Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsfrauen: Karriere bei BASF und im Basketball – Wie Anna Rapp ihrem Sport etwas zurückgibt

Anna Rapp ist viel unterwegs – gerne mit einem Glas Wein an schönen Südpfälzer Stellen.
Anna Rapp ist viel unterwegs – gerne mit einem Glas Wein an schönen Südpfälzer Stellen. Foto: privat

BASF und Basketball bestimmen ihr Leben auf der Achse Ludwigshafen, Landau und Bad Bergzabern. Anna Rapp liebt den Wein und blickt auf eine erfolgreiche Zeit als Korbjägerin zurück. Jetzt hat sie als Schiri großen Ehrgeiz. Tagsüber kümmert sich die Medien-Managerin für den Weltkonzern um Standortfragen in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Die Erfolge im Damenbereich beim TV Bad Bergzabern in den vergangenen 20 Jahren sind eng verknüpft mit dem Namen Anna Rapp. Wie ein Fels in der Brandung stand die Centerspielerin unter den Körben, Jahr für Jahr war sie die erfolgreichste TVB-Werferin. In dieser Saison macht sich die in Kapellen aufgewachsene 35-Jährige im TVB-Trikot rar. Sie konzentriert sich auf ihre Schiedsrichter-Karriere in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar und Nachwuchs-Bundesliga sowie ihren Beruf bei der BASF.

Neue Rolle auf dem Spielfeld

Basketball begleitet mich mein Leben lang. Ich habe reichlich Schönes erfahren und viele Erfolge gefeiert. Jetzt will ich dem Sport etwas zurückgeben“, beschreibt Rapp ihre Motivation, an Wochenenden nun weniger als Korbjägerin und mehr als Schiedsrichterin im Einsatz zu sein. „Selbst gespielt zu haben auf hohem Niveau, ein Spiel lesen zu können, Systeme zu verstehen und ein Gefühl für Zweikämpfe und ihre Intensität in einem erlaubten Rahmen zu besitzen, hilft schon, wenn man selbst pfeift.“ Anna Rapp bringt viele guten Eigenschaften mit. Sie besitzt ein gutes Auge, ist stressresistent, kann sich gut fokussieren und war schon immer bei aller individueller Klasse eine perfekte Mannschaftsspielerin. „Auch als Schiedsrichter muss man teamfähig sein, sich mit der Kollegin oder dem Kollegen blind verstehen“, erklärt sie ihr Verständnis eines guten Unparteiischen. „Natürlich neutral sein - das ist eine Grundvoraussetzung. Ein Schiri erfüllt dann einen guten Job, wenn man am Ende über das Match und nicht über die Schiris spricht.“

In den Oberligen der Damen und Herren sowie in den Nachwuchs-Bundesligen ist sie die zweite Saison im Einsatz. In der Regel in einem Umkreis bis 150 Kilometer, viel im Saarland. Im Frühjahr entscheidet sich, ob die Sportbegeisterte kommende Runde in den Regionalliga-Schiedsrichter-Pool aufsteigen wird.

Solo- oder Teamplayerin

Ihr Studium Medienmanagement schloss die Südpfälzerin 2007 mit Diplom an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ab. Erste berufliche Erfahrungen sammelte sie während eines Praktikums in Hamburg beim Verlag Gruner & Jahr. Die richtige Reife erlangte sie nach dem Studium. Bei einem Mannheimer Wohnungsunternehmen war sie in einer „One-Woman-Show“, so ihre Einschätzung der ersten beruflichen Herausforderung, für die Unternehmenskommunikation, Pressearbeit, das Marketing, den Internetauftritt und vieles mehr verantwortlich. Eine Aufgabe, die sie fit machte für ihren weiteren beruflichen Weg. Denn auch beim Chemie-Riesen BASF ist selbstständiges, eigenverantwortliches Arbeiten gefragt. Wichtig ist aber auch die Rolle als Teamplayerin, um im großen Netzwerk des Weltkonzerns zielorientiert die Themen und Projekte voranzubringen.

Pilot-Projekt

Von 2012 bis 2017 gestaltete sie für die BASF die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Wohnen und Bauen. Es folgten bis 2018 spannende Aufgaben in der externen Unternehmenskommunikation am Standort Ludwigshafen. Aktuell arbeitet Anna Rapp in verantwortlicher Position in dem über 1000 Mitarbeiter großen Geschäftsbereich „European Site Management“. Bei der Standort-Service-Einheit kümmert sie sich unter anderem um Werkschutz, Immobilien und Standortfragen. In ihrem neuen Pilot-Projekt untersucht sie die Verkehrssituation in Ludwigshafen und der Metropolregion Rhein-Neckar mit den damit verbundenen Auswirkungen in den nächsten Jahren für das Unternehmen. Dabei spielt der Personenverkehr für die BASF-Mitarbeiter eine genauso entscheidende Rolle wie der Gütertransport auf Straßen, Schienen und dem Wasser.

Der Wein und die weite Welt

In der Freizeit dominiert der Sport: Skifahren, Tennis und natürlich der Basketball – eine Leidenschaft, von der sie nicht lassen kann. Die Landauerin hat weitere Favoriten bei ihrer Freizeitgestaltung: Gut essen gehen, Wein genießen an schönen Plätzen mitten in der Natur oder Feiern mit Freunden auf Weinfesten. Anna Rapp ist gerne und oft in der Südpfalz unterwegs. Viel zu kurz, wie sie ausführt, kommt das Reisen bei dem fordernden Job in der Zeit von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends und ihren zahlreichen Hobbys. Ferne Ziele faszinieren sie. In diesem Jahr will sie nach Asien. Eine Fernost-Rundreise reizt sie genauso wie „in Singapur eintauchen und die Stadt mit allen Facetten und dem besonderem Flair erleben“.

Zur Sache

Anna Rapp pfeift am Samstag (19 Uhr) das Viertelfinalspiel im Pfalz-Pokal Eintracht Lambsheim (Bezirksliga) gegen VT Zweibrücken (Landesliga). Ab dem übernächsten Wochenende ist die Schiedsrichterin wieder überregional im Einsatz. Südpfälzer Beteiligung im regionalen Pokalwettbewerb gibt es 2020 nicht. Alle Mannschaften aus der Region sind bereits ausgeschieden. Die südpfälzische Fahne halten aber die Teams des TV Bad Bergzabern im Landespokal hoch. Im Achtelfinale trifft die Damen-Mannschaft um Trainer Klaus Fremgen am Samstag um 16 Uhr in der Kreishalle Bad Bergzabern auf den Oberliga-Rivalen TV Bitburg. Die Herren sind als Regionalligist beim Oberligisten TVG Baskets Trier (Samstag, 18 Uhr) zu Gast. Von Uwe Eid

Nach zwei erfolgreichen Jahrzehnten auf dem Spielfeld jetzt engagiert an der Pfeife.
Nach zwei erfolgreichen Jahrzehnten auf dem Spielfeld jetzt engagiert an der Pfeife. Foto: privat
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