Basketball
TV Bad Bergzabern verliert in der Verlängerung
0,8 Sekunden vor Schluss führt der TV Bad Bergzabern beim Saisonauftakt in der 2. Basketball-Regionalliga noch 82:80. Mit kleinem Kader ist der Überraschungssieg gegen den TuS Makkabi Frankfurt eigentlich bereits in Händen. Doch mit dem letzten Wurf exakt mit der Schlusssirene retten sich die Hessen in die Verlängerung. Sie gewinnen am Samstag dank größerer Kraftreserven und besserer Trefferausbeute mit 99:89 (82:82, 38:29).
Nicht die eine Sekunde, die das Spiel „zu lange“ dauerte, ärgerte TVB-Trainer Florian Hatt: „Es war der eine Rebound zu wenig, der letztendlich das Spiel entschieden hat.“ Er spielte auf die letzte Spielsituation in der regulären Zeit an. Der eigentlich letzte Frankfurter Korbversuch zum direkten Sieg von der Dreipunkte-Linie zwei Sekunden vor Schluss sprang vom Ring ins Feld zurück. Den Rebound angelten sich gedankenschnell die Gäste. Ein blitzschneller Pass zum freistehenden Spieler und dieser schaffte es tatsächlich, haarscharf vor Ertönen der Schlusssirene den Ball zu werfen. Dieses Mal zischte die orangefarbene Lederkugel zum Entsetzen der TVB-Anhänger in die Reuse. Im Basketball zählt das Verlassen des Balles aus der Wurfhand und nicht das Eintreffen im Korb.
Nach der Halbzeit da
Nur 29 Punkte gelangen den Hatt-Schützlingen bis zur Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel drehte der TVB aber mächtig auf, verkürzte schnell zum 38:44 und glich nach starker Kombination der gut aufgelegten Phil Behrendt und Chris Adam zum 48:48 aus. 58:61, 62:64 – die Partie verlief auf Messers Schneide. Dann ein Dreier von Philipp Rudolf zur ersten TVB-Führung (67:66, 36.). Und Bergzaberns Regisseur Martin Langenfeld traf und traf und traf. 37-mal! Wie per Dreier zum 70:68 (37.) oder von der Freiwurflinie zum 75:73 (38.).
Bergzabern hatte Oberwasser, weil plötzlich alles funktionierte. Auch Leonard Laxa, beim TVB wichtiger Fels in der Brandung und meist der „Mann fürs Grobe“ in Zweikämpfen unter den Körben, holte Bigpoints an der weiten 6,75-Meter-Linie: Sein Dreier zum 78:76 (39.) – wow!
Der perfekte Moment
Die Schlussminute: Ein geniales Zuspiel von Langenfeld auf Behrendt, der erzielt die 80:79-Führung. Makkabi gleicht aus. Noch 26 Sekunden. Bergzaberns Plan geht fast perfekt auf: die Zeit herunterspielen und kurz vor Spielende treffen.
Langenfeld hielt clever den Ball, zog zum Korb und legte auf Timo Tübel ab. Der TVB-Center, defensiv wie offensiv mit perfekter Performance, traf fünf Sekunden vor Ende zur 82:80-Führung. Es hätte für das „Spiel seines Lebens“ – wie Fans das an der Seitenlinie mutmaßten - die Krönung sein sollen. Doch im Basketball kommt es manchmal auf die allerletzte Sekunde an.
Vor der Halbzeit Zeit zum Fachsimpeln
Lange sah es nicht nach einem solchen Samstagabendkrimi aus. In der ersten Hälfte mit vielen Fehlversuchen blieb im Zuschauerbereich Zeit zum Fachsimpeln. Wie verläuft die Runde? Kann das gut gehen mit so vielen Verletzten? „Wenn man berücksichtigt, wie viele fehlen und vor allem welche Leistungsträger nicht dabei sind“, überlegte Klaus Fremgen, einer von rund 150 Besuchern in der Halle. „Wroblewski, Black, Bergmann, Schmitz – alles Jungs, die letzte Runde noch für viele Punkte gut waren.“ Mit Krücken fieberte Saskia Busch mit, das Energiebündel im TVB-Damenteam. „Im letzten Test ist es beim plötzlichen Abstoppen passiert. In der Halle wurde ich gleich von einem Orthopäden versorgt, da hatte ich noch Hoffnung, dass es nicht so schlimm ist“, erzählte sie. „Doch das MRT brachte leider Gewissheit: Das Kreuzband ist gerissen, Operation und lange Pause.“ Busch ist mit Schmitz, Black und Wroblewski in guter Gesellschaft.
So spielte der TVB: Langenfeld (37 Punkte), Tübel (14), Adam (13), Behrendt (12), Laxa (10), Rudolf (3), Kretschmer, Illgen, Elia.