Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Tiger geben Sieg in Offenbach aus den Krallen

Felix Kunz vor einem Tor für den TV Offenbach. Mit der 15 der Tiger Joshua Albert, hinter diesem Mario Fuchs.
Felix Kunz vor einem Tor für den TV Offenbach. Mit der 15 der Tiger Joshua Albert, hinter diesem Mario Fuchs.

Es wird eine brüderliche Punkteteilung für die Trainer, aber einer ist nicht glücklich damit. 500 Zuschauer machen das Oberliga-Derby zu einer knisternden Angelegenheit. Sieben Sekunden vor Schluss erzielt Sebastian Mohra den Ausgleich für den TV Offenbach gegen die Südpfalz Tiger.

Festtag in der ausverkauften Queichtalhalle: 500 Zuschauer sorgen beim Handball-Oberligaderby zwischen dem TV Offenbach und den Südpfalz Tigern für Gänsehautatmosphäre. In einem nicht hochklassigen, dafür umso intensiveren Spiel trennen sich die Mannschaften 22:22 (11:10).

Schon 45 Minuten vorher knisterte es, die Derbystimmung war greifbar. Die Tiger deckten einen Tick aggressiver und lagen mit dem Tor von Florian Bauchhenß nach acht Minuten mit 5:2 in Führung. Offenbachs Torwart Florian Pfaffmann ermöglichte mit zwei Paraden hintereinander das 4:5 durch Philipp Mohra (12.).

Fehlerfestival

Das hohe Anfangstempo beider Mannschaften machte sich bemerkbar: Unkonzentriertheiten schlichen sich ein, zeitweise gingen mehrere Angriffe ins Zeitspiel und endeten mit Schrittfehlern, Fehlpässen oder leicht vorhersehbare Stürmerfouls, was Offenbachs Trainer Tobias Job und seinen Bruder Christian auf der Gegenseite ein ums andere Mal auf die Palme brachte. Als Spieler und Trainer haben beide diese Kulisse zuhauf erlebt. Ihr Vater, Handballlegende Wilfried Job, sowieso. Der erkannte einen Zusammenhang: „Viele Spieler sind das nicht gewohnt. Daraus resultieren die hektischen Angriffsversuche und die vielen technischen Fehler, weil jeder versucht, es besonders gut machen zu wollen.“

Zu lange diskutiert

Der Ergebnisrhythmus: Zwei-Tore-Führung Tiger, Anschluss TVO. Nach dem 6:8 durch Tiger Jonas Job (18.) kam Offenbachs halbrechter Rückraumspieler Maximilian Daum auf die Platte, fügte sich mit einem Tor ein und diskutierte eine Minute später so lange mit dem Schiedsrichter, bis der ihn für zwei Minuten auf die Bank schickte. Tobias Job hatte genug und nahm nach dem Anschlusstreffer zum 8:9 durch den starken vierfachen Torschützen Andreas Benz eine Auszeit, in der er die richtigen Worte gefunden zu haben schien. Sofern diese und andere Anweisungen während des Spiels überhaupt verstanden wurden, denn der Geräuschpegel in der Halle machte es nicht einfach.

Kaum Tore aus Positionsspiel

Florian Pfaffmann zum 11:9 in das leere Gästetor, sie spielten in Unterzahl mit dem sechsten Feldspieler, war der erste Treffer nach fünf torlosen Minuten. Jan Gerbershagen stellte mit dem Pausensignal den 11:10-Halbzeitstand her, nachdem die Tiger zehn Minuten ohne Torerfolg waren.

Wilfried Job prognostizierte in der Halbzeit: „Gewinnen wird, wer weniger technische Fehler macht.“ Die gab es weiterhin. Der siebenfache Torschütze Gerbershagen und A-Jugendspieler Justin Kehl stellten auf 11:12 und gaben damit die weitere Reihenfolge vor: Führung Tiger, Ausgleich Offenbach. Aus dem Positionsspiel fielen kaum Tore, diese gab es meistens über die schnelle Mitte und zweite Welle. Nach 40 Minuten und der 15:14-Führung durch Nico Bader drehten die Gastgeber den Spieß um: Führung Offenbach, Ausgleich Tiger. Beim 16:16 nach Offenbacher Auszeit scheiterten die Offenbacher gleich doppelt an Gästetorwart Maximilian Geiger und hatten Glück, dass Elias Horn einen Konter zur Gästeführung vergab.

Nervenspiel

Die Partie blieb zäh, jedes Tor musste hart erkämpft werden. Der Rhythmus weiterhin: Führung Offenbach, Ausgleich Tiger. Beim 20:19 (50.) stockte den Tigern der Atem: Offenbachs Philipp Mohra tauchte frei vor Geiger auf, vergab jedoch leichtfertig den ersten Zwei-Tore-Vorsprung in der zweiten Hälfte. Johannes Horn, der im Innenblock eine starke Partie lieferte, glich aus, Mario Fuchs vergab nach seinem Tor freistehend das nächste. Das sollte sich rächen: Elias Horn und Gerbershagen drehten das Spiel, was längst zum Nervenspiel wurde, zum 21:22.

Auszeiten beider Mannschaften. Was wird da besprochen? Tobias Job: „Wir hatten eine klare taktische Anweisung. Daraus wurde aber nichts, wir schmeißen den Ball weg.“ Christian Job, bei 50 verbleibenden Sekunden und Ballbesitz der Tiger: „Wir haben aufgrund der offensiven Deckung bewegliche Spieler gebracht.“ Ohne Erfolg. Offenbach kam wieder in Ballbesitz und der Ball zu Sebastian Mohra, der bei sieben Sekunden Restspielzeit das 22:22 markierte. Geplant? „Nein, das bringt die Situation mit sich. Als der Ball von links kam, wusste ich, dass es auf mich hinauslaufen wird.“

Was die Trainer meinen

Mit dem Punkt konnte Tobias Job besser leben als sein Bruder: „Nach dem Spielverlauf gerecht. Am Ende müssen wir glücklich sein, noch mal in Ballbesitz zu kommen.“ Christian Job: „Gefühlte Niederlage. Aber meine Mannschaft hat einen Riesenkampf abgeliefert. Deshalb kann sich keiner etwas vorwerfen.“

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