Fußball
Remis bringt Erlenbacher nicht viel weiter
Kampf, hohe Bälle und am Ende eine Punkteteilung. 1:1 trennten sich die Tabellennachbarn SV Erlenbach und SV Obersülzen im Nachholspiel der Fußball-Bezirksliga. Es war beileibe kein fußballerischer Leckerbissen zur Osterzeit.
Punktgleich lagen Obersülzen und Erlenbach vor der Partie mit 25 Punkten kurz vor den Abstiegsrängen. Somit war klar, welche Bedeutung das Nachholspiel hatte. Von Beginn an kam kaum ein Spielfluss auf. Das Spiel gestaltete sich recht zäh, nur vereinzelt gab es Torchancen. Die noch beste Situation hatte Ferhat Soylu für die Erlenbacher, er traf das Lattenkreuz. Geprägt war das Spiel von vielen kleineren Zweikämpfen. Der sonst recht umsichtige Schiedsrichter versäumte es, Verwarnungen auszuteilen, was vor allem auf Erlenbacher Seite zu Unmut führte.
Kurz vor der Halbzeit fällt das 0:1
Kurz vor dem Pausenpfiff ging Obersülzen in Führung, Nach einem langen Einwurf von Jan Gaschott verlängerte Ömer Beker den Ball in den Erlenbacher Strafraum, Oliver Ziese stand ganz frei und erzielte das 0:1 (44.).
Nach Wiederanpfiff kam Obersülzen besser aus der Kabine als die Erlenbacher, doch Kapital schlugen die Gäste nicht aus ihrer optischen Überlegenheit. Chancen aus dem Spiel heraus blieben in der zerfahrenen Partie Mangelware. In der 70. Minute dezimierten sich die Gäste selbst, Göran Garlipp fing sich nach wiederholtem Foulspiel eine Gelb-Rote Karte ein. Die Erlenbacher konnten die numerische Überlegenheit zwei Minuten später nutzen. Nico Wrede erzielte per Kopf nach einem langen Ball das 1:1 (72.). In Unterzahl legten die SVO-Akteure den Fokus auf Verteidigung, es gelang ihnen, das Unentschieden über die Zeit zu bringen.
Labbe: Punkt ist zu wenig
„Es war uns schon bewusst, dass das ein Kampfspiel wird, der Gegner hat es auch gut gemacht. Wir haben den Kampf angenommen und da ist der Punkt schon okay“, sagte Obersülzens Marvin Ulrich. Nils Labbe vom SV Erlenbach hätte wenige Tage nach seinem 22. Geburtstag gerne die drei Punkte geholt: „Es war ein Spiel mit langen Bällen. in dem spielerisch nicht viel ging. Mit dem 1:1 war es dann noch relativ okay, aber unterm Strich war es nicht das. was wir spielen wollen. Jeder wollte irgendwie noch mal nach vorne und es war kein System mehr drin. Wir haben die Sechser nicht überspielt, sind mit langen Bällen über die Außen gegangen und haben dann aber auch die Bälle wieder verloren.“ Labbe wurde deutlich: „Für uns geht es um jeden Punkt und wir hängen so dick unten drin, dass wir jeden Dreier brauchen. Da hilft uns auch kein Punkt gegen einen direkten Konkurrenten. Gerade wenn man am Ende ein Mann mehr ist, muss man das Spiel ziehen.“
Für Obersülzens Cotrainer eine Erfahrung
„Wir haben ein Bezirksligaspiel auf einem C-Klassen-Sportplatz absolviert“, sagte der Obersülzer Cotrainer Sascha Gerber mit einem Schmunzeln. „Wir wussten aber ungefähr, was auf uns zukommt. Aber es ist wirklich eine Erfahrung gewesen. Der Erlenbacher Stadionsprecher hat das wirklich gelebt und unglaublich viel Stimmung gemacht.“ Auf dem unebenen Rasenplatz habe seine Mannschaft vor der Halbzeit bergab und nachher bergauf gespielt. lwü/rgb