Handball
TV Offenbach setzt sich mit starkem Torhüter gegen Worms durch
Beim Aufwärmen war Lukas Klein dabei, für den Notfall setzte sich der an der Wurfschulter verletzte Mittelmann auch gleich einsatzbereit hinter die Bank. Er blieb ohne Einsatz. Nach langer Zeit war der TVO ansonsten mal wieder in voller Besetzung: Die beiden Linkshänder Maximilian Daum und Christoph Kunz feierten ihre Comebacks, Thorben Schlüter gab sein Pflichtspieldebüt, blieb allerdings noch ohne Treffer. Kunz war sogar der erfolgreichste Offenbacher Angriffsspieler, traf sechs Mal und legte ein ums andere Mal für Rechtsaußen Tino Gläßgen (fünf Tore) vor.
Neun Paraden bis zur ersten Auszeit
Offenbachs bester Mann trug am Sonntagabend jedoch lange Hosen: Torwart Florian Pfaffmann lieferte eine starke Partie ab, hatte zur ersten Auszeit des Spiels nach 22 Minuten bereits neun Bälle entschärft (insgesamt 16 Paraden in 53 Minuten). Da stand es 12:9, und HSG-Trainer Marco Tremmel fand wohl die richtigen Worte an sein Team. Denn: Aus einem 13:9 (23.) machten die Gäste binnen fünf Minuten ein 13:14, die erste Führung der Wormser. Torschütze Raul Seidenfuß wurde immer wieder zur großen Gefahr für die zaghafte TVO-Abwehr im Innenblock.
„Wir haben 60 Minuten lang schlecht verteidigt“, stellte Offenbachs Trainer Tobias Job nach dem Schlusspfiff fest. Gerade das Heraustreten aus der Mitte gelang dem TVO viel zu selten. So kassierte er zwar nur einen Treffer über den Kreis, dafür aber alleine in der ersten Halbzeit neun Tore aus dem Rückraum. Sechs seiner zehn Treffer markierte Seidenfuß im ersten Durchgang. Job: „Wir stehen hinten auf sechs Meter, obwohl die klare Ansage war, dass wir die Schützen verteidigen wollen. Auch in der Pause habe ich es noch mal angesprochen und wir setzen es nicht um.“
Nach der Halbzeit läuft’s
Auf der Gegenseite konnten die Gäste den Schwung aus der Schlussphase der ersten Hälfte nicht über die Pause retten. Zusätzlich personell nach einer Roten Karte gegen Yanik Knobel geschwächt (Foulspiel im Konter an Felix Kunz), musste die HSG nach dem 15:16 (31.) zusehen, wie Simon Gensheimer nach Zusammenspiel mit Philipp Mohra über die zweite Welle zum 23:18 (43.) traf.
„Wir waren heute das erste Mal komplett besetzt, nur im Tor mussten wir krankheitsbedingt tauschen. Da hat unser A-Jugendspieler Noah Wetzstein einen Sahne-Tag erwischt“, lobte HSG-Trainer Marco Tremmel seinen Schlussmann, der mit 14 Paraden glänzen konnte. Sein Team habe gut mitgehalten, erst am Ende den Anschluss verloren. Der Trainer: „Vor drei Monaten hätten wir uns noch total abschlachten lassen, jetzt verlieren wir hintenraus halt mit neun Toren. Wir müssen kleine Brötchen backen. Das war heute ein gutes Vorbereitungsspiel. In den nächsten Wochen stehen dann die Spiele gegen die Konkurrenz an.“
Für Worms geht es um den Klassenverbleib, der TVO indes festigt mit 19:13 Punkten seinen siebten Platz. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. In Kastellaun wartet ein stärkerer Rückraum. Die schießen uns die Ohrläppchen ab, wenn wir da so verteidigen“, so Job.