Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel um Happy End geht an den TV Bad Bergzabern

Jeremy Black mit seiner Mannschaft in einer Auszeit.
Jeremy Black mit seiner Mannschaft in einer Auszeit.

Sieg oder Niederlage? Die allerletzte Sekunde, der letzte Wurf des Gegners. Der Ball prallt zweimal auf den Ring, dann ans Brett und fällt schließlich daneben. Kollektives Aufatmen und Riesenjubel beim TV Bad Bergzabern.

„Als ich die Flugbahn des Balles sah, dachte ich – Mist, der geht rein. Mit Brett und dann in den Ring. Und wir verlieren im letzten Moment.“ Martin Langenfeld sagt das direkt nach dem Abpfiff. Ausgepumpt und emotional ergriffen von einem Basketball-Match, das bis zur allerletzten Minute fesselte. Das Spiel der 2. Regionalliga endet wie ein Hitchcock-Thriller. 69:68 gewinnt der TV Bad Bergzabern gegen den BC Gelnhausen.

„Der Ball war perfekt positioniert, nicht zu weit links und auch nicht zu weit rechts. Nur eben ein ganz kleines Stückchen zu kurz. Unser Glück. Was für ein Wahnsinnsfinale. So geil kann nur der Basketball sein“, beschreibt Langenfeld die Flugkurve. Alle Augen in der Halle schauen gebannt auf diesen entscheidenden Moment: Hinterkante Ring, Vorderkante Ring, dann wieder zurück ans Brett. Schließlich kullert die orangefarbene Lederkugel über den Ring daneben und nicht hinein.

Zwei entscheidende Situationen

Eigentlich hatte der TV Bad Bergzabern die Partie schon längst verloren. 49:62 (30.) lag er zurück, ehe eine bärenstarke Defensivleistung und die starke Schlussoffensive das verrückte Match in der letzten Minute zu Gunsten der Kurstadt-Korbjäger kippten.

Es waren zwei Situationen, die das Spiel in der Schlussphase entscheidend veränderten. Kurz vor der letzten Viertelpause gab’s ein unsportliches Foul an TVB-Regisseur Martin Langenfeld. Sekunden später erhielt derselbe Gästespieler, Leistungsträger Jonas Müller, nach Meckern ein technisches Foul, was zum Hallenverweis führte. Der Schock saß tief bei den Hessen, die im vierten Viertel nur noch sechs Punkte erzielten. Langenfeld nahm in der Crunchtime sein Herz in die Hand und verkürzte mit drei Dreiern in vier Minuten den Rückstand auf 59:62. Das Team hatte den Glauben ans Erfolgserlebnis zurück.

Im Rausch

Danach steigerten sich die TVB-Jungs in den Erfolgsrausch. Unterm eigenen Korb gelang alles. Jeden Rebound und jeden Zweikampf gewannen die Einheimischen. Auch im Angriff lief’ plötzlich: Jan Wroblewski trifft zum 61:64 (38.), Johannes Jäger gelingt an der Drei-Punkte-Linie der 64:64-Ausgleich.

Gelnhausen wehrte sich auf den letzten Metern und ging noch zweimal in Führung (64:66 und 66:68), ehe der Wahnsinn seinen Lauf nahm: Zuerst gelingt Jeremy Black ein genialer Block am eigenen Korb. Auf der Gegenseite verwandelt Langenfeld 29 Sekunden vor Schluss einen Freiwurf zum 69:68. Der Sieg? Noch nicht. Nach erneutem Ballbesitz lässt Bergzabern clever die Zeit herunter laufen. Eigentlich alles klar – bis drei Sekunden vor Schluss. Fehlpass, Ballverlust. Gelnhausen kommt zum letzten finalen Korbabschluss.

Schwarzes Loch

„Der Ball hatte schon in unseren Korb reingeguckt, aber er überlegte es sich noch einmal und hatte dann doch etwas anderes vor“, beschrieb Jan Wroblewski den Moment, in dem allen TVB-Anhängern der Atem stockte. „Das war dann, so wie es am Ende lief, ein glücklicher Sieg. Doch wir wussten, dass der Gegner nichts zu verlieren hat und mit großer Energie uns einen heißen Tanz bieten wird. Wichtig war, dass wir unseren schwachen Start schnell wettmachten. Der dritte Durchgang, in dem rein gar nichts klappte, war ein einziges großes schwarzes Loch. Und dann kam das furiose Finish. Mit uns ist immer, zu jeder Zeit zu rechnen.“

0:10 und 4:13, dann war Bergzaberns Team wach. 17:17 (10.) und 45:46 zur Halbzeit. „Es lief bei Weitem nicht alles perfekt, wir leisteten uns zu viele Ballverluste, trafen nicht gut. Doch wir glaubten immer an uns und kämpften großartig“, sagte TVB-Spielertrainer Jeremy Black. „Am Ende war es unsere richtig starke Defensive in der zweiten Halbzeit, in der wir nur noch 22 Gegentreffer zuließen, die den Unterschied in dem extrem engen Match ausmachte.“

So spielte der TV Bad Bergzabern: Langenfeld (27 Punkte), Wroblewski (18), Black (10), Behrendt (8), Bergmann (3), Jäger (3), Illgen, Jung, Kretschmer.

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