Lokalsport Südpfalz
Sportsmänner: Offenbacher Wolfgang Heckmann der Mann für verschworene Gruppen
Er spielte Tischtennis beim TV Offenbach, Volleyball beim ASV Landau. Bekannt ist er aber vor allem als Handballer beim TVO, beim TV Wörth, TV Nußdorf und anderen Vereinen. Mit 70 ist Wolfgang Heckmann noch in der zweiten Tischtennismannschaft des TVO aktiv.
Mit zwölf Jahren begann der Offenbacher Tischtennis zu spielen und mit 13/14 Jahren Handball. „In der A-Jugend war ich auch mal im Tor. Das war mir aber zu langweilig“, blickt er zurück.
Gründungsmitglied bei Landauer Volleyballern
Nach dem Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Landau studierte Heckmann in Landau für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen Mathematik und Sport. In dieser Zeit war er Gründungsmitglied der Volleyballabteilung beim ASV Landau. Nach dem Studium gab er das Volleyballspielen wieder auf. 1972 kam er als Lehrer an die Hauptschule Germersheim. Hier blieb er 20 Jahre, ehe er ebenfalls 20 Jahre an der Hauptschule, später Regionalen Schule und danach noch an der Realschule plus Rülzheim unterrichtete.
Ab seiner Lehrertätigkeit beherrschte der Handball seine Freizeit.
„Schon direkt nach dem Abitur habe ich Jugendmannschaften in Offenbach betreut, was auch während des Studiums der Fall war. Da spielte ich mit der ersten Mannschaft des TV Offenbach in der Bezirksklasse.“
Karl Keller holt ihn nach Wörth
Mit 23 Jahren wechselte er 1973 zum TV Wörth. „Der dortige Trainer Karl Keller – in Wörth ein namhafter Handballer – hatte mich beobachtet und mir angeboten, nach Wörth zu kommen. Da habe ich nicht gedacht, dass daraus acht Jahre würden.“
In dieser Zeit spielten die Wörther auf dem Großfeld und in der Halle in der Verbandsliga. „Ein Jahr danach war ich schon Spielertrainer als einziger auswärtiger Spieler“, erzählt Heckmann. Er erinnert sich besonders an die Derbys gegen den TV Hochdorf und die TSG Haßloch, die heute vor 45 Jahren letzter deutscher Meister auf dem Großfeld war.
„Ein eingeschworenes Team“
„Wir waren eine eingespielte Truppe, ein eingeschworenes Team. Das war die Basis für die Erfolge, die Aufstiege über die Ober- in die Regionalliga“, beginnt Heckmann zu schwärmen. Dabei war er in den letzten beiden Jahren in Wörth nur noch als Trainer tätig. Er erinnert sich gerne an seinen Haupttorschützen Norbert Sauer im linken Rückraum – später Spielertrainer beim TSV Kuhardt -, an Ottmar Vulpus im Tor, Rolf Beyerle am Kreis und an die Brüder Bernd und Helmut Schöner oder später die drei Klöffer-Brüder Alfons, Norbert und Klaus. „Die Truppe konnte auch ganz schön feiern. Aber das war nicht so meine Sache.“
„Nach so langer Zeit bei einem Verein war es Zeit zum Wechseln“, sagt Heckmann. Er ging für zwei Jahre zum TV Nußdorf, der damals in der Oberliga Pfalz mit Akteuren wie Klaus Pfaffmann, Günter Seibert und Günter Bach spielte. Danach kam er noch einmal zurück zum TV Wörth in die Regionalliga, ehe zwei Jahre beim HSC Frankenthal mit dem überragenden Wolfgang Barte folgten. Dann war Heckmann noch eineinhalb Jahre beim badischen TuS Durmersheim als Trainer.
„Meine Philosophie: eigene Spieler“
„Bei allen meinen Vereinen lautete meine Philosophie: eigene Spieler. Der Vorteil war die Gruppendynamik. Aber oft hat die große Qualität gefehlt, um über die Jahre in der oberen Klasse Regionalliga zu bleiben“, schaut er zurück.
Parallel zu seiner Tätigkeit in Durmersheim betreute Heckmann 1988 bis 1990 die Offenbacher A-Jugend. Anschließend übernahm er die erste Mannschaft in der Bezirksliga und gleichzeitig die A-und die C-Jugend. Mitte der 1990er-Jahre erlebte er die erfolgreiche Zeit mit Spielen der B- und A- Jugend um die deutsche Meisterschaft . Die erste Mannschaft führte er 2001 in die Regionalliga – mit einem Sieg in Wörth.
In dieser Zeit spielte sein Sohn Michael im Tor. Eyub Erden, sein Cotrainer, ein ehemaliger Schüler in Germersheim, übernahm die Mannschaft nach zwei Jahren in der Regionalliga. Bis 2010 hielt sich Offenbach in der damals dritthöchsten Spielklasse.
Lehrbeauftragter im Handball
Von 2001 bis 2008 war Wolfgang Heckmann auch Lehrbeauftragter im Fach Handball an der Universität Landau. Er hielt Vorlesungen für Anfänger und Fortgeschrittene. Parallel war er beim Pfälzer Handball-Verband und beim Südwestdeutschen Handball-Verband Lehrwart für die Trainerausbildung, nachdem er beim Deutschen Handballbund den A-Trainerschein absolviert hatte. Diesen hatten damals in der Pfalz nur drei Trainer.
Schließlich trainierte Heckmann die Schulmannschaft des Otto-Hahn-Gymnasiums, das damals den Namen „Offenbacher Handball-Gymnasium“ erhielt, weil fast das komplette Team aus Offenbach kam. Die Mannschaft erreichte bei einem Bundesfinale in Berlin den fünften Platz.
„Mit 60 ist Feierabend“, lautete Heckmanns Devise, an die er sich gehalten hat: Er gab seinen Handball-Trainerposten auf. „Doch gleich danach standen die AH-Fußballer des FSV Offenbach vor der Tür und erinnerten sich daran, dass ich einmal im Tor gestanden hatte. So ließ ich mich dann überzeugen und spielte noch vier Jahre bei verschiedenen Turnieren mit. Wir wurden sogar südwestdeutscher Meister im Kleinfeld“, sagt Heckmann strahlend.
Spielzeug für die Enkel
Er spielt weiter Tischtennis in der zweiten Offenbacher Mannschaft in der Kreisliga und fährt mit seinem Rennrad mit einer Radsportgruppe ein- bis zweimal die Woche 60 bis 80 Kilometer. Seit zwei Jahren ist er Vorstandssprecher des TV Offenbach. Trotzdem findet der Vater zweier Kinder (Judith und Michael) und Opa von vier Enkeln noch Zeit für sein großes Hobby, das Arbeiten mit Holz.
„Das habe ich mir persönlich angeeignet, und ich habe schon mehrere Spielsachen aus Holz für die Enkel gefertigt“, berichtet er stolz. Ein Enkel spielt Handball in der E-Jugend. Ihm schaut er gerne zu. Wenn er Zeit hat, sieht er sich auch Heimspiele der Oberliga-Mannschaft an. Zudem begleitet er manchmal seine Enkelin Marlene zum Turnen beim TV Wörth und frischt so alte Erinnerungen auf.
Heckmann liebt die gute Küche seiner Frau, isst gerne mal ein gutes Rumpsteak oder einen guten Fisch. „Besonders beliebt sind die Dampfnudeln, wenn die Kinder und Enkel kommen.“ Eine Schwäche hat er für sehr gute Pralinen.