auf ihre Art, gute Trainer. Ein Handicap ist, dass Marko Dordevic und Dennis Diala nicht mehr so oft in der Regionalliga spielen. Sie werden mehr in unserer ersten Mannschaft eingesetzt, weil es in der Zweiten Liga um die Play-offs und eine gute Ausgangsposition dafür geht“, sagt das SG-Vorbild. „Da ist es nicht leicht, wenn nur ganz wenige mit Erfahrung dabei sind, in solch eine junge Truppe Ruhe reinzubringen.“
Die Herangehensweise
„Ich freue mich vor allem auf die TVB-Center Jeremy Black und Philipp Behrendt, das ist unterm Korb eine große Herausforderung. Mit viel Intensität in den Zweikämpfen. Mit richtiger Körperlichkeit in den Duellen“, berichtet Fischer. „Bergzabern hat eine extrem erfahrene Mannschaft. Aber damit auch ein Problem, Jugend nachrücken zu lassen – es ist quasi das Gegenteil von uns. Beim TVB fehlt vielleicht die Spritzigkeit, die wir haben. Das Hinspiel, das wir vielleicht deshalb gewinnen konnten, war spannend bis Schluss.“ Fischer freut sich auf das Duell mit Zwei-Meter-Mann Behrendt: „Wir sind gleicher Jahrgang und zählen mit 42 Jahren zu den Ältesten der Liga. Da ist cool.“
Langenfeld ordnet für sich das Pfälzer Duell so ein: „Das Derby ist ein Spiel wie jedes andere. Das Hinspiel hat die SG gewonnen, deshalb will ich das zweite Match gewinnen. Das wäre bei jedem anderen Gegner auch so. Auch wenn das Derby für die Fans einen besonderen Reiz hat, dürfen wir das nicht in den Mittelpunkt stellen. Wichtig ist, dass wir die letzten Partien verloren haben und jetzt unbedingt wieder ein Erfolgserlebnis brauchen. Da ist es mir egal, dass der Gegner jetzt zufällig aus Bad Dürkheim kommt.“