Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Offenbach gewinnt klar in Bellheim

Der Ottersheimer Maximilian Hauck ahnt, dass Offenbachs Torhüter Florian Pfaffmann den Wurf halten kann. Hinter ihm Mario Fuchs
Der Ottersheimer Maximilian Hauck ahnt, dass Offenbachs Torhüter Florian Pfaffmann den Wurf halten kann. Hinter ihm Mario Fuchs und Maximilian Daum.

Im großen Südpfälzer Oberliga-Derby geht die Spannung in den fünf Minuten vor der Halbzeit verloren. Zu dominant wird der TV Offenbach in einem Abnutzungskampf. Der Tabellendritte hat den stärkeren Torhüter und gewinnt hoch gegen Gastgeber SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam.

Der TV Offenbach gewinnt das Nachbarschaftsderby bei der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam mit 27:17 (13:7) und rückt in der Handball-Oberliga auf Platz drei vor. Grundlage vor 400 Zuschauern bildeten das gewonnene Torhüterduell sowie ein großes Mehr an einfachen Toren.

Arne Schäfer erzielte in der 15. Minute das 5:5 für die Gastgeber. Der letzte Gleichstand. Die wenigen Tore auf beiden Seiten bestätigten die Erwartungen aller Beteiligter: Es war ein Abnutzungskampf auf beiden Seiten, aggressive Abwehrreihen ließen kaum verwertbare Abschlüsse aus dem Positionsspiel zu. Bis dahin hatte Offenbachs Torhüter Florian Pfaffmann schon fünf Paraden inklusive eines gehaltenen Siebenmeters zu verzeichnen, machte bis zur Pause drei weitere Chancen unschädlich. Die Spielgemeinschaft hatte teilweise Pech, traf an Latte und Pfosten.

Florian Pfaffmann in Hochform

André Hilsendegen, der sein Comeback bei der SG gab, stellte mit dem 7:9 nach 25 Minuten den Anschluss her. Dann zogen die Gäste davon, Nico Bader erzielte per Siebenmeter den Halbzeitstand zum 7:13. „Berauschend ist das nicht“, sagte Wilfried Job, Vater der beiden Trainer, zur Pause. „Beide Mannschaften betreiben einen hohen Aufwand in der Deckung und tun sich im Angriff schwer. Wenn Ottersheim noch mal drankommen will, muss es seine Chancen besser nutzen.“

SG-Trainer Christian Job machte seinen Mannen in der Halbzeit Mut: „Ich habe den Jungs gesagt, dass noch alles drin ist, wenn wir in der Abwehr weiterhin so fighten.“ Seine Mannschaft machte genau da weiter, ließ bis zum 10:17 in der 40. Minute nur vier Gegentore folgen. Allerdings haperte es im Angriff gewaltig. Abschlüsse aus dem Positionsspiel waren teilweise unvorbereitet, das Spiel über den Kreis fand kaum statt. Im Offenbacher Tor war Florian Pfaffmann da schon zur Hochform aufgelaufen, er kam insgesamt auf 18 Paraden.

Arne Schäfer: 17 Tore sind zu wenig

„Das war sicherlich ein entscheidender Faktor“, sagte sein Trainer Tobias Job. Sein Bruder musste auf beide etatmäßige Torhüter verzichten, lobte Tim Schwinghammer aus der zweiten Mannschaft: „Er hat es richtig gut gemacht. Aber klar, wenn Florian Pfaffmann richtig im Spiel ist, wird es schwer.“ Sein Spielmacher Arne Schäfer: „Wir haben viel zu viele Chancen verballert. Selbst wenn man die Offenbacher Kontertore wegnimmt, sind 17 eigene Treffer natürlich viel zu wenig.“

Spätestens als Sebastian Mohra nach 40 Minuten das 10:18 erzielte, war das Spiel gelaufen. „Da haben wir es clever gemacht, Konter und freie Bälle konsequent verwertet“, sagte der 19-jährige Rückraumspieler Andreas Benz, der in der zweiten Hälfte drei Tore warf. Der Abstand pendelte sich zwischen sechs und acht Toren ein, bevor Offenbach noch mal zulegte und Spielmacher Lukas Klein den Endstand herstellte.

Christian Job: Trotzdem gutes Spiel gemacht

Christian Job ordnete das Spiel anders ein, als es das Ergebnis aussagt: „Es ist wirklich ein komisches Gefühl. Ich sehe das Ergebnis und trotzdem haben wir ein gutes Spiel gemacht. Meine Mannschaft hat eine kämpferisch sehr gute Leistung gebracht, vor allem die Abwehrleistung war eines Derbys würdig. Im Handball muss man halt auch Tore schießen, da haben wir zu viel liegen lassen. Daher war mir in der 45. Minute klar, dass es Offenbach jetzt routiniert runterspielt.“

Tobias Job machte seiner Abwehr ein großes Kompliment: „Klar geht das Torhüterduell an uns, aber die ganze Abwehr hat gut gearbeitet. 17 Gegentore sind richtig stark. Vorne taten sich beide Mannschaften im Positionsspiel schwer, daher waren die Kontertore für uns extrem wichtig.“

x