Handball
Tiger gewinnen direkten Vergleich mit Dansenberg II
Die Südpfalz-Tiger gewinnen den Abstiegskracher und fegen vor 330 Zuschauern den TuS KL-Dansenberg II nach überragender zweiter Halbzeit mit 33:24 (12:11) aus der Halle. Damit sind sie punktgleich mit den Westpfälzern und verdrängen sie in der Handball-Oberliga von Platz zwölf, da sie den direkten Vergleich gewonnen haben.
Brauchst Du mich?
Stefan Job, der als ganz junger Spieler von der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam auszog, um in Balingen-Weilstetten, Hochdorf, Haßloch und zuletzt 2022 bei den Eulen Ludwigshafen höherklassig Handball zu spielen, wird in der Bäckerei angesprochen. Die Südpfalz-Tiger sind im Abstiegskampf, die Personalsituation nicht rosig. Job schreibt daraufhin eine WhatsApp-Nachricht an Trainer Christian Job: „Bist Du der Meinung, mich zu brauchen? Ich wäre bereit auszuhelfen.“
Der Trainer freute sich. Für zehn Minuten werde es reichen. Für Stefan Job hieß das: Treffen am nächsten Tag um 16.30 Uhr.
Dansenbergs Erfolgsrezept geht nicht auf
„Vielleicht haben wir uns in der ersten Halbzeit zu viele Gedanken gemacht“, begründete Johannes Horn manch technischen Fehler in der Offensive. Hinten lief es besser: Die 3-2-1-Abwehr mit Nils Scherthan auf der offensiven Position agierte gewohnt aggressiv, Torhüter Max Geiger war sofort im Spiel, kam bis zur Pause auf sieben und insgesamt auf 14 Paraden inklusive zweier gehaltener Siebenmeter. Beim 7:8 durch Bennet Löhmar nach 21 Minuten drohte die Partie zu kippen, die Gäste bereiteten ihre Abschlüsse zielstrebiger vor. Sie versuchten es mit dem siebten Feldspieler, im Hinspiel das Erfolgsrezept.
Der Schuss ging nach hinten los: Erst traf der siebenfache Torschütze Jan Gerbershagen zum 9:8 ins leere Tor, dann Florian Bauchhenß zum 10:9 per Siebenmeter. Diesen gab es, weil die Tiger nach Ballgewinn aus der eigenen Hälfte ins leere Tor werfen wollten, der Versuch jedoch regelwidrig geblockt wurde.
Johannes Horn macht Riesenspiel
Diese Führung gaben die Tiger nicht mehr her. Nachdem Gerbershagen unter Zeitspiel am Kreis einlief, verwertete und Max Geiger einen freien Ball hielt, ging es mit 12:11 in die Pause.
Christian Job musste nicht viel nachjustieren: „Die Abwehr stand ja gut. Vorne ging es lediglich darum, unsere Struktur konsequenter beizubehalten. Was sich dann ja auch bemerkbar machte.“ Bis zur 43. Minute bauten die Tiger die Führung auf 19:13 aus, Torwart Max Geiger traf ins verwaiste Gästetor. Vorne steigerte sich neben Johannes Horn, der in Abwehr und Angriff ein Riesenspiel machte und fünf Tore erzielte, auch sein Bruder Elias. Ab seinem 21:15 (45.) bauten die Gastgeber die Führung kontinuierlich aus. Sie gingen weiter hohes Tempo, leisteten sich bei Kontern nur wenige Fehler und erzielten aus der zweiten Welle ansehnliche Tore.
Trainer Job: Riesenlast abgefallen
Als Johannes Horn mit dem 28:18 die erste Zehn-Tore-Führung herauswarf, war Christian Job längst damit beschäftigt, die Seinen in ihrer Angriffseuphorie zu zügeln. Dansenberg nahm Arne Schäfer in kurze Deckung, dann auch Johannes Horn, schließlich hieß es Mann gegen Mann. Die Tiger spielten es unaufgeregt. Ein Ruhepol: Stefan Job. War er in Ballbesitz, setzte er seine Teamkollegen gekonnt ein. Ballverluste? Keine. Seine Teamkollegen konnten sich freilaufen.
Christian Job war erleichtert: „Es fällt gerade eine Riesenlast von mir ab. Endlich haben wir auch vorne mal gezeigt, was wir können.“ Johannes Horn beschrieb das Spiel als „das, was wir gebraucht haben“. Und Stefan Job? Der spricht von einer Herzensangelegenheit und gehört für die letzten drei Spiele fest zum Kader. Weiter geht’s bei der HSG Eckbachtal.