Fußball
Pokal: Kandeler Defensive fängt wütende Herxheimer Angriffe ab
Mit einem engagierten Auftritt in der ersten Hälfte ist der FC Bienwald Kandel in die fünfte Runde um den Fußball-Verbandspokal eingezogen. Der 2:0-Heimsieg vor 700 Fans gegen den SV Viktoria Herxheim war die Überraschung am Mittwochabend.
Kandels Spieler waren permanent in Bewegung und ließen die Gäste durch enge Zweikampfführung nicht zur Entfaltung kommen. Nach vorne agierten die Löwen kombinationssicher und nutzten die sich bietenden Torchancen konsequent aus. Bei der Viktoria lief der Ball nicht wie gewohnt flüssig durch die Reihen. Die Elf begann unkonzentriert. So traten vereinzelt technische Unzulänglichkeiten hervor. Vor dem gegnerischen Gehäuse vergaben die Herxheimer drei Großchancen leichtfertig. In der Schlussphase dezimierten sie sich mit zwei Zeitstrafen.
Özcelik, Schädler, Baltrusch auf der Bank
Im Gegensatz zum 3:2-Sieg in Idar-Oberstein ließ Viktoria-Trainer Jens Bodemer Yasin Özcelik, Mario Schädler und Kevin Baltrusch zunächst auf der Bank. Nach einer Minute tauchte Marcel Meinzer halblinks vor FC-Keeper Patrick Aust auf, setzte das Leder aus kurzer Distanz hauchdünn neben den Pfosten. In der 9. Minute lenkte Viktoria-Keeper Konstantin Stengel einen Distanzschuss von Christian Liginger an den Pfosten, beim Nachschuss von Henrik Bediako war er machtlos. Nach einem Einwurf von Aaron Schmidt unterlief Sebastian Trapp ein Stockfehler. Pascal Hüll roch den Braten, spritzte dazwischen und hämmerte das Leder nach einer Viertelstunde zum 2:0 ins Netz.
Sichere Innenverteidiger Kindler und Ascuitto
Bodemer reagierte zur Pause, brachte Baltrusch und Schädler. Nach einer guten Stunde kam auch Özcelik. Herxheim war fortan feldüberlegen. Es folgten wütende Angriffe, die jedoch meist vom Kandeler Defensivverbund vor dem Strafraum abgefangen wurden. Flanken und Diagonalbälle wurde zu einer sicheren Beute des stellungssicheren Innenverteidiger-Duos Yannick Kindler und Anthony Ascuitto. Der Spielertrainer der zweiten Mannschaft ersetzte den gesperrten Dominik Steinel und machte eine starke Partie. Die Viktoria bekam zwei Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Sascha Banspach zielte nach Zuspiel von Fabian Clever aus bester Position knapp über das Tor. In der 81. Minute vergab Samuel Wolf einen „Elfmeter ohne Torwart“. Nach perfekter Hereingabe von Özcelik traf er unbedrängt am langen Pfosten aus zwei Metern das Tor nicht. In der 87. Minute setzte Carlos Baumgart im Strafraum seinen Körper gegen Meinzer ein. Kapitän Raphael Gehrlein forderte lautstark einen Strafstoß, bis Schiri Jan-Vincent Ritter ihn für zehn Minuten vom Feld schickte. Eine Minute später folgte ihm Sascha Banspach – er hatte mit hohem Bein Ascuitto unabsichtlich im Gesicht getroffen.
Ligaspiele am Wochenende
„Wir haben die erste Hälfte komplett verpennt, waren einfach nicht präsent genug. Danach war es komplett anders, doch nach einem 0:2 wird es hier in Kandel eben sehr schwer“, sagte Viktoria-Coach Jens Bodemer. Am Samstag gegen den TSV Gau-Odernheim (17.30 Uhr) erwartet er ein anderes Auftreten: „Das ist eine schöne Seite am Fußball, drei Tage später kann man es wieder besser machen.“ FC-Trainer Reinhard Schenker war sehr zufrieden: „Herxheim war stärker als Kreuznach, doch wir konnten nochmals eine Schippe drauflegen. Wir waren sehr ballsicher und haben nur wenige Fehler gemacht.“ Am Sonntag (15 Uhr) spielt seine Elf in Bingen. Schenker: „Seit drei Wochen sind alle Spieler kontinuierlich im Training. Das sorgt für Fitness und Selbstvertrauen. Deshalb wollen wir dort was mitnehmen.“