Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Voltigieren: Ein Paukenschlag zum Saisonfinale

Perfekt: Chiara Congia und Justin van Gerven. Foto: Andreas Danner
Perfekt: Chiara Congia und Justin van Gerven.

Vier Medaillen gab es für die südpfälzischen Voltigierer bei den Deutschen Meisterschaften in Alsfeld. Chiara Congia gewann Gold im Doppel und Silber mit der Kölner Mannschaft, Hannah Steverding überraschte mit Bronze im Einzel. Dritte wurde sie zudem mit dem Team Fredenbeck.

Für Steverding sah es zunächst nicht nach einer Medaille aus. Die Pflicht am Freitag brachte sie auf Royal Flash nicht ohne Patzer zu Ende. Die 20-Jährige blieb gelassen: „Ich wollte mit Spaß in die Kür gehen, ich wusste ja, dass es klappt.“ Und wie es am Samstagmorgen klappte. „Dass es die zweitbeste Kür wird, hätte ich nicht gedacht“, bemerkte sie. Im Technikprogramm am Nachmittag legte sie nach. „Ich habe ihr noch im Zirkel gesagt, dass sie so ein gutes Technikprogramm noch nie gemacht hat“, erzählte Longenführerin Sophie Kuhn. Es gab die Note 8,195, nur Janika Derks war besser. Vor der finalen Kür war Steverding Dritte. „Wenn man auf Platz drei liegt, liebäugelt man schon mit einer Medaille, aber man versucht nicht dran zu denken“, ergänzte sie.

Steverding: Der magischen 9,0 ganz nah

Am Sonntag vor dem finalen Umlauf sei sie angespannter als am Samstag gewesen, „aber lockerer als im Jahr zuvor“, räumte sie an. Einen leichten Fehler konnte sie kaschieren, mit der Note 8,924 kam sie der magischen 9,0 ganz nah. Angespannt verfolgten Steverding und Kuhn die Kür der Bronze-Konkurrentin Alina Roß, als dann die hohe Note für die Südpfälzer durchgesagt wurde, war der Jubel im Stallbereich groß. Bronze war sicher. Die zweite Bronzemedaille gewann Steverding mit dem Team Fredenbeck, bei dem sie wieder eingesprungen war. „Mit Hannah hat das super funktioniert. Sie hat in der Kür einfach abgeliefert, besser hätte sie es nicht machen können“, lobte Kevin Greiner, der Hauptpartner bei Steverdings Einsätzen auf dem von Gesa Bührig longierten Carlos ist.

Mit der überraschenden Einzel-Bronzemedaille endete der letzte Höhepunkt der Saison für Steverding mit einem Paukenschlag. „Eigentlich war Aachen unser Höhepunkt. Aber wenn die Deutsche so endet, sind wir hier sportlich schon glücklicher“, sagte Kuhn. Sie hat mit Steverding und Royal Flash in dieser Saison ein enormes Pensum geleistet. Kuhn, die an der Grundschule Herxheim unterrichtet, war dies nur möglich, weil ihr Schulleiter Bernd Rieder und die Leiterin des Studienseminars, Patricia Lang, Verständnis zeigten und sie unterstützten.

Congia: Ziel übertroffen

Die Offenbacherin Chiara Congia ging mit ihrem Doppelpartner Justin van Gerven auf Picardo (Longe: Alexandra Knauf) als Favoritin in die Pas-de-Deux-Konkurrenz. Im ersten Durchgang zeigte das Duo vom Voltigierverein Köln-Dünnwald bis auf Kleinigkeiten eine gute Runde, am Sonntag lieferte es die Topleistung der Saison ab. „Das war wirklich perfekt“, jubelte Congia hinterher. Mit einer famosen Bestleistung von 9,131 unterstrichen sie, warum sie das derzeit beste Doppel Europas sind. „Unsere Ziele sind übertroffen worden, besser hätte es nicht laufen können“, sagte Van Gerven im Rückblick auf die erste richtige Saison, die er mit Congia absolvierte. Wenn der 23-Jährige von seiner Partnerin spricht, gerät er ins Schwärmen. „Chiara ist perfektionistisch, was sehr gut ist. Sie turnt elegant, was viel im Doppel ausmacht. Außerdem haben wir immer recht viel Spaß“, fügte er an. Kölns Trainer und Vorsitzender Patric Looser bezeichnet die 22-Jährige als „die perfekteste Doppelvoltigiererin überhaupt“. Ihr turnerisches Können und ihre große Eleganz würden wunderbar zusammenpassen, ergänzte er.

„Das Gefühl heute war so cool, es hat so viel Spaß gemacht. Ich bin so glücklich“, sagte Congia, die gestern von der Verbandsgemeinde Offenbach geehrt wurde. Mit ihrem Kölner Team Norka gewann sie zudem Silber. Angesichts des Umbruchs im Team ist das ein großer Erfolg. Das Team hat sich gefunden und harmonierte wunderbar.

Das vom Verletzungspech gebeutelte Team Schwegenheim schlug sich in der Mannschaftskonkurrenz ganz prächtig, qualifizierte sich für das Finale und beendete die zweite DM-Teilnahme auf Rang elf. „Letzte Woche war es im Training noch total chaotisch. Wir wussten nicht, was uns erwartet“, sagte Nadja Vogel. „Wir können total zufrieden heimfahren“, ergänzte Stefanie Vogel.

Bronze: Hannah Steverding (rechts) mit Sophie Kuhn.  Foto: Andreas Danner
Bronze: Hannah Steverding (rechts) mit Sophie Kuhn.
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