Basketball
TV Bad Bergzabern kommt unter die Räder: Teilweise gruselig
50 Punkte reichen nur selten im Basketball zu einen Sieg. Aufgrund einer katastrophalen Offensivleistung hatte der TV Bad Bergzabern beim „Re-Start“ der Rückrunde der Regionalliga mit 52:67 (29:32) klar das Nachsehen. Der Korb des BC Neu-Isenburg schien wie vernagelt.
Nach der Pleite im Pokal und dem verkorksten Heimauftritt in der Meisterschaftsrunde verpatzten die Kurstadt-Korbjäger den Jahresauftakt komplett. „Es tut mir total leid für unsere tollen Fans. Das war eine total schwache Leistung von uns. Neu-Isenburg war kein starker Gegner. Er war aber emotionaler, fokussierter und konsequenter. Das reichte, um am Ende zu jubeln“, erzählte ein enttäuschter Phil Behrendt unmittelbar nach dem Abpfiff. „Ich war auf Koh Samui wie jedes Jahr über den Jahreswechsel in Urlaub und bin krank nach Hause gekommen. Ich konnte nicht trainieren, war überhaupt nicht fit und gegen Neu-Isenburg nicht wirklich richtig auf dem Feld.“ Auch Martin Langenfeld war angeschlagen. Behrendt: „Wir haben schon öfters diese Saison in eigener Halle keine gute Leistung gezeigt. Auswärts spielen wir oft körperbetont und richtig gut. Vor den eigenen Fans bekommen wir die Performance aber nicht auf den Platz.“
Gegnerische Defensive zu stark
Schön anzusehen war die Partie wirklich nicht. Auch in der ersten Halbzeit, als das Match noch ausgeglichen verlief. In keinem anderen Spiel in dieser Saison zuvor leistete sich der TVB so viele Fehlwürfe, Fehlversuche und technische Mängel wie gegen den BC Neu-Isenburg. Nur acht Treffer im ersten Viertel, nur neun Punkte im dritten Durchgang – Bergzaberns Punkteausbeute war streckenweise „gruselig“. Der Basketballclub verdient sich den Sieg aufgrund seiner kompromisslosen, engmaschigen Verteidigung, die den TVB-Cracks überhaupt nicht lag. Die großzügige Linie der beiden Referees, die körperliche Kontakte kaum abpfiffen und viel laufen ließen, kam den Hessen mehr entgegen als den Südpfälzern.
Hatten die Anhänger zur Pause beim knappen Drei-Punkte-Rückstand noch Hoffnung auf die Wende, so bröckelte der Glaube von Minute zu Minute nach Seitenwechsel. Die Mannschaft um Spielertrainer Jeremy Black fand keine Mittel gegen den defensiv perfekt eingestellten Gegner. Umstellungen, Einwechslungen oder auch laute Ansprachen in Auszeiten – alle Black-Pläne griffen nicht. Punkt um Punkt (36:45, 38:52, 47:63) schlich sich Neu-Isenburg davon.
Eigentlich mit Topbesetzung
„Das gab’s noch nie diese Runde, dass wir elf Leute zur Verfügung hatten. Trotz der Topbesetzung lief nichts zusammen. Vielleicht waren wir nicht eingespielt, auf jeden Fall trafen wir rein gar nichts – von den Außenbahnen, per Korbleger und direkt unterm Korb. Es war verhext, es ging nichts rein“, sagte Jan Wroblewski, der nach einem Vierteljahr Verletzungspause wieder die Basketballstiefel schnürt. „Wir haben gegen den Drittplatzierten nur 67 Gegentreffer kassiert. Das ist eigentlich in Ordnung, auch wenn vieles noch besser möglich gewesen wäre. Wir haben das Spiel klar im Angriff verloren, nur 52 Punkte – das ist viel zu wenig.“ Wroblewski versenkte immerhin drei von insgesamt vier TVB-Dreiern. Um diese Heimniederlage bettelte Bergzabern förmlich. Das Geschenk nahmen die Gäste gerne an. Noch nie wurde ihnen das Gewinnen in der Fremde so einfach gemacht.
So spielte der TVB: Wroblewski (17 Punkte), Schmid (8), Langenfeld (7), Black (7), Behrendt (4), Tübel (4), Reisberger (3), Jäger (2), Michel, Hurtel, Bergmann.