interview
„Sprinter tun sich schwer“ beim Radrennen in Bornheim
Herr Gensheimer, am Montag ist Tempo angesagt. Was macht das Kerwerennen „Rund um den Saubrunnen“ in Bornheim so besonders?
Kerwerennen sind an sich schon etwas Besonderes für die Pfalz. Da es eine Kombination aus Kriterium und Temporennen ist und es in den letzten zehn Runden wesentlich mehr Punkte gibt als üblich bei einem Kriterium, kann sich das Ergebnis am Ende noch mal komplett drehen.
Wie sehen die Wertungen genau aus?
Die normalen Wertungen alle fünf Runden laufen bis zum Ende durch. In acht der letzten zehn Runden, in der 41., 42., 43., 44., 46., 47., 48. und 49. Runde gibt es aber zusätzlich zwei Punkte für den Ersten und einen Punkt für den Zweiten.
Wer hat in so einem Rennen in der Regel die Nase vorne?
Sprinter tun sich in den Temporunden meistens schwer, weil sie nicht jede Runde sprinten können. Das Rennen ist etwas für tempofeste Kriteriumsfahrer.
Wer ist im Rennen der CT-Fahrer und Elite-Amateure dabei?
Der RSC Kempten kommt zu viert. Da sehe ich den deutschen Kriteriumsmeister Jonas Schmeiser und Andreas Mayr vorne. Außerdem kommen die Gebrüder Tenbruck von den Racing Students, Moritz Augenstein vom RSV Ellmendingen, der gerade die deutsche Derny-Meisterschaft gewonnen hat, zwei von Patrick Lechners Team Bike Aid, drei von Wheelsports-Metropol Racing und sechs vom Roschbacher Team Möbel Ehrmann. Von ihm sehe ich Fabian Genuit für das Rennen am besten gewappnet. Ich denke, der Sieger wird aus diesem Kreis kommen. Insgesamt sind es 32 Fahrer.
Und bei den Amateuren?
Auch hier sind es 32 Fahrer. Darunter zwei von Neupotz, zwei von Roschbach und vier Fahrer von Offenbach. Ich traue unseren Fahrern schon das Podium zu. Florian Dietsch kann da mit seiner Erfahrung, denke ich, ein Wort mitreden.
Die 1,4 Kilometer lange Runde ab der Hauptstraße um den Saubrunnen ist so, wie man sie kennt?
So wie man sie von vor Corona kennt. Vergangenes Jahr haben wir Start und Ziel verlegt, da war auch keine Kerwe, deshalb sind wir in einen weitläufigeren Bereich gegangen. Dieses Jahr haben wir aber wieder die klassische Zielgerade am Saubrunnen.
Was macht den Kurs aus?
Eine lange Gegengerade und ein paar mehr Kurven als in einem üblichen Kriterium in Richtung Ziel. Das finden manche schon eklig. Es ist schwerer als ein normales Rollerkriterium.
Es ist der zweite Renntag des Vereins in diesem Jahr. Am 1. Mai hatte Ihr Verein in Offenbach ein Junioren-Bundesliga-Rennen. Da war einiges los. Erwarten Sie einen solchen Zuspruch auch in Bornheim?
Das Bundesliga-Rennen am 1. Mai war extrem gut besucht. Es war sicherlich eines der ersten Rennen nach Corona, die wieder unter normalen Bedingungen stattfanden. Ich weiß nicht, ob sich das auf Bornheim übertragen lässt, so viele Feste wie im Moment sind. Ich gehe aber schon davon aus, dass wir das erreichen, was wir vor Corona hatten. Wir haben ja auch wieder ein Fette-Reifen-Rennen. Da kommen auch immer ein paar Zuschauer mit.
Wer kann hier mitmachen?
Alle, die ein Fahrrad mit normalen Reifen haben. Auch vor Ort kann man sich noch anmelden. In Offenbach hatten wir dieses Jahr in diesen Klassen rund 50 Fahrer am Start, vergangenes Jahr in Bornheim waren es sogar noch mehr. Aber da waren auch viele Kinder da, die froh waren, dass überhaupt etwas war. Dieses Ausmaß erwarten wir nicht. 30 bis 50 Starter finde ich aber schon realistisch.
Wer von den Zuschauern wird Radpublikum und wer Kerwebesucher sein?
Das ist gemischt. Es sind viele Bornheimer, die auf ihre Kerwe gehen. Es kommen aber auch viele, die aus Tradition das Radrennen schauen und danach auf die Kerwe gehen.
Gehen auch Fahrer nach dem Rennen auf die Kerwe?
Wir machen die Siegerehrung wieder im Festzelt. Insofern füllt sich dieses nach dem Rennen noch ganz gut. Auch Fahrer bleiben noch da. Montags ist ja auch der Abschluss der Kerwe.
Welchen Herausforderungen müssen Sie sich in der Planung stellen?
Wir werden großartig unterstützt von der Gemeinde Bornheim, der Feuerwehr, dem Bauhof und den Sponsoren. Das macht uns das Ganze viel einfacher. Mir ist auch nicht bekannt, dass jemand seinen Unmut geäußert hat. Jeder freut sich auf das Rennen.
Zeitplan
- 16.30 Uhr: Amateure (56 km)
- 17.40 Uhr: Hobby (Fette Reifen Jahrgang 2012 und jünger, Bambini-Cup Jahrgang 2017 und jünger, Laufrad-Cup)
- 18 Uhr: CT- und Elite-Amateure (70 km)