Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Büchelberg mit erstem Schritt in Richtung Verbandsliga

Gibt die Richtung vor: Jonah Eckert (Mitte), Büchelbergs Torschütze zum 1:0.
Gibt die Richtung vor: Jonah Eckert (Mitte), Büchelbergs Torschütze zum 1:0.

Der SV Büchelberg lässt im Duell mit der SG Meisenheim/Desloch/Lauschied den Aufstiegsspielfluch hinter sich. Warum Interimstrainer Volker Brecht im nächsten Spiel fehlt.

Kollektives Aufatmen im Ried: Der SV Büchelberg besiegte im ersten Entscheidungsspiel der Landesliga-Vizemeister um den Aufstieg in die Verbandsliga die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied mit 2:1 (1:0).

Es war sicher kein glanzvoller Sieg unter der erstmaligen Regie von Interimstrainer Volker Brecht, doch das war der Büchelberger Fußballfamilie reichlich egal. Ihre Kicker haben im achten Anlauf das Relegations-Trauma besiegt. In den letzten beiden Jahren gelang gegen den SC Hauenstein und die TuS Hohenecken kein Sieg, genau wie ein Jahrzehnt zuvor als Bezirksliga-Vize gegen den jetzigen Oberligisten TSV Gau-Odernheim.

Eckert schreibt Geschichte

Der waschechte Büchelberger Jonah Eckert schrieb ein weiteres Kapitel eines kleinen lokalen Fußballmärchens. Die letzten Wochen fehlte er der zweiten Mannschaft, weil er hochgezogen wurde. Dennoch sicherte er sich mit großem Vorsprung mit 37 Toren die Torjägerkanone der B-Klasse Ost. Jetzt macht der wuchtige Mittelstürmer drei Klassen höher einfach so weiter. Nach einer Viertelstunde verwertete er mit einem Kopfball am langen Pfosten eine leicht abgefälschte Rechtsflanke von Lucas Palau zum 1:0 für seine Farben. Diese Führung war hochverdient, sein Team hatte stark begonnen und dominierte mit viel Ballbesitz die Begegnung.

Das 1:0 gab den Blau-Weißen jedoch keine Sicherheit. Sie wurden in der Vorwärtsbewegung zaghafter, Fehlpässe häuften sich, zahlreiche Rückpasse zu Keeper Malcom Little dokumentierten die Unsicherheit. Dennoch hatte der SVB die große Möglichkeit zum 2:0: In der 35. Minute wurde Eckert kurz vor dem Strafraum gefoult, Palau setzte den Freistoß aber ans Lattenkreuz. Auf der anderen Seite zielte Maurizio Lörsch zwei Minuten später ganz knapp vorbei.

Rot in den letzten Minuten

Nach der Pause wurden die zunächst sehr defensiv eingestellten Gäste mutiger, der barfuß coachende Trainer Jens Bohr hatte früh von Fünfer- auf Viererkette umgestellt. SVB-Torwart Little wirkte bei manchem Rückpass unsicher, doch auf der Linie entschärfte er mit starken Reflexen mehrere Kopfbälle aus kurzer Distanz. Seine größte Tat vollbrachte er nach einer Stunde. Bernhard Benneter foulte Laurenz Fach, Schiri Sami Tirech (Maudach) entschied auf Strafstoß. Der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung. Aber er schoss schwach, der von allen „Mello“ genannte Büchelberger Keeper parierte.

Nach einem sauber vorgetragenem Konter traf Yannick Schneider per Flugkopfball am langen Pfosten nach Rechtsflanke von Lars Ößwein in der 80. Minute zum 2:0. In der Schlussphase wurde es hektisch, nach kurz ausgeführter Ecke zirkelte SG-Joker Benjamin Hill den Ball an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zum Anschlusstreffer. In der 90. Minute quittierte Eckert eine Zeitstrafe wegen Spielverzögerung. Gästekeeper Johannes Körner eilte mit nach vorne, Gianluca Calabrese traf nach Solo zum vermeintlichen 3:1 ins leere Tor. Der Assistent hob die Fahne, die Büchelberger Bank protestierte, Interimscoach Volker Brecht sah Rot. Nach dem Spiel meinte er: „Nach starkem Beginn gegen einen kompakt stehenden Gegner haben wir den Faden verloren, der finale Pass kam einfach nicht mehr. Heute hatten wir mal die Fortune, die uns schon so oft gefehlt hat.“ Sein Gegenüber Jens Bohr sieht gute Siegchancen für sein Team im Rückspiel am Samstag (15 Uhr in Desloch). Er sagte: „Wir haben es trotz Niederlage gut gemacht, ich hatte den Gegner stärker erwartet.“ Brecht äußerte seinen Missmut über die Rote Karte: „Ich habe nur kundgetan, dass es aus meiner Sicht kein Abseits war. Ich habe niemanden beleidigt und wurde vorher nicht verwarnt. Als Grund nannte der Referee zu häufiges Verlassen der Coachingzone.“ Wer am Samstag auf der Bank sitzt, ist noch offen. Brecht favorisiert eine interne Lösung. Sollte die SG gewinnen, kommt es am kommenden Mittwoch zum entscheidenden Spiel beim ASV Nibelungen Worms.

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