Fußball
Viktoria steckt Rückschlage weg und gewinnt schon wieder
Der Start der Viktoria Herxheim gegen das deutsch-japanische Team des FC Basara Mainz war unglücklich. Doch am Ende einer rassigen Partie vor 250 Zuschauern stand ein hochverdienter 2:1 (2:1)-Sieg, mit dem sie die Tabellenführung in der Fußball-Verbandsliga festigte. „Unglaublich“, „Wahnsinn“ und „Stolz“ waren die meistgebrauchten Wörter am Samstag nach dem spektakulären achten Saisonsieg des Aufsteigers.
Nicht einmal 120 Sekunden waren nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Nils Grauer gespielt, da hieß es bereits 0:1. Ömer Er hob das Leder beim ersten Freistoß in dieser Begegnung in den Herxheimer Strafraum, Daichi Oniki reagierte am schnellsten und die Kugel zappelte hinter verdutzt dreinschauenden Viktorianern im Netz. Dann die 3. Spielminute: Sascha Banspach wird im Gästestrafraum zu Fall gebracht, Elfmeter. Marcel Meinzer, der zuletzt in Offenbach sicher verwandelt hat, donnert das Leder gegen den linken Torpfosten. Auch der Nachschuss landet nicht in den Maschen.
Herxheim befreit sich
Gänsehaut-Atmosphäre prägte in diesen Minuten den Krönungsbusch in Herxheim. Aber wer geglaubt hätte, beim Liga-Primus mache sich Resignation breit, dass sich die ersten Zweifel am positiven Ausgang des Matches äußerten, wurde sehr schnell eines Besseren belehrt. Mit gutem Aufbau löste sich die Heimelf aus dem Basara-Pressing und brachte vor allem über den unermüdlichen Meinzer sowie die Außenbahnen Schnelligkeit ins Spiel. So erzeugte die Viktoria die ein oder andere gefährliche Situation für die Mainzer, bei der allerdings der finale Abschluss fehlte. Dann aber die 27. Minute: Nach einer Flanke von der linken Seite trifft Meinzer per Kopf zum 1:1. Der Krönungsbusch war aus dem Häuschen. Yasin Özcelik drehte mit seinem Einschuss zum 2:1 die Partie (33.). Herxheim setzte damit die entscheidenden Treffer, löste die Aufgabe spielerisch.
Konsequent am eigenen Spiel
Jens Bodemer, Coach der Viktoria, war nach den 95 Minuten echte Erleichterung anzumerken. „Das Spiel hätte nicht ungünstiger für uns beginnen können, mit einem Rückstand nach einer Minute und einem verschossenen Elfmeter nach drei Minuten. Jedoch haben wir uns davon nicht beirren lassen und weiter konsequent unser Spiel durchgezogen.“ Gegen einen sehr guten Gegner hätten seine Schützlinge eine tolle Mentalität auf den Platz gebracht, die zum Sieg geführt habe. Es spreche für die Mannschaft, nach einem solchen Spielbeginn das Spiel für sich zu entscheiden. In der zweiten Hälfte nahm Bodemer vier Wechsel vor, zwei in der Nachspielzeit.
Starke Torhüter
Einen Anteil an dem knappen Resultat hatten die beiden Torhüter. Björn Herzig bewahrte das Herxheimer Team mit einigen Glanzparaden vor weiteren Gegentreffern. Der baumlange 24-jährige Felix Oscar Pohlenz, der von Schott Mainz zu Basara gekommen ist, verhinderte mit seiner tollen Leistung eine mögliche höhere Niederlage seiner Mannschaft.
Kevin Jonathan Miller, Trainer der Mainzer, und Team-Chef Takashi Yamashita zogen übereinstimmend ein positives Fazit, wenngleich sie die Chancenverwertung ihrer Mannschaft zu bemängeln hatten. Insgesamt habe Basara eine disziplinierte Leistung und großen Einsatzwillen gezeigt. Insgesamt eine gute Leistung, die „Diamanten“ hätten sich für ihren Aufwand eigentlich drei Punkte verdienen können. Letztendlich aber habe Herxheim verdient gewonnen, weil es die Rückschläge zu Beginn des Spieles großartig weggesteckt und sich selbst belohnt habe.