Lokalsport Südpfalz
Sportsmänner: In Kürze ein Berliner – Fußballtrainer Thomas Wünstel zieht aus
Frank Wallenwein wird beim FV Neuburg Nachfolger von Trainer Thomas Wünstel. Dessen Ausscheiden steht schon lange fest. Der Weggang des 46-Jährigen hat berufliche Gründe. Er wird in Berlin Leiter für Produktion und Logistik einer Firma, die Bäder für Fertighäuser und Hotels herstellt.
Wünstel hat künftig 300 Mitarbeiter. Er hat sich im Internet beworben und bekam den Zuschlag. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und war eigentlich weltweit offen für alles. Doch in Berlin bin ich auf sehr kompetente und angenehme Menschen getroffen“, sagt er. Sein bisheriger Arbeitgeber Daimler-Benz hatte beim Personalabbau Mitarbeitern attraktive Ausscheidungsangebote unterbreitet. Wünstel nahm die Offerte an und orientiert sich nun neu.
Er war bisher „beim Daimler“ als Industriemeister in Germersheim beschäftigt und hatte die Personalverantwortung für rund 60 Mitarbeiter. Seine Verantwortungsbereiche hießen Leergut, Inventur, Optimierungsteam und Außenlager Sinsheim.
Keine Angst vor Veränderungen
Erlernt hatte er den Beruf des Kunststoffformgebers bei der BASF in Ludwigshafen von 1990 bis 1993. 1995 wechselte er zu Daimler-Benz in Wörth. Fünf Jahre später bildete er sich zum Industriemeister fort und hatte seither eine Führungsposition in Germersheim. Angst vor dem Tapetenwechsel hat er nicht. Er sei ein „weltoffener Mensch, der schon immer gerne durch die Welt gereist ist“. Sein Lieblingsziel ist Thailand. Seit sechs Jahren wohnte er in Lingenfeld.
Bei seinem Heimatverein SV Hatzenbühl hatte er alle Jugendmannschaften durchlaufen und war als Spieler aktiv. Viele Jahre war er in der Vorstandschaft tätig, vier Jahre lang war er Vereinspräsident. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem SVH zu Beginn des Jahrtausends, er holte mit seinem Team als Spielertrainer den Pokal und stieg als Meister der Kreisliga Südpfalz in die A-Klasse auf. Seine weiteren Stationen als Spieler hießen SV Minfeld, SV Büchelberg und SV Mörzheim.
„Harter Hund mit weichem Kern“
Gleich bei seiner ersten Trainerstation in Neuburg wurde er Meister mit der zweiten Mannschaft. Mit dem TB Jahn Zeiskam II stieg er 2011 in der Relegation auf. Als er vor drei Jahren mit dem SV Weingarten aus den ersten acht Spielen acht Siege geholt hatte, kam das Angebot des Landesligisten FSV Offenbach, Nachfolger von Dietmar Bittner zu werden. Wünstel nahm an. Er hatte schon mal die Frauen des FSV trainiert. Er war zudem noch Übungsleiter beim TuS Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen und beim VfL Neustadt.
„Ich wollte meinen Spielern stets die Freude am Fußball spielen vermitteln und habe großen Wert auf Kameradschaft gelegt“, betont der Vater eines erwachsenen Sohnes. Thorsten Reiter war Abteilungsleiter Fußball und Spieler beim Aufstieg mit dem TB Jahn Zeiskam. Er sagt: „Tom ist ein total fußballverrückter Mensch, der 100 Prozent Herzblut gibt. Er war ein harter Hund mit einem weichen Kern.“ Jonas Roth ist Verteidiger beim Bezirksligisten TuS Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen. Dorthin wechselte er gemeinsam mit Wünstel vom TB Jahn Zeiskam. Er meint: „Er ist einfach ein überragender Typ, der seine Spieler immer wieder begeistern konnte. Ich ging kein einziges Mal ohne die entsprechende Motivation auf den Platz.“
Lieblicher Rotwein aus Edesheim
Wünstel freut sich auf ein Wiedersehen mit seinen ehemaligen Spielern Timo Steigner und Felix Zaucker, die in der Landeshauptstadt leben. Sein zweites Hobby, das Motorradfahren, will er auch an der Spree ausüben. Er will sich eine neue Maschine zulegen, die alte hat er verkauft. Freunde sind ihm willkommen: „Platz ist genug im neuen Haus.“ Sie sollten ein paar Flaschen lieblichen Rotwein aus Edesheim mitbringen, den wird er vermissen.