Basketball
TV Bad Bergzabern wird auf der Erfolgsstrecke abgefangen
Jeremy Black, Spielertrainer des Basketball-Regionalligisten TV Bad Bergzabern, war nach dem Pfalzderby „stinksauer“ über viele Entscheidungen in den letzten Minuten. „Das war so ein tolles, hochklassiges Derby. Von beiden Seiten mit Spannung bis zum Schluss. Schade, wenn am Ende nicht die Spieler, sondern die Schiedsrichter im Mittelpunkt stehen. Sie hatten keine Linie“, haderte der TVB-Coach nach der Niederlage gegen die SG TV Dürkheim/BI Speyer II. „Ich stehe als Trainer auf dem Feld und will mit ihnen darüber reden. Sie lassen mich aber stehen, gehen zur Bank und sprechen mit unserem Cotrainer. Das kann nicht sein. Genau so wenig wie einige merkwürdige Pfiffe. Ich werde in einer ganz entscheidenden Phase von drei Gegenspielern umringt, bekomme bei meinem Passversuch Hände ins Gesicht und auf den Arm. Sehr heftig sogar. Und dann bekomme ich einen Schrittfehler gepfiffen.“ Bei allen Beteiligten war noch lange nach Abpfiff der Blutdruck hoch.
Die Entscheidung
Trotz Blacks Frust: Basketball kann so schön sein. So schnell, so intensiv in den Zweikämpfen, so spannend. Die Pfalzrivalen schenkten sich wahrlich nichts. Und ließen bis zum allerletzten Moment offen, wer als Sieger das Feld verlässt. Jeremy Reisberger auf TVB-Seite war es, der kurz vor Ertönen der Schlusssirene in Bedrängnis einen Drei-Punkte-Versuch Richtung SG-Korb warf. Mit dem „Schlussgong“ hätte es den 77:76-Sieg für die Südpfälzer bedeutet, wäre der Ball durch die Reuse gezischt. Doch die orangefarbene Lederkugel verfehlte das Ziel deutlich. Und so hielt die Spielgemeinschaft den knappen 76:74 (45:44)-Sieg in Händen, den sie sich aufgrund eines couragierten Auftretens, einer effizienten Leistung in Defensive und Offensive und eines klaren Matchplans verdiente.
Was Kevin Beiko sagt
„Wir haben die Rebound-Duelle mit 26:16 deutlich dominiert. Das war entscheidend“, analysierte SG-Headcoach Kevin Beiko. Die starke Abwehrarbeit gab die Richtung im Angriff vor, denn auch in Bergzaberns Hälfte machten die jungen SG-Cracks vieles richtig, wie Beiko empfand: „Wir waren in der Offensive lange Zeit sehr geduldig, spielten und passten schnell gegen Bergzaberns Zone und fanden oft den perfekten Abschluss. Der TVB hat eine starke Mannschaft und machte das in der Verteidigung mit viel Bewegung eigentlich gut; doch wir haben die Ball-Raum-Verteidigung des Gegners mit vielen Weitwürfen optimal ausgenutzt. In der Liga haben wir das Team mit den besten Schützen.“
Auffällig war Dürkheims hohe Trefferquote von der weiten 6,25-Meter-Linie in der ersten Hälfte. Zehn Dreier, manchmal im Minutentakt, fanden ins Ziel. Insgesamt erzielte die SG 14 Drei-Punkte-Treffer. Der TVB traf dieses Mal „nur“ achtmal auf dieser Schlüsselposition.
Langenfeld: „Mussten mit den Kräften haushalten“
Der Turnverein erklärte sein langes Defensiv-Verharren in der Zone mit den Ausfällen von mehreren Leistungsträgern (Andrej Schmid, Timo Tübel, Jan Wroblewski). „Wir mussten mit den Kräften und Fouls haushalten. Daher hätte von Anfang an eine direkte Mann-Mann-Verteidigung keinen Sinn gemacht“, erklärte Kapitän Martin Langenfeld. „Als wir im vierten Viertel umstellten, lief es plötzlich bei uns. Diese Intensität, den Druck und die Geschwindigkeit hätten wir aber nicht über die volle Spielzeit gehen können. Ärgerlich waren viele Schiedsrichter-Entscheidungen in der entscheidenden Phase. Zahlreiche Schrittfehler und dafür klare Fouls, die nicht gegeben wurden.“
Langenfeld sprach die Crunchtime an, Bergzabern war nach 55:68-Rückstand (32.) mit 71:68 in Führung gegangen (38.). Eigentlich war das Momentum auf Südpfälzer Seite. Doch die Gäste kreierten einen clever konstruierten Angriff, den Nicolas Prenn Bozal per Dreier zum Ausgleich nutzte und das dramatische Match wieder in die andere Richtung lenkte.
So spielten sie
TV Bad Bergzabern: Behrendt (18 Punkte), Black (16), Langenfeld (16), Larsen (13), Reisberger (8), Bergmann (3), Burkhart, Mack, Michel.
SG TV Dürkheim/BI Speyer II: Diala (20), Prenn Bozal (16), Dordevic (14), Lahr (12), Barron (9), Lange (3), Ifeh (2), Fischer, Ndongala, Skiba.