Handball
Philipp Mohra macht’s: Remis gegen Nieder-Olm
30:30 (13:12) trennen sich der TV Offenbach und der TV Nieder-Olm. Erst mit der letzten Aktion des Spiels gewinnen die Hausherren am Sonntagabend einen Punkt. Lange sieht es nach der ersten Heimpleite in der Handball-Oberliga seit Anfang November aus. Philipp Mohras Freiwurf lässt die Halle beben.
Dass der TV Offenbach am Ende überhaupt noch die Chance auf einen Punktgewinn hatte, hatte er auch dem Gegner zu verdanken. „Das darfst du eigentlich nicht mehr weggeben“, sagte Gästetrainer Tino Stumps. 29:24 lag sein Team vorne, fünfeinhalb Minuten waren da noch zu spielen. Viel wechselte der Coach in der zweiten Hälfte nicht, ließ die jungen Spieler, die teilweise noch A-Jugend spielen, auf dem Feld. Zu gut hatten sie es bisher gemacht, nach dem 13:12 zur Pause den TVO direkt nach Wiederanpfiff ordentlich ins Straucheln gebracht. Aus dem Ein-Tore-Rückstand wurde ein 13:17 (35.).
Volles Risiko nach 20:25
„Anfang der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel hergegeben, nachdem in der ersten Halbzeit die Chancenverwertung unser großes Problem war“, so Offenbachs Trainer Tobias Job. Zehn Paraden zeigte Nieder-Olms stark aufgelegter Schlussmann Lukas Strüder da. In der zweiten Hälfte stand er siebenmal goldrichtig.
Beim TVO ging nach dem Vier-Tore-Rückstand nicht viel. Er mühte sich, um zu Torchancen zu kommen. „Nieder-Olm war heute ein sehr starker Gegner. Wir hatten immer wieder unsere Probleme, Wurfchancen zu erspielen“, sagte Job. Nieder-Olm spielte seinen Stiefel runter, führte mit 20:14 (39.) und 25:20 (49.). Dann ging Job volles Risiko. Der TVO verteidigte auf allen Positionen offensiv – und wurde belohnt.
„Brachiale Wucht“
Offenbachs Torwart Felix Müller, nach 48 Minuten gekommen, kam auf fünf Paraden. Offensiv entfaltete der TVO eine „brachiale Wucht“ (Stumps), gerade über Sebastian Mohra gelangen immer wieder Durchbrüche über die rechte Seite. Das Gästeteam wurde nervös, Angst vor der Zeitstrafe in der Abwehr oder dem Ballverlust im Angriff baute sich auf. Beim 27:29 (57.) war Offenbach erstmals wieder in Schlagdistanz. Das 29:30 fiel auf kuriose Weise: Philipp Mohra rutscht beim Passversuch auf Lukas Klein der Ball aus der Hand und ins Seitenaus. Nieder-Olm bringt den Ball wieder ins Spiel, sieht sich aber direkt einer roten Wand an der Mittellinie gegenüber. Mohra macht seinen Fehler wieder gut, fängt einen Passversuch über seinen Kopf ab und Felix Kunz schließt den Gegenangriff ab.
Nach erneutem Ballverlust Sekunden später verteidigten die Gäste den letzten TVO-Angriff der Partie dann gut, nahmen 40 Sekunden von der Uhr. Die letzte Wurfchance blieb Philipp Mohra überlassen. Nach Ablauf der Zeit traf er über den Nieder-Olmer Block und verwandelt den Freiwurf direkt. 30:30, die Halle tobte. Tobias Job: „Ein verrücktes Spiel mit viel Glück am Ende.“
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller ab 48.) – Niklas Klein (9), Lukas Klein, Philipp Mohra (4) - Gläßgen (5), Kunz (1) – Felix Klein – Sebastian Mohra (6), Bader, Busch (2), Daum (3), Gensheimer, Staats
TV Nieder-Olm: Strüder (Hilsdorf) – Schunath (3), Maximilian Wolf, Glindemann (6) – Josten (5), Krekel (2) – Bargon (1) – Klasmann (5/4), Milosavljevic (4), Steinert (3), Bormet (1), Malte Wolf, Medler
Spielfilm: 4:1 (8.), 4:4 (10.), 8:9 (20.), 13:12 (Halbzeit), 13:17 (35.), 19:24 (48.), 30:30 (Ende) - Zeitstrafen: 5:1 - Siebenmeter: 1/0 - 4/4 - Beste Spieler: Niklas Klein, Sebastian Mohra – Strüder, Glindemann - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Towae/Eckert (St. Ingbert/Illtal).
Patrik Sefrin gelingt Ausgleich
Als der TV Offenbach zu Hause mit 13:17 in Rückstand gerät, bekommt Philipp Latzko von der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam in Eppelborn eine Zeitstrafe. 13:17 liegt die SG gegen die HF Illtal hinten, Max Mees hatte nach dem 13:12 dreimal für die Gastgeber getroffen. Der Aufsteiger aus der Pfalz sog sich noch mal heran. Fabian Graap traf zum 19:20 und 20:21 aus SG-Sicht, Joshua Albert erzielte das 21:21 (53.). Es blieb eng. Elias Horn glich zum 22:22 und 23:23 aus, Patrik Sefrin warf das 25:25. Mannschaftsauszeit der Gastgeber 40 Sekunden vor Schluss. Danach Ballbesitz SG, Mannschaftsauszeit. Noch 14 Sekunden. Joshua Albert zog ab, der Ball wurde abgefälscht und vom Keeper gehalten. Es blieb unentschieden. Die Einschätzung von SG-Trainer Christian Job: „Wir haben eine super Moral gezeigt. Wahrscheinlich wäre ein Sieg zu viel des Guten gewesen. Ich bin zufrieden mit dem Punkt.“ Er stellte um auf 6-0-Deckung. Maximilian Geiger im Tor hielt zuverlässig.