Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel TVB-Team platzt in der Crunchtime

Philipp Behrendt und Waldemar Nap (von links) schauen zu, was Jan Wroblewski dem Ball anstellt.
Philipp Behrendt und Waldemar Nap (von links) schauen zu, was Jan Wroblewski dem Ball anstellt.

Südpfälzer liefern dem 1. FC Kaiserslautern in der 2. Regionalliga einen großen Kampf, den sie nicht gewinnen können.

Der Favorit 1. FC Kaiserslautern wackelte, aber fiel nicht. Der TV Bad Bergzabern unterlag nach großem Kampf im packenden Pfalzderby den FCK-Basketballern mit 71:81 (39:42). Zwei Minuten vor Schluss stand es 64:67. Selbst kurz vor Schluss war der Überraschungscoup in der 2. Regionalliga noch möglich.

„Selbst ohne unsere drei Leistungsträger Jeremy Black, Martin Langenfeld und Timo Tübel hätten wir fast gewonnen. Das war eine starke Leistung. Wir redeten viel miteinander, halfen uns in der Verteidigung ständig aus und reboundeten gut“, sagte der erschöpfte Philipp Behrendt. Nach seinem Urlaub ging er stark angeschlagen ins Pfälzer Duell. „Für den TVB spiele ich auch mit einer starken Erkältung. Ich bekam kaum Luft, war vielleicht bei 70 Prozent. Doch für diesen Verein, für dieses tolle Team gebe ich alles. Hier steckt jeder von uns viel Herzblut rein. Klar sind wir enttäuscht, weil der Sieg wirklich drin war. Doch wir müssen auch mit unserer Einstellung und Leistung zufrieden sein. Das Hinspiel gegen diesen starken 1. FCK hatten wir noch mit 30 Punkten Unterschied verloren. Und jetzt fast ein Sensationssieg.

Alles aufs Feld gebracht

Wie Bergzaberns Zwei-Meter-Riese sah den Spielverlauf und das „knappe Ding“ am Schluss so auch FCK-Coach Jan Christmann: „Das war eine überragende Leistung von Bergzaberns Basketballern. Die Jungs haben wirklich alles auf das Feld gebracht und uns mächtig gefordert“, meinte der Lauterer Trainer. „Das war ein tolles Derby, spannend bis zum Schluss. Zwei, drei Ballgewinne und erfolgreiche Korbleger am Schluss brachten uns dann den Sieg. Ich drücke dem TVB die Daumen für den Klassenerhalt. Das ist dieses Jahr wieder eine ganz, ganz enge Liga.“

Eine große Aktie am FCK-Sieg hatten die überragenden Lauterer Topscorer Waldemar Nap (34 Punkte) und Nils Klein (26).

Das Ende

38 Minuten lang verlief die Partie auf des Messers Schneide. Leichte Führungen der Gäste machte das TVB-Team mehrmals wett. Drei Punkte Rückstand waren es zur Halbzeit, gerade einmal einen Zähler lagen die Südpfälzer zur letzten Viertelpause zurück (53:54). In diesem rassigen, körperlich intensiven und schnellen Derby ging der offene Schlagabtausch bis spät in der Crunchtime weiter – auch wenn die Einheimischen ständig einem knappen Rückstand hinterherliefen. Das letzte Aufbäumen fand dann aber 120 Sekunden vor Schluss sein Ende, als die Roten Teufel die zunehmenden Konzentrationsmängel und Ballverluste der erschöpften TVB-Cracks rigoros ausnutzen und vom 64:67 zum 64:76 die Partie „knackten“.

„Ich war am Ende total kaputt. Die Partie schlauchte. Das war alles ganz schön anstrengend. Irgendwie fehlte uns im entscheidenden Moment etwas die Puste“, sagte der stark aufspielende Viktor Reimisch. „Uns fehlten mit Martin Langenfeld im Spielaufbau und Jeremy Black unterm Korb zwei absolute Schlüsselspieler. Das machte sich schließlich bemerkbar. Dennoch brachten bis eben auf die letzten zwei, drei Minuten, als wir unkonzentrierter wurden und sich die Fehler häuften, alle Jungs einen Super-Job auf das Parkett.“

Zu hektisch

Der noch verletzte Spielertrainer Jeremy Black zeigte sich nicht frustriert, sondern stolz. „Die Jungs hatten eine tolle Moral. Wir kennen uns schon lange und resignieren nicht, auch wenn wir so dünn besetzt sind, wie es gegen den FCK war. Wir können auch mit sieben, acht Spielern eine große Leistung schaffen. Das haben wir schon oft bewiesen“, erklärte der TVB-Coach. „Die Einstellung stimmte, auch war das Selbstbewusstsein da, Würfe und Abschlüsse von allen Positionen zu nehmen. Dass es nicht zum großen Coup reichte, war am Ende ein bisschen von allem: Wir waren nicht groß genug besetzt gegen das starke Lauterer Team und im vierten Viertel mit vielen Fouls stark vorbelastet. Auch wurden wir in den letzten drei Minuten zu hektisch. Dennoch: Die Teamstimmung und Einstellung waren überragend.“

Das sah auch Eric Bergmann so: „Wir gaben alles. Kämpften großartig. Und haben gegen das Topteam aus Kaiserslautern nur knapp verloren. Das gibt uns Mut für die entscheidenden Wochen im Kampf um den Klassenerhalt.“

So spielte der TVB: Schmid (22 Punkte), Behrendt (15), Wroblewski (13), Reimisch (9), Bergmann (7), Jäger (3), Michel (2), Reisberger.

x