Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsliga: FC Bienwald Kandel verliert Tophit beim SV Alemannia Waldalgesheim

Pariert: Björn Herzig hält gegen David Shamshon.
Pariert: Björn Herzig hält gegen David Shamshon.

Trotz der 0:1-Niederlage im Spitzenspiel der Verbandsliga beim SV Alemannia Waldalgesheim kehrte FC Bienwald Kandel nicht ganz unzufrieden zurück.

Die Mannschaft war mit rund 35 Fans im vollbesetzten Bus angereist. Einige wie der verletzte Pascal Thiede kamen mit dem Auto, unter den knapp 200 Zuschauern waren über 50 Südpfälzer. Sie sahen ein höchst intensives Kampfspiel mit hohem Laufpensum. Die Teams fighteten leidenschaftlich um jeden Zentimeter Boden.

Das faire Spiel lebte von der Spannung und unzähligen Zweikämpfen. Strafraumszenen und Torchancen blieben Mangelware. Nach einem Fehlpass von Kandels Abwehrchef Dominik Gucanin lief Jean Houghbedji alleine auf Kandels Keeper Björn Herzig zu, der den Braten jedoch roch und den Chipball klärte.

Sein Gegenüber Andrej Juric pflückte eine Flanke von Arianit Uka vor dem kopfballbereiten Renaldo-Doru Balasa aus der Luft und parierte einen Distanzschuss von Michael Bittner. Fünf Minuten vor der Pause die entscheidende Szene: Einen langen Ball von der linken Seite durch Tobias Lauterbach legte Nils Gräff quer zu Mahdi Menatgir, der aus kurzer Distanz die Alemannen in Führung brachte.

Chance Özcelik

Während der zweiten Hälfte kamen Christian Liginger und der unter der Woche erkrankte Yasin Özcelik, das Geschehen verlagerte sich immer mehr in die Waldalgesheimer Hälfte. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Özcelik, doch nach einem Liginger-Freistoß geriet er beim Einlaufen in den Fünfmeterraum ins Straucheln und köpfte daneben.

Die drei gegnerischen Abwehrrecken Justin Padberg, Daniel Braun und Tobias Lauterbach erwischten einen Sahnetag, gewannen fast jeden Kopfball, ließen nichts anbrennen und verhinderten mit Pressing Distanzschüsse. Özcelik: „Ich kann meinen Jungs in kämpferischer Hinsicht gar keinen Vorwurf machen. Doch wir haben zu wenig Torchancen kreiert, hinten geht eben meistens einer rein. Deshalb war der Sieg verdient.“ Sein Gegenüber Elvir Melunovic konstatierte: „Kandel hatte einen klaren Matchplan und steht zurecht da oben. Doch wir haben die Konzentration über die volle Distanz hochgehalten und hinten rein gar nichts zugelassen.“

Die Kandeler Reisegruppe war bunt gemischt. Neben dem 85-jährigen Edelfan Sieghard Fulde war Nele, die vierjährige Tochter von Physiotherapeutin Nora Gräupner, die jüngste Teilnehmerin. Alle erlebten einen sehr sympathischen gegnerischen Verein mit freundlichen Menschen, genossen das leckere Essen im Vereinsheim zu sehr humanen Preisen.

Kandels Serie reißt

SVA-Sportvorstand Hans Joachim Blum erklärt: „Wir wollen mittelfristig wieder zurück in die Oberliga. Wir halten alle fest zusammen, die Abteilungen sind eng verzahnt. Vielleicht fällt es uns als Dorfverein leichter als manchem Club aus der Stadt, das Miteinander zu leben.“ Auch in Kandel herrscht Aufbruchstimmung, Fans und Spieler sind in den letzten Monaten ganz eng zusammengerückt.

Auf der Heimfahrt genossen alle den leckeren Kuchen von Nachwuchskoordinatorin Annette Jung, der langjährige Vereinspräsident und Spielertrainer Heiko Reddmann ergriff das Wort: „Wir können alle nur den Hut ziehen, was diese Jungs als Aufsteiger bisher geleistet haben.“ Durch das erste Punktspiel ohne Torerfolg seit Mai 2024 fielen die Löwen auf den dritten Platz hinter den Lokalrivalen TB Jahn Zeiskam zurück.

x