Lokalsport Südpfalz Von Dreierketten und Denkzetteln

ANNWEILER/JOCKGRIM. Die TSG Jockgrim und der VTG Queichhambach gehen nach dem 0:0 vom Dienstag wieder getrennte Wege. Während auf den VTG am Samstag um 16 Uhr das Südpfalz-Derby gegen Lustadt wartet, versucht Jockgrim eine weitere Minikrise am Sonntag ab 15 Uhr gegen Ligaprimus Phönix Schifferstadt zu verhindern.
Schifferstadt hat erst zwei Zähler abgegeben – gegen Lustadt, das danach arg strauchelte und gegen die potenziellen Absteiger RW Seebach und TSG Deidesheim verlor. Das ermutigt sicher auch den VTG, denn plötzlich scheint der Tabellendritte durchaus schlagbar. Der VTG befindet sich im Abstiegskampf, er hat 16 Zähler auf dem Konto. Manuel Albrecht (27) aber relativiert: „Wir haben zuletzt auch gegen die richtig starken Teams gespielt und deswegen nicht so gepunktet.“ Die Mannschaft habe den Trainerwechsel nach dem Abgang Dirk Münsters hin zu Marco Bauer gut verkraftet. Albrecht lebt in Lug, wo er mit dem Fußball begann. Danach war er in B- und A-Jugend beim SC Hauenstein aktiv. Nach seinem ersten Mal beim VTG kehrte er vor zwei Jahren vom ASV Lug/ Schwanheim wieder dahin zurück. „Ich bin derzeit hier voll zufrieden“, sagt der Außenbahnspieler, der sich als dynamisch beschreibt, mit Stärken im Eins-gegen-eins. Stimmung und Zusammenhalt seien gut, das habe auch zum Punktgewinn gegen Jockgrim verholfen. „Verdient“, sagt die Fachkraft für Lagerlogistik. Im Frühjahr will Albrecht den Trainerschein machen, dann ist er einem Engagement als Spielertrainer nicht abgeneigt. Bis dahin stehen für den eher ruhigen Vertreter seiner Zunft andere Aufgaben im Vordergrund. Zunächst das Spiel gegen Lustadt: „Beim Derby ist man immer besonders motiviert, und weil wir danach noch Schlachtfest haben, wollen wir den Fans vorher guten Fußball bieten“, sagt Albrecht, der gerne auch mal eine Runde joggt oder ins Fitnessstudio geht. Der VTG wird wieder mit Viererkette spielen, nachdem Münster zu Beginn seiner Amtszeit auf eine Dreierkette gesetzt und Erfolg damit gehabt hatte. Schon im Vorjahr sei aber das traditionelle System mehr zum Tragen gekommen, inzwischen habe es sich voll durchgesetzt. Vollauf zufrieden in Jockgrim ist Jürgen Gluchmann. Der Innenverteidiger, der auch auf der „Sechs“ spielen kann, gibt zu, dass man einige Punkte gegen schwächere Teams unnötig abgegeben habe; aber man habe gegen starke Teams auch überrascht. Der 1,88 Meter große Elektrotechnikstudent ist zweikampfstark. Gegen Büchelberg konnte er mit seiner Elf nicht überzeugen, sie geriet früh auf die Verliererstraße. „Ein Denkzettel! Wir haben zu viel Respekt gehabt, uns nicht auf unser Spiel konzentriert. So dürfen wir uns gegen Schifferstadt nicht mehr präsentieren“, sagt der 23-Jährige. Er hat festgestellt, dass die Topteams der Liga einen ganz anderen Fußball spielen als der Rest. Schnelligkeit und Beweglichkeit seien Punkte, an denen er arbeite, sagt der Kandeler, der ab der B-Jugend in Knielingen, dann in Herxheim spielte. Zwei Jahre lang sammelte er Erfahrung in der Landesliga mit dem VfR Kandel, nun ist er im vierten Jahr bei der TSG. „Klar wollten wir den zweiten Platz nach unserem tollen Start halten, aber die Gesamtleistung ist gut“, so der heimatverbundene Kicker, der nach dem Studium in der Region beruflich Fuß fassen will. In der Freizeit powert Gluchmann sich gerne auch mal beim Squash aus oder spielt Volleyball: „Sonst bin ich eher ruhig, gehe aber auch mal feiern.“ Am Sonntag am liebsten nach einem erfolgreichen Spiel. Ausserdem spielen SG Steinfeld/Schweighofen/Kapsweyer - FV Freinsheim (Sa, 15 Uhr), FG 08 Mutterstadt- TSV Fortuna Billigheim/Ingenheim (So, 15.15 Uhr). |mame/Foto: Iversen