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SFI Germersheim: Kein Zuhause, trotzdem die Besten
Weiter, immer weiter. Spielt die Mannschaft demnächst in der Squash-Bundesliga? Anders Kroscky kann nur milde lächeln: Kein Regionalligist kann sich das leisten – „außer er will und hat das Geld dazu. Das ist illusorisch, wenn man keine Sponsoren hat.“ Die beste Mannschaft der SFI Germersheim hat nicht mal ein Domizil. Sie hat eine kleine Erfolgsgeschichte geschrieben in der ersten Sommerliga der Landesverbände Rheinland-Pfalz/Saar: Erster in der Regionalliga.
In Saarbrücken machte die Mannschaft mit einem gewonnenen 2:2-Unentschieden gegen Gastgeber SC Heidenkopf den Deckel drauf. Kroscky (11:2, 14:12, 11:7) und Laurent Reitzer (11:3, 11:4, 11:0) gewannen ihre Spiele, Jürgen Schmitt gewann einen Satz. Mannschaftsführer Fritz Bus, der 0:3 unterlegen war, unterschrieb den Spielbericht: 2:2 Spiele, 7:6 Sätze, 115:102 Punkte, Meister vor SF Idar-Oberstein.
Gemischtes Fazit
Zwei Mannschaften liefen in der Sommerrunde unter SFI Germersheim auf. Die Squash- und Fitnessinsel hat vor Jahren zugemacht. Das Ausweichquartier, das Freizeit-Center Bornheim, gibt es nicht mehr lange. „Dann stehen wir zum zweiten Mal ohne Halle da“, sagt Kroscky. Er nennt drei Möglichkeiten: in Frankenthal spielen, in Reilingen oder in Karlsruhe. Den Clubnamen zu ändern, sei schwierig.
„Alles in allem kann man, glaube ich, ein gemischtes Fazit ziehen. Viele Spielabsagen machten es schwer, sportlich faire Ligen zu gewährleisten, aber andererseits wurde eine Plattform geboten, auf der alle Vereine die Möglichkeit bekamen, unter Wettkampfbedingungen wieder Spielpraxis zu sammeln nach der langen Covid-19-Auszeit“, so Michaela Lutz-Guldi (Offenbach). Sie spielte wie Piotr Sjoka, Miroslawa Sojka, Henning Thiel (drei Gastspieler aus Darmstadt), Jürgen Schmitt (Schaidt), ihr Mann André Guldi, Ulrich Sutter (Landau), Alexander Kurth Barbier (Sondernheim), Hans Dieter Körner (Speyer), Wolf Apitz und Luca Guldi im Oberligateam. „Für uns Germersheimer war es eine sehr schöne Liga. Wir konnten immer antreten, und jeder bekam die Möglichkeit zu spielen. Wir hatten Spaß, und darauf kam es uns an“, sagt sie. Die Mannschaft erreichte mit einer Mischung aus Ober- und Verbandsligaspielern den zweiten Platz.
Das Jahr über auf Tour
Stamm der ersten Mannschaft sind Fritz Bus (Herxheim), Anders Kroscky (Schifferstadt), Laurent Reitzer und Luke Tilden (beide Straßburg). Wer verhindert ist, wird vom Nächsten in der Rangliste ersetzt. Deshalb spielen Zweitmannschaftsspieler auch mal in der Ersten. Das Team legte am siebten Spieltag im Freizeit-Center Bornheim gegen die Mitkonkurrenten Idar-Oberstein (2:2) und SC Rhein-Neckar (4:0) den Grundstein für die sehr erfolgreiche Runde, die mit einem entspannten Essen zusammen mit der zweiten Mannschaft ausklang.
Vier Spieler sind das Jahr über auf Tour. Bus spiele die Masters-WM in Polen, erzählt Kroscky. Zwischen fünf und zehn Leuten aus dem Verbandsgebiet träfen sich bei Turnieren zum Beispiel in Luxemburg oder Hamburg. Michaela Lutz-Guldi gewann im Oktober im Sportwerk in Hamburg die deutsche Meisterschaft Ü45. Kroscky schnappte sich im Mai in München wieder den zweiten Platz bei der Senioren-DM. Nach drei Siegen in der Gruppe und im Halbfinale traf er im Ü40-Endspiel auf Armin Hameed (ST Aplerbeck) und war nach einem 8:11, 9:11, 11:6 und 9:11 sehr zufrieden mit sich. Zum ersten Mal habe er einen Satz gegen Hameed ergattern können. Kroscky ist trotzdem Erster der Herren-40-Rangliste, sein Gegner ist Zweiter.
„Im Herbst soll es dann wieder mit drei Mannschaften in den Kampf um die Punkte gehen. Wir alle hoffen, dass wieder eine normale Saison gespielt werden kann, ohne Corona-Einschränkungen und Absagen“, so Lutz-Guldi.