Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Bad Bergzabern erst nach der Halbzeit auf der Höhe

Bergzaberns Philipp Behrendt lässt’s krachen. Sebastian Fischer (links) und Dean Bruce nehmen es zur Kenntnis.
Bergzaberns Philipp Behrendt lässt’s krachen. Sebastian Fischer (links) und Dean Bruce nehmen es zur Kenntnis.

Bis zur Halbzeit lässt der TV Bad Bergzabern einen Leistungsunterschied zu und läuft hinterher. Er verliert gegen die SG TV Dürkheim/BI Speyer II. Seine fünfte Niederlage.

Am Ende schnupperte der TV Bad Bergzabern am ersten Erfolgserlebnis in der Saison 2022/2023. Doch der südpfälzische Basketball-Zweit-Regionalligist verlor auch das fünfte Rundenspiel. Gegen die SG TV Dürkheim/BI Speyer II gab es ein 87:93 (35:56). Verdient, weil der Kurstadt-Klub aus Bad Dürkheim über weite Strecken stark performte und die bessere Mannschaft war. Bergzaberns Aufbäumen reichte nicht mehr zur Wende.

„Im Angriff machten unsere Jungs zwar großen Druck, gingen aber immer zu schnell auf den Korb, anstatt mal Systeme laufen zu lassen“, haderte Jörg Jahraus in der Halbzeitpause mit dem Auftritt des TV Bad Bergzabern. Er war einer der 150 Zuschauer, die den deutlichen Leistungsunterschiede nicht verstanden. „Die SG ließ schnell den Ball laufen, wartete auf den freien Abschluss und traf hochprozentig. Auch verteidigten unsere Jungs schwach, schenkten dem Gegner durch schwaches Rebounden viele zweite Chancen.“

In der ersten Hälfte „zu pomadig“

Jahraus sprach das zweite Viertel an, als der Pfalzrivale dem Derby seinen Stempel aufdrückte, mit hoher Verteidigungsintensität und vielen gewonnenen Zweikämpfen sowie einem schnellen, schnörkellosen Spiel Bergzabern früh den Zahn zogen. Vom 24:28 zogen die Gäste innerhalb weniger Minuten zum 31:46 davon. Mit einem Dreier des überragenden SG-Schützen Julian Surblys erhöhte die SG sogar noch vor dem Seitenwechsel auf über 20 Zähler Differenz.

„Man merkte, dass Jeremy Black lange nicht trainieren und bei seinem Comeback noch nicht 100-prozentig fit war. Auch die Verletzung von Martin Langenfeld, der an der Hand genäht wurde, brach wieder auf. Er stand blutverschmiert in der ersten Halbzeit lange nicht auf dem Feld“, merkte Britta Holle, eine von vielen TVB-Anhängerinnen in der Halle, an. „In der ersten Hälfte war unser Auftritt zu pomadig. Jede Aktion wirkte wie in Zeitlupe, während die SG schnell kombinierte und gefühlt jeden Wurf reinwarf.“

Das andere Gesicht

Ähnlich wie den Fans ging es TVB-Coach Florian Hatt, der mit der Leistung der ersten 20 Minuten nicht zufrieden war. „Die SG penetrierte mit hohem Druck, bewegte den Ball richtig gut, kam immer wieder frei zum Abschluss und traf sensationell sicher“, lobte Bergzaberns Trainer die Dürkheimer Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. „Das war anfangs richtig schlecht, was wir ablieferten. Doch wir zeigten in der zweiten Hälfte dann unser anderes Gesicht, spielten viel aggressiver und fanden plötzlich die einfachen Lösungen. Damit stieg auch unsere Trefferausbeute.“

Hatt schaffte es, seine Jungs wachzurütteln. Durch Bergzaberns explosionsartige Leistungssteigerung wurde es plötzlich ungemütlich für die SG-Cracks. Der TVB machte mit einem 14:4-Lauf zehn Zähler wett. Wenig später waren es nur noch sechs Punkte Differenz.

Zeit und Kraft reichen nicht mehr

Auch wenn sich die SG kurzzeitig aus den TVB-Fängen befreien konnte, stand die Partie beim 79:85 und 87:91 erneut auf der Kippe. Zur Wende reichte den Einheimischen Zeit und Kraft aber nicht mehr.

„Nach der Pause merkte man unseren jungen Spielern die fehlende Erfahrung an. Wir alle sprachen in der Halbzeit darüber, dass die ersten drei bis fünf Minuten nach Seitenwechsel die entscheidenden für den weiteren Spielverlauf sein werden“, erklärte SG-Headcoach Nils Uhrig. „Doch wir bekamen nicht mehr die Energie aufs Feld wie noch in der ersten Halbzeit. Da waren wir nicht auf dem Level des TV Bad Bergzabern.“ Der zweikampfstarke SG-Routinier Sebastian Fischer machte klar, was alles notwendig ist, um in Bergzabern als Sieger aus der Halle zu gehen: „Der TVB hat mit Jeremy Black und Phil Behrendt zwei Monster unter den Körben – da haben wir klasse dagegengehalten. Bärenstark, was wir in der ersten Hälfte aufs Parkett brachten.“

So spielten sie

TV Bad Bergzabern: Black (27 Punkte), Langenfeld (20), Behrendt (16), Bergmann (16), Tübel (6), Adam (2), Rudolf, Kretschmer, Illgen, Herberg, Jung, Störmann

SG TV Dürkheim/BI Speyer: Surblys (27 Punkte), Geier (23), Bruce (12), Karst (11), Gesmann (9), Flynn Lange (5), Diala (3), Fischer (3), Liam Lange

Spielfilm: 24:28 (12.), 27:40 (14.), 31:46 (17.), 33:54 (19.), 49:61 (26.), 59:65 (28.), 63:82 (33.), 76:85 (36.), 79:85 (38.), 87:91 (40.).

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