Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Viktoria Herxheim verliert Verbandsliga-Topspiel

Umschalten: Die Herxheimer Christoph Wörzler (links) und Yasin Özcelik gehen in den Angriffsmodus.
Umschalten: Die Herxheimer Christoph Wörzler (links) und Yasin Özcelik gehen in den Angriffsmodus.

Die Viktoria Herxheim kann den Rückstand auf Primus SC Idar-Oberstein nicht verkürzen. Der präsentiert sich abgezockt und hat in Torjäger Florian Zimmer den Matchwinner. Auf die Süd-pfälzer warten nun vier Auswärtsspiele in der Verbandsliga.

Die Viktoria Herxheim hat als Tabellenzweiter der Fußball-Verbandsliga den Spitzenreiter SC Idar-Oberstein auf dessen Weg zurück in die Oberliga nicht bremsen können. 1:2 (1:1) hieß es vor 650 Zuschauern nach einem hochklassigen und bis zum Abpfiff spannenden Spitzenspiel. Einigkeit nach der Partie: Ein Remis hätte dem Spielverlauf eher entsprochen.

Matchwinner bei den Gästen war einmal mehr ihr Torjäger Florin Zimmer, der mit seinem „Killerinstinkt“ beide Treffer erzielte und jetzt mit 22 Toren die Torschützenliste der Liga anführt. Dazu hatten sie im Abwehrzentrum mit Kapitän Paulo Roberto Silva de Souza einen Mann, der abräumte, was es abzuräumen gab.

Petrescu schießt das 1:0

Beide Teams spielten unter der Leitung von Schiedsrichter Nico Dönges (Mainz) mit Dynamik und Intensität nach vorne. Mit viel Bewegung und Sprintfreudigkeit schafften sie sich Räume. Schnell und vertikal schalteten die Platzherren um. So hätte Mihai-Lucien Petrescu die Blauhemden bereits in der 4. Minute in Führung bringen können. Doch sein Geschoss landete links neben dem gegnerischen Gehäuse. In der 26. Minute machte er es besser und ließ Tobias Edinger im Gehäuse der Gäste keine Abwehrchance.

Diese Führung war nach Einschätzung von Cotrainer Marco Bauer hochverdient. Cheftrainer Jens Bodemer hatte nach einem Rückfall seiner Grippeerkrankung passen müssen.

Kalte Dusche kurz vor der Halbzeit

Als sich die Viktoria-Fans schon auf eine 1:0-Halbzeitführung freuten, gab es die „kalte Dusche“. Zimmer, in der 40. Minute für einen Augenblick alleine gelassen, versenkte das Leder eiskalt im Herxheimer Gehäuse.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die Viktoria zunächst die bessere Passquote und schuf immer wieder Überzahl in Ballnähe, schaffte aber nicht den finalen Pass oder Schuss. Mit zunehmender Spieldauer konnte der Tabellenführer seine Qualitäten besser zur Geltung bringen. Nach einem Herxheimer Ballverlust im Mittelfeld und einer Unachtsamkeit in der Abwehr bestätigte Zimmer in der 65. Minute seine hervorragende Verfassung und donnerte das Leder zum 1:2 in die Maschen.

Überzahl in den letzten Minuten

Die Viktoria resignierte nicht, fightete unermüdlich weiter, brachte mit Kevin Baltrusch (64.) und Luis Liebel (75.) frische Kräfte. Sie konnte aber auch die Überzahl (Zeitstrafe für den Idar-Obersteiner Flavius Botiseriu, 84.) nicht nutzen.

Viktoria-Kapitän Raphael Gehrlein sah die Partie so: „Nach einem guten Start in das Spiel unserer Mannschaft und der nach meiner Meinung nach verdienten Führung mussten wir leider kurz vor der Pause den Ausgleich nach der gefühlt einzigen klaren Torchance vom Gegner in der ersten Hälfte hinnehmen.“ Sein Team habe wenig klare Torchancen für den Gegner zugelassen, sei gnadenlos bestraft worden und habe offensiv das Glück nicht auf seiner Seite gehabt. Gehrlein: „Letztendlich haben wir sehr viel Aufwand betrieben und wurden dafür nicht belohnt. Ich denke, dass dafür am Ende ein Remis definitiv gerecht gewesen wäre.“ Jetzt gelte es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und es in einer Woche beim TSV Gau-Odernheim besser zu machen.

Gegner abgezockt

Cotrainer Marco Bauer sprach von einem guten Fußballspiel, in dem die Viktoria nicht die Glücklicheren gewesen seien. Kompliment an die Mannschaft, die alles an Energie auf dem Platz gelassen habe. Idar-Oberstein sei leider zu abgezockt in zwei entscheidenden Momenten gewesen.

Rolf Wetzka, Vorstand Marketing bei der Viktoria: „Wir haben ein echtes Spitzenspiel erlebt. Nach dem unglücklichen Ausgang für uns heißt es, sich jetzt kurz schütteln und nächste Woche drei Punkte aus Gau-Odernheim mitnehmen.“

Die Viktoria steht nun gleich vor vier Auswärtsspielen in Serie: Nach Gau-Odernheim geht es zum TuS Marienborn, FC Bienwald Kandel und zur TSG Bretzenheim. SCI-Trainer Tomasz Kakala sah in dem für seine Mannschaft wichtigen Sieg den einzigen Grund zur Freude: „Wir sind längst noch nicht am Ziel. Die Saison ist noch lang. Wir haben gegen starke Herxheimer nur einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ziel Wiederaufstieg zurückgelegt und den Vorsprung zum Tabellenzweiten auf neun Zähler ausgebaut.“

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