Umfrage zur Fußball-WM der Frauen RHEINPFALZ Plus Artikel Konsequent nach vorne

 Spielerinnen nach dem 6:0 gegen Marokko.
Spielerinnen nach dem 6:0 gegen Marokko.

Am Laptop, Handy, vor dem Fernseher, beim Brunch. Fußballerinnen schauen sich Spiele der Weltmeisterschaft an. Gemessen an der Einschaltquote, haben sie die Männer überholt. Fünf Frauen erklären den Unterschied.

Retten die Frauen bei der WM in Australien und Neuseeland die Ehre des deutschen Fußballs? Bei den TV-Einschaltquoten haben sie die Männer schon mal überholt. Trotz der ungewöhnlichen Übertragungszeit am Montagmorgen sahen angeblich 5,61 Millionen Fans im ZDF den 6:0-Sieg gegen Marokko. Das 3:3 der Männer gegen die Ukraine auf demselben Sender verfolgten trotz familienfreundlicher Anstoßzeit um 18 Uhr 4,57 Millionen.

„Es ist auf jeden Fall interessanter anzusehen. Im Gegensatz zu den Männern spielen unsere Mädels offensiver und suchen konsequent den Weg nach vorne“, sagt Sabine Völkel. Sie erzielte in vier Jahrzehnten viele wichtige Tore für den SV Minfeld. Die Inhaberin eines Gardinenstudios verfolgte die Partie am Laptop. Mit ihrem Mann Michael sieht sie jedes WM-Spiel, wenn es die Arbeit zulässt. Die Begegnung am Sonntag mit Kolumbien wird sie bei Margit Scheid ansehen, die Kandelerin hat ehemalige Mitspielerinnen zum Brunch eingeladen. Der deutschen Auswahl traut sie den Titel zu, gute Chancen räumt sie den Französinnen ein.

Beeindruckt vom Biss und den Führungsqualitäten einer Alexandra Popp ist Sophie Linßen, spielende Cotrainerin beim Verbandsligisten TSV Venningen/Fischlingen. Sie verfolgte das Spiel auf dem Handy auf dem Sportgelände des SV Weisenheim/Sand. Dort betreut sie gerade Jugendliche in einem Trainingscamp des früheren Profis Marco Metzger. Linßen nennt Beispiele für den Aufschwung des Frauenfußballs: „Unsere Abschlussfahrt zum Pokalfinale in Köln war ein einmaliges Erlebnis. Die Stimmung war unbeschreiblich.“ 45.000 Fans waren dabei. 2018 waren 17.000 im Rheinenergiestadion. Seit dieser Saison coacht Linßen die U13-Junioren des SV Viktoria Herxheim in der Verbandsliga. Sie berichtet von drei Mädchen in ihrem Team, die mit den Jungs mithalten können.

Dana Burkard, stellvertretende Vorsitzende im Rhein-Mittalhaardt-Kreis, hat die Partie zu Hause vor dem Fernseher parallel zum Homeoffice verfolgt. „Sie hat in den Tests viel ausprobiert, wurde dafür hart kritisiert. Doch sie hat punktgenau die richtige Elf gefunden“, sagt sie über Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Burkard rechnet fest mit dem Finaleinzug. Die Römerbergerin würde auch der Brasilianerin Marta zum Abschluss ihrer einzigartigen Karriere den Titel gönnen. Sie sieht die Kreise und die Vereine in der Pflicht, die aktuelle Euphorie in den Amateurbereich zu übertragen und zu verarbeiten. Burkard verfolgt nahezu alle Spiele live am Bildschirm.

Nathalie Zedler, Bezirksliga-Torschützenkönigin und Jugendleiterin beim TuS Knittelsheim, freut sich für die Pfälzerin Jule Brand im Nationaltrikot: „Sie besitzt eine tolle Technik und hat wie ich früher beim FV Dudenhofen gespielt.“ Den 6:0-Sieg möchte sie wegen der überschaubaren Qualität des Gegners nicht groß bewerten.

Fabienne Heintz geht für den FFV Göcklingen in der Verbandsliga auf Torejagd und arbeitet im Vorstand ihres Heimatvereins SV Büchelberg mit. Unter der Woche ist sie auf Zusammenfassungen angewiesen, ihr Arbeitstag bei einer Firma für Messgeräte in Annweiler beginnt um 6 Uhr morgens. Sie traut der DFB-Elf den Titel zu: „Die Mannschaft ist jung und sehr talentiert, zudem haben sich fast alle Favoritinnen bisher sehr schwer getan.“

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