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SV Büchelberg verspielt 2:0-Führung
Nach dem 2:2 im Landesliga-Derby beim SV Büchelberg freute sich Offenbachs Trainer Daniel Jahnke „ganz klar über einen gewonnenen Punkt“. Sein Team hatte im ersten Durchgang große Probleme gehabt.
Da waren die langen Bälle von Christian Liginger und die Seitenwechsel des SVB, die den FSV arg beschäftigten. Als Kazuaki Nishinaka eine Hereingabe auf Yasin Özcelik verlängerte und der den Japaner wieder bediente, wurde er von Steffen Wiegerling gefoult. Elfmeter. Liginger verwandelte trocken (22.). Mit dem zweiten Büchelberger Treffer, den der Japaner unmittelbar vor der Pause erzielte, schien der FSV schon geschlagen. Nishinaka pflückte eine eigentlich zu lang geratene Hereingabe Özceliks herunter und verarbeitete sie.
FSV in Halbzeit noch gierig
„Ich habe in der Kabine darauf hingewiesen, dass Büchelberg nervös wird, wenn wir den Anschluss schaffen. Die Jungs waren noch voller Gier“, sagte Jahnke. Nico Nagel nutzte den Freiraum, der ihm von Büchelbergs Verteidigung gewährt wurde, und setzte sich nach einem Steckpass gegen SVB-Torsteher Pascal Radetzky durch (54.). Jetzt war der FSV im Spiel. Die Einheit hielt zusammen, fand den Glauben und kam in der 72. Minute zum Ausgleich. Der Ball wurde im Mittelfeld resolut erobert, Daniel Szadorf setzte sich gegen den letzten Verteidiger durch und schloss eiskalt ab.
Es wäre noch mehr möglich gewesen für den FSV. Hätte Steffen Wiegerling die Einladung angenommen und wäre im Strafraum gefallen, es hätte wohl Elfmeter gegeben (76.). In der Nachspielzeit musste er eine Fünf-gegen-zwei-Überzahl besser ausspielen, er blieb am abgeklärten Eduard Wagner hängen.
Gastgeber zerlegen sich in Einzelteile
Der FSV bleibt bei der mageren Ausbeute von einem Sieg. Der SVB hat von sieben Spielen nur eines verloren, nach dem Schlusspfiff sah es aber eher so aus, als wäre das Team gerade abgestiegen. Büchelberg hatte das Spiel in der ersten Hälfte im Griff, agierte wie ein Ligaprimus. Ligingers lange Bälle waren eine Waffe, gerne von Kapitän Gianluca Calabrese und den weiteren Offensivkräften kopiert und auch verwertet. Hinten stand der SVB sicher, ließ nichts zu. Die 2:0-Pausenführung war Resultat einer souveränen Leistung einer Elf mit vielen herausragenden Individualisten.
Nach dem Seitenwechsel schlich sich zuerst die Lässigkeit ein. Die Abwehr stand beim ersten Gegentor viel zu hoch und offen. Danach diskutierten die Büchelberger immer wieder lautstark, wer was wann besser zu machen habe. Jeder spielte für sich, keiner mehr für den anderen. Nur noch einzelne Einzelaktionen brachten Gefahr für den FSV. Resultat war auch die Gelb-Rote-Karte von Dominik Jäger, der, gefoult worden, einen Offenbacher umstieß (84.). Der SVB hätte auch noch gewinnen können, wenn danach Ligingers Freistoß-Hammer aus 25 Metern nicht an die Latte gedonnert, sondern ins Tor geflogen wäre. So aber blieb viel Frust in einer Elf, die Lust am Kicken hat, der aber offenbar noch die Erkenntnis abgeht, dass Fußball auch gearbeitet werden muss, dass kritische Situationen gemeinsam gemeistert werden müssen. Bezeichnend: Liginger musste Özcelik gleich zweimal bitten, hinten abzusichern, als der SVB in Unterzahl agierte, weil Yusuf Günay behandelt werden musste (9.).
„Das hat nicht gut ausgesehen. Wenn es etwas zu bereden gibt, dann in der Kabine, nicht auf dem Platz. Dazu habe ich auch der Mannschaft etwas gesagt“, sagte Trainer Sahin Pita mit Blick auf die Scharmützel. Er ist nun gefragt, aus Einzelkönnern eine stabile Mannschaft zu formen. Die ist der SVB noch nicht.