Lokalsport Südpfalz Ovationen für ein Feuerwerk

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BAD BERGZABERN. Gestern Abend, zehn vor acht: Ovationen auf der Tribüne für Bergzabernes Basketballer und ein packendes Pfalzduell. 90:82 (31:40) gewann der TV Bad Bergzabern in der Basketball-Oberliga vor 300 Fans gegen die SG TV Dürkheim/BI Speyer II, die Mitte des dritten Durchgangs noch mit 19 Punkten Vorsprung geführt hatte.

Es war Bergzaberns zehnter Sieg im zwölften Spiel. Nach zuletzt zwei Niederlagen meldeten sich die Kurstadt-Korbjäger vor der Weihnachtspause eindrucksvoll zurück. Das denkwürdige Derby bot zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten sowie 40 Minuten lang hohes Tempo, rassige Zweikämpfe und tolle Treffer. Das Team um Trainer Florian Hatt kam gut ins Spiel, führte schnell 9:3 (3.). Dann riss der Faden. Die Spielgemeinschaft intensivierte das Verteidigungs- und Reboundverhalten, hielt Bergzabern geschickt vom eigenen Korb weg und gestattete nur noch Würfe aus schlechten Positionen. Die Folge: Minutenlang war der SG-Korb wie vernagelt für die Südpfälzer. Was vor der Halbzeit verkrampft auf TVB-Seite wirkte, funktionierte bei den SG-Cracks spielend leicht. Nach Ballgewinnen gab die Mannschaft um Coach Andreas Merk mächtig Gas, fand immer wieder den leichten Weg zum Bergzaberner Korb. Nach dem ersten Viertel lag der Tabellensiebte 19:12 vorne. Im zweiten Spielabschnitt hielt die SG-Truppe ihre Linie bei: konsequent verteidigen, schnell spielen, einfache Treffer erzielen. Ein weiteres Plus: Mit großem Zug zum TVB-Korb provozierte sie viele Fouls, und auch an der Freiwurflinie traf Speyers Regionalliga-Reserve sicher. 20:31, 24:33 und schließlich 31:40 zur Pause – die bessere Mannschaft war klar die SG TV Dürkheim/BI Speyer. Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nichts, die Gäste sahen nach 25 Minuten und einem deutlichen 54:35-Vorsprung wie der sichere Sieger aus. Doch dann das völlig Verrückte: Das Match kippt ohne Vorwarnung, nach wenigen Minuten ist wieder alles offen. Auslöser für den Stimmungswandel war Hatts Auszeit und ein Strategiewechsel im Defensivverhalten. Aus einer direkten Mann-Mann-Verteidigung stellten die TVB-Korbjäger auf eine 2-3-Zonen-Variante um. Und diese schmeckte den SG´lern überhaupt nicht. Angetrieben von dem überragenden TVB-Regisseur Martin Langenfeld holte Bergzabern in Windeseile Punkt um Punkt auf. Ein Dreier vom starken Moritz Hoppe, der mehrere wichtige Treffer in dieser Phase markierte, gab den TVB-Jungs ihr Vertrauen zurück. Plötzlich wuchs jeder über sich hinaus. 35:54, 46:54, 51:54, 53:54 – in nur drei Minuten zauberte der Tabellenzweite eine 18:0-Serie aufs Parkett. Noch einmal wehrten sich die Gäste, gingen mit einer 62:57-Führung ins vierte Viertel, lagen kurz danach 66:59 vorne. Doch dann zündete Bergzabern mit einem Feuerwerk ein furioses Finale: Ein Dreier von Hoppe zum 62:66, ein genialer Tipp-Inn von Sebo Krubally nach Offensivrebound zum 64:66 sowie zwei Fastbreaks über Krubally und Andrej Schmid zum 68:66 (33.) stellten das unter die Haut gehende Derby auf den Kopf. Langenfeld an der Freiwurflinie und Sekunden später gegen drei Mann Behinderung zum 72:66, ein erneuter Weitwurf von Chris Adam zum 75:66 (35.) – und die Halle bebte. Hunderte zuvor verteilte „Fanklatschen“ produzierten einen ohrenbetäubenden Lärm. Beim TVB klappte einfach alles, sogar ein Schmid-Dreier aus über acht Metern Entfernung zum 82:73 (38.). So spielten sie TV Bad Bergzabern: Langenfeld (21 Punkte), Schmid (19), Behrendt (13), Hoppe (11), Adam (10), Krubally (10), Pfaffmann (4), Jäger (2), Bergmann, Wichmann. |uwe

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