leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Ricarda Lobe: Paris und Vorsteherhund im Sinn

Ricarda Lobe nach ihrem Sieg bei der DM 2020 in Braunschweig.
Ricarda Lobe nach ihrem Sieg bei der DM 2020 in Braunschweig.

Familienplanung? „Wir sind jetzt erst mal auf Welpensuche“, sagt Ricarda Lobe. Von der Hallen-DM schaute sich die 27-jährige Hürdensprinterin Livestreams an. Spätestens im Mai, wenn die Wettkämpfe im Freien losgehen, will sie direkt mit am Start sein.

Im vergangenen Jahr holte sich die gebürtige Landauerin in Dortmund den Titel über die 60 Meter. Dieses Jahr kam Corona dazwischen. Mitte Januar erkrankte sie daran. Leichte Symptome. „Alles im Rahmen“, wie sie sagt. Sportmediziner schlagen Alarm: Wer kann schon riskieren, dass die hochtrainierten Herz und Lunge nicht doch etwas abbekommen, eine Herzmuskelentzündung droht? Für Lobe, die erst mal nichts machen konnte zu Hause in Brühl, bedeutete die Erkrankung das Aus für die relativ kurze Hallensaison. „Der Rückstand wäre zu groß gewesen“, erklärt sie. „Was zählt: Wir haben im Sommer die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft.“ Die WM wird im Juli in Eugene/USA nachgeholt, die EM ist im August in München.

„Damit ist nicht zu spaßen“

Ist Lobe fit, dann wird vielleicht mal wieder die Rede vom TV Nußdorf sein, dem Jugendverein der mehrmaligen deutschen Meisterin über die Hürden und in der 4 x 100 Meter-Staffel. Ende Januar war die große sportmedizinische Untersuchung in Heidelberg. Alles okay, das Virus habe sich nicht abgesetzt, sagt Lobe. „Wichtig, nicht zu schnell in die hohe Belastung zu kommen, ein bisschen gemütlich zu machen. Da will man doch auf Nummer sicher gehen, damit ist nicht zu spaßen.“

Neuer Trainer, andere Inhalte

Sie trainiert wieder, Zwei, drei Stunden am Tag. Das Hürdentraining dauere immer ein bisschen länger. Dazu Krafttraining und harte, kurze Tempoläufe. Seit Oktober trainiert sie mit Sebastian Bayer, dem Nachfolger von Rüdiger Harksen. Der ist zuerst als Bundestrainer ausgeschieden und hat nach seinem 67. Geburtstag auch bei der MTG Mannheim aufgehört. Vom Inhalt habe sich das Training verändert, vom Umfang nicht, sagt Lobe. Sie arbeite sehr viel mehr im Athletik- und Rehabereich.

Sie und ihr Mann wollen sich einen Magyar Vizsla, einen ungarischen Vorsteherhund, zulegen, den er als Hobbyjäger mit auf die Jagd nehmen kann. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2024 in Paris.

„Dann wäre ich 30“, überlegt sie. Neue Hallenmeisterin im Hürdensprint ist die 32-jährige Cindy Roleder. Sie war in Leipzig um sechs Hundertstel schneller als Lobe bei ihrem Triumph 2021 – nach einem Jahr mit Verletzungen.

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