Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Schiri Gerach und ein Spiel mit einigen Fallstricken

Timo Gerach zeigt Leverkusens Trainer Xabi Alonso die Gelbe Karte. Links Nicolas Winter.
Timo Gerach zeigt Leverkusens Trainer Xabi Alonso die Gelbe Karte. Links Nicolas Winter.

Timo Gerach hat sein erstes Spiel in der 1. Bundesliga hinter sich. Kersten Beyer schaute sich das Spiel Leverkusen gegen Bochum an, er gibt dem Schiedsrichter die Note 2,5. Was war strittig, was sagen Eugen Strigel und der vierte Offizielle Nicolas Winter zur Leistung des Landauers?

Es war eine Partie mit vielen kniffligen Szenen, die nicht einfach zu leiten war. Doch er hatte es gut im Griff, auch weil das Zusammenspiel mit den Assistenten geklappt hat.“ Das sagt der langjährige DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Strigel nach dem Debüt seines Kollegen Timo Gerach in der 1. Fußball-Bundesliga beim Spiel Bayer Leverkusen - VfL Bochum.

Der 36-jährige Landauer profitierte von einer neuen Regel. Referees sollen nach guten Leistungen in der 2. Liga die Möglichkeit bekommen, auch während der Saison ins Oberhaus aufzurücken. Gerach ist seit 2011 im Profibereich. Die souveräne Leitung des brisanten Zweitliga-Auftaktspiels Schalke 04 - Hamburger SV (1:3) am 23. Juli 2021 rückte ihn bundesweit in den Fokus.

Nach fünf Minuten im Mittelpunkt

Der Zeitpunkt der Berufung direkt nach der Winterpause hat viele überrascht. Der Betriebswirt wurde ohne große Vorbereitung ins kalte Wasser geworfen. Bei der Generalprobe, dem Testspiel Mainz 05 - TSG Hoffenheim, hatte er dem reklamierenden FSV-Trainer Bo Svensson angeboten, für ihn die Leitung des Spiel zu übernehmen. Svensson entschuldigte sich in der Halbzeit.

In Leverkusen gab es viele intensiv geführte Zweikämpfe. Bereits nach fünf Minuten stand Gerach im Mittelpunkt. Nach einem Tritt von Schlotterbeck an das Schienbein des Leverkuseners Diaby ließ er weiterlaufen. Das Foul war schwer zu erkennen, zumal Leverkusen die Aktion abschloss. Nach Intervention des Videoassistenten Günter Perl schaute sich Gerach die Szene am Bildschirm an und entschied auf Elfmeter, den Tapsoba verwandelte. Direkt im Gegenzug fast das 1:1: Der Ecuadorianer Hincapie klärte in letzter Not gegen Bochums Japaner Asano. Gerach erkannte, dass die Rettungstat knapp vor der Torlinie passierte. Kurz darauf ließ er nach einer Attacke von Bochums Mittelstürmer Hofmann die Gelbe Karte stecken. Er blieb seiner Linie einer großzügigen Spielleitung treu. In 145 Profispielen kam er mit zehn Roten Karten aus.

Die erste Verwarnung

Nach einer Viertelstunde verhinderte das gute Auge des Assistenten Dominik Schaal das 2:0, Diaby stand um Zentimeter im Abseits. In der 23. Minute beruhigte Gerach die erste Rudelbildung nach einem Trikotzupfer des Bochumers Masovic durch energisches Dazwischengehen. Nach einer halben Stunde forderte Bayer-Coach Alonso lautstark Gelb, VfL-Keeper Riemann hatte seinen Stürmer Hlozek am Sprunggelenk getroffen. Doch Gerach entschied richtig, denn die Berührung erfolgte unabsichtlich während eines Klärungsversuchs. In der 40. Minute zeigte der Landauer die erste Verwarnung, sechs Gelbe Karten folgten. In der Nachspielzeit erkannte er, dass der Leverkusener Hincapie nach Stöger-Freistoß im Strafraum die Hand ganz eng am Körper hatte: kein Elfer.

In der 67. Minute beim Stande von 2:0 gab es das erste Pfeifkonzert: Bochums Janko zieht Adli klar am Trikot. Alonso reklamiert die ausbleibende Verwarnung und sieht dafür Gelb.

In der 84. Minute hätte es erneut Elfmeter für die Gastgeber geben können, doch der gegen Kunde zu Fall gekommene Azmoun stand zuvor leicht im Abseits.

Mit dem Zug angereist

Gerach war mit dem aus Hagenbach stammenden Nicolas Winter per Zug angereist. Winter musste als Vierter Offizieller häufig den Dialog mit dem emotionalen Alonso suchen. Seine Einschätzung: „Timo hat die nicht einfache Aufgabe gut gelöst, er zeigte eine gute Körpersprache und präsentierte sich mit den Assistenten als Einheit auf dem Platz.“

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