Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Tiger mit dem besten Spiel seit Langem

Justin Kehl (beim Wurf) und Joshua Albert (dahinter) waren die besten Tiger-Schützen.
Justin Kehl (beim Wurf) und Joshua Albert (dahinter) waren die besten Tiger-Schützen.

Mit 31:24 (15:8) gewannen die Südpfalz-Tiger in der Handball-Regionalliga gegen den TuS KL-Dansenberg. Zu präsent zeigten sie sich in der Abwehr vor einem guten Torwart Mika Schwenken. Dansenberg bleibt wohl Elfter und wird auf Schützenhilfe der Eulen Ludwigshafen in der 2. Liga angewiesen sein, um in der Liga zu bleiben.

Schon nach zehn Minuten nahm Dansenbergs Trainer Patrick Schulze die erste Auszeit. Nichts ging für seine Mannschaft, die wieder auf mehreren Positionen verändert werden musste. „Da war auch mal das Spielglück auf unserer Seite, wo wir den Abpraller bekommen. Das haben wir auch genutzt“, so Schwenken nach dem vorletzten Saisonheimspiel.

Gegner stellt komplett um

Nachdem Rechtsaußen Justin Kehl mit zwei Toren das 11:4 erzielte, hieß es nach 19 Minuten wieder: Auszeit Dansenberg. „Ich musste in Abwehr und Angriff mal komplett umstellen. In den ersten Minuten hat es gefühlt gefruchtet, dann ist es aber wieder verpufft“, erklärte Schulze. Aktivposten seiner Mannschaft war Vincent Uben, der bis dahin drei Tore erzielte. Auf ihn waren die Tiger eingestellt, wie Trainer Jochen Werling erklärte: „Er kommt lieber mit Schwung auf die Abwehr, dafür haben wir ihm jedoch wenig Raum gegeben.“ Uben spielt mit dem auf der Tribüne sitzenden Felix Werling, dem jüngeren Bruder des Tiger-Trainers, in der Gehörlosen-Nationalmannschaft. Er war mit sieben Toren bester Dansenberger Werfer.

Was Jochen Werling nach dem Spiel als besondere Leistung herausstellte: variables Angriffsspiel, sowohl im Positionsangriff als auch in der zweiten Welle. Johannes Horn stieß mehrmals durch die Dansenberger Abwehr. „Wir haben es immer wieder geschafft, die Abwehr auseinanderzuziehen, es hat sehr flüssig ausgesehen. Die ersten 40 Minuten waren in der Offensive das beste Spiel seit Langem“, so der Trainer.

Schlendrian

Denn seine Spieler blieben am Drücker: 15:7 durch André Hilsendegen (28.), 21:9 durch Joshua Albert (36.). Das Spiel war längst entschieden. Patrick Schulze ärgerte sich: „Ich habe schon oft hier gespielt und weiß, wie es läuft, wenn man den Kampf nicht annimmt. Von daher hat es mich nach dem Verlauf des Spiels auch nicht gewundert, dass es so früh durch war.“

Beim 28:17 durch Jonas Job betrug der Vorsprung letztmals elf Tore (45.), danach schlich sich der Schlendrian ein. Technische Fehler, weniger Zugriff in der Abwehr. Werling relativierte: „Das Spiel war ja schon lange entschieden, da ist es normal, dass mal die Spannung nachlässt. Wichtig war mir, dass jeder seine Spielanteile bekommt. Von daher bin ich da auch überhaupt nicht sauer drüber.“ Nachdem Florian Bauchhenß per Konter nach einem langen Pass seines älteren Bruders Timo im Tor auf 30:20 stellte (54.), ließen es die Tiger austrudeln. Joshua Albert und Justin Kehl trafen je fünf Mal. Zehn Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein.

Werling: Vorgaben klasse umgesetzt

„Wir haben in Abwehr und Angriff ein gutes Spiel gemacht. Wir wussten, dass wir mit einem Sieg den Klassenerhalt sichern können. So sind wir auch aufgetreten“, resümierte Justin Kehl. „Die Jungs haben die Vorgaben klasse umgesetzt und nie einen Zweifel an den zwei Punkten gelassen“, konstatierte Jochen Werling. Patrick Schulze war enttäuscht: „Die personellen Umstände lasse ich als Ausrede nicht gelten. Die Jungs wussten, was auf sie zukommt. Die Tiger wollen mit Kampf und Leidenschaft den Gegner mürbe machen. Das haben sie geschafft und hochverdient gewonnen.“

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